19 März 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

18. März 1969

STAPELLAUF DER „CHRISTINE“

Lüderitzbucht - Unter den Klängen der „Alibama“, türkisgrün und wimpelgeschmückt stach die „Christine“ in See.

In Abwesenheit der Eigentümerin wurde sie von Frau Holloway getauft, mit dem Wunsch, dass sie die Mannschaft sicher tragen und viel Fisch heimbringen möge, denn „Christine“ ist ein Fischkutter, 99 Tonnen; das 94. Boot der Nieswandt-Werft; das zweite seit der Übernahme durch die Firma Ohlthaver & List und das erste, das hier vollständig mit den neuesten Geräten ausgerüstet werden konnte.

Den Dank an die Belegschaft der Werft und die örtlichen Handwerker für die schnelle und präzise Arbeit sprach der neue Betriebsleiter, Ingenieur Brandt, aus, der, an der Waterkant aufgewachsen und mit allen Aspekten des Schiffbaus vertraut, nach fünf Jahren Auslandserfahrung in Brasilien, auch die Kunst der Improvisation gelernt hat, die hier fast ebenso wichtig ist wie Fachkenntnisse. Die Frage, ob etwas geht, tritt zurück hinter der Überlegung, wie es unter den hiesigen Gegebenheiten zu machen wäre. Diese Einstellung, mit der auch der tatkräftige Gründer der Werft den Betrieb aufgebaut und zur Blüte gebracht hat, berechtigt zu der Hoffnung, dass dieser Zweig der für Lüderitzbucht so wichtigen Industrie stetig weiterwachsen möge.

AUFTRAG FÜR FEUERWEHREN

Windhoek - Ein großer Auftrag für die Lieferung von Feuerlöschmaschinen an die Administration ist der Firma South West Brokers erteilt worden. Für den Zivilschutz in Südwestafrika wurden insgesamt 22 Einheiten für einen Betrag von 84000 Rand bestellt. Diese werden den verschiedenen Gemeinden im Lande zur Verfügung gestellt.

Es handelt sich dabei um 18 Feuerlöschmaschinen, die als Anhänger gebaut sind, und in den kleineren Gemeinden Dienst tun werden, die überhaupt über keinerlei Feuerlöscheinrichtungen verfügen. Eingeschlossen in dem Auftrag sind vier große Feuerwehrwagen vom Typ Angus-Jeep.

Weitere elf kleinere Feuerlöschanhänger sind einer südafrikanischen Firma in Auftrag gegeben worden. Die erste Maschine wird gegen Ende März oder Anfang April in Windhoek erwartet.

LIONSFEST

Windhoek - Der Windhoeker Lions International. Club veranstaltet am 28. und 29. März sein traditionelles Lionsfest auf dem Spielplatz an der Talstraße. Ein Sprecher dieser Organisation hat die AZ darauf hingewiesen, dass der Lions Club nur einmal im Jahr dieses große Fest veranstaltet, welches nicht mit Festen anderer Vereine und Organisationen verwechselt werden sollte. Wegen seiner günstigen Lage haben verschiedene Windhoeker Organisationen neuerdings den Lions-Spielplatz für ihre Feste gemietet.

Der Lions Club hat einen großen Aufwand an Dekorationen gemacht, um seinem Fest Atmosphäre zu verleihen. Für das leibliche Wohl der Gäste ist in reichlichem Maße gesorgt. Auf der Speisekarte stehen Braaivleis, Brathühner, Bratwürste, Bockwürste und so weiter. Außerdem stehen mehrere Bars zur Verfügung.

Zur Unterhaltung des Publikums werden wieder einige Buden eingerichtet. Eine Tombola, bei der es keine Nieten geben soll, ist ebenfalls geplant. Zu den Preisen gehört unter anderem ein Eisschrank. Eine Wahrsagerin steht auch zur Verfügung. Getanzt wird nicht, aber gute Unterhaltungsmusik wird geboten.

VON PRITTWITZ WURDE BÜRGERMEISTER

Windhoek - Der Windhoeker Ratsherr J. B. H. von Prittwitz wurde am Montag einstimmig zum neuen Bürgermeister der Landeshauptstadt gewählt. Vorgeschlagen wurde er von seinem Vorgänger C. E. Katzke, während sein Ratskollege Günter Kaschik diesen Vorschlag unterstützte. Aus den überbesetzten Publikumsrängen wurde dem neuen Hausherrn Windhoeks langanhaltender Applaus gezollt.

In seiner Antrittsrede erklärte Bürgermeister von Prittwitz, dass es seine vornehmste Aufgabe sein wird, sich für die Belange der Windhoeker Gemeinschaft ohne Unterschied einzusetzen. Zuvor dankte er seinen Ratskollegen für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und betonte, dass er sein neues Amt ohne die Unterstützung seiner Kollegen nicht mit Erfolg ausüben könne. Er erließ einen Aufruf zur engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit des Stadtrates mit der Beamtenschaft. In einer Zeit der schnellen Entwicklung bezeichnete er dies als besonders wichtig, zumal wenn man dabei die zahlreichen Aufgaben, Probleme und Schwierigkeiten berücksichtige, die auf den Stadtrat und seine Beamten zukommen. Von Prittwitz hielt seine Rede in allen drei Landessprachen.

STARKE SÜDAFRIKANISCHE FLOTTE

Kapstadt - Am Hauptmast des 28000-Tonnen-Passagierschiffes der Safmarine ging am Montag während einer feierlichen Zeremonie die südafrikanische Flagge hoch. Bis jetzt war die frühere „Pretoria Castle“ der Union Castle Line noch unter britischer Flagge gefahren. Jetzt ist das 1948 gebaute Schiff in Kapstadt registriert. Vor kurzem hat das andere Passagierschiff der Safmarine, die „S. A. Vaal“ (früher „Transvaal Castle“) die Flagge gewechselt, so dass nun die beiden einzigen großen Überseepassagierschiffe Südafrikas unter der Flagge der Republik fahren. Die Zeremonie erfolgte im Beisein von Ministerpräsident Vorster und seiner Ehefrau, des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der Safmarine, Dr. G. S. J. Kuschke, und des Präsidenten der britischen Gruppe, der früher das Schiff gehörte, Sir Nicholas Cayzer. Die Gäste, denen sich Minister, Parlamentsmitglieder, die städtischen Behörden und Vertreter von Industrie und Handel anschlossen, wurden von Kapitän J. P. Smythe empfangen. AIs die britische Flagge herabgeholt und die südafrikanische Flagge gehisst wurde, spielte das Marine-Musikkorps die Nationalhymne, und die Schiffe im Hafen ließen ihre Sirenen ertönen.

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