04 Januar 2019 | Geschichte

Vor 50 Jahren

Ein einzigartiges Jubiläum

Kapstadt - Der Kapstädter Zahnarzt, Dr. Philip Blaiberg, (59) feierte am Montag in einem Hotel in Sea Point ein wohl einzigartiges Jubiläum. Voller Vertrauen für die Zukunft und bei ausgezeichneter körperlicher Gesundheit gedachte er im Kreise seiner Freunde des 2. Januars 1968, als Professor Christiaan Barnard ihm das Herz des Farbigen Clive Haupt verpflanzte und ihm damit ein neues Leben gab.

Die Jubiläumsfeier fand in aller Stille statt. Professor Chris Barnard ist zur Zeit in Knysna in Urlaub und konnte daher nicht daran teilnehmen. Er schickte seinem weltberühmten Patienten jedoch einen herzförmigen Kuchen mit der Inschrift „An Phil mit den besten Wünschen von Chris“

In dem abgelaufenen Jahr hatte Dr. Blaiberg ernste Krisen zu überwinden. Seine Rekonvaleszens verlief jedoch so günstig, daß er nach geraumer Zeit das Krankenhaus ein zweites Mal verlassen konnte. Seitdem geht es Dr. Blaiberg immer besser.

Nachdem er am Donnerstag sehr früh aufgestanden war, um hunderte Glückwüsche von Freunden und Gönnern entgegenzunehmen, verbrachte er den Rest des Vormittags an seinem Lieblingsort, dem Muizenberger Strand. Dr. Blaiberg war in der letzten Zeit sehr stark mit dem Abfassen von Artikeln für zahlreiche ausländische Zeitschriften beschäftigt.


Pressestimmen - Der „Volkswirt“ schreibt in einem Leitartkel:

„Die deutsch-französische Freundschaft besitzt nach der jüngsten Währungskrise offenbar nur noch ein Bindeglied: den Gemeinsamen Agrarmarkt. Ihm ist vor allem zu danken, daß de Gaulle sein Gesicht wahrte und in der Bundesrepublik DM-Stolz aufkam. Die Besinnung auf EWG-Agrar-Gemeinsamkeiten verhinderte eine Korrektur der Wechselkurse. Strauß beschwor im Falle einer DM-Aufwartung 2,5 Milliarden Mark Agrarsubventionen, und de Gaulle musste bei einer Franc-Abwertung eine entsprechende Agrarpreiserhöhung in Rechnung stellen. Die Landwirtschaft, die nur noch ein Fünfzehntel zum EWG-Sozialprodukt beisteuert, leistete somit letzte außenwirtschaftliche Entscheidungshilfe.

Den EWG-Ministern blieb es dadurch erspart, innerhalb von drei Tagen neue Agrarpreise festzusetzen. Die vielen Agrarprobleme sind jedoch nicht einfacher und nicht billiger geworden. Der EWG-Agrarfonds wird 1969 zehn Milliarden Mark kosten. Und das zu einem Zeitpunkt, da Europa kein Geld für Euratom, kein Geld für die Forschung, kein Geld für die Zukunft hat. Die Chancen, die europäische Agrarpolitik unter dem heilsamen Zwang der Währungskrise neu zu überdenken, wurde nicht genutzt.

Zieht man weiter Zwischenbilanz, so ergibt sich folgendes Bild: Das fünf Monate junge Pflänzchen Zollunion wurde von dem außenwirtschaftliche Kahlschlag, der die Stabilität der Wechselkurse absichern muß, sorgsam verschont. Kein EWG-Land, nicht einmal Frankreich, führt neuen Zölle gegenüber seinen EWG-Partnern ein. Doch beide Länder, die bedeutendsten Volkswirtschaften der EWG, wählten unterschiedliche Formen und Ziele der Devisenzwangswirtschaften. Frankreich läßt die Portemonnaies seiner Staatsbürger wieder durchsuchen. Jeder Tag bringt neue Devisenvorschriften zur Verhinderung der Flucht in die Mark. Freiheit des Kapitalverkehrs gilt zwar nur als die dritte der Freiheiten einer Zollunion. Aber wird sie verweigert, so wird auch der freie Verkehr der Menschen und der Waren erschwert und gefährdet.“

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