14 März 2017 | Meinung & Kommentare

Von kollektiver Entmündigung

Wenn die SWAPO wie derzeit wieder, regelmäßig disziplinarische Maßnahmen gegen angeblich abtrünnige Mitglieder ankündigt, dann wissen die Genossen: Jetzt ist wieder Gefolgschaft, Gehorsam, Anpassung und Unterordnung oberste Pflicht.

Es ist wie eine Geheimsprache: Sobald die SWAPO-Führung Loyalität einfordert, wissen alle was gemeint ist, nämlich ein Denk- und Redeverbot. Auf nichts anderes läuft es hinaus, wenn Parteiobere mehr Respekt vor leitenden Funktionären verlangen und sich Kritik an deren Amtsführung verbieten. Und nichts anderes bedeutet dies, als eine Form der Gleichschaltung unter dem Deckmantel der Geschlossenheit, eine Art der Assimilierung im Interesse der parteiinternen Einheit.

Erfolgreiche Politik setzt einen Wettstreit der Ideen voraus, programmatische Entschlackung erfordert furchtlose Querdenker und nicht harmoniebedürftige Duckmäuser, die unterwürfig folgen um den Vordenkern zu gefallen, die in der SWAPO die Meinungshoheit haben. Blinde Gefolgschaft ist im Politikbetrieb ein Synonym für Stagnation – wer nach Erneuerung strebt, der muss bestehende Machtstrukturen in Frage stellen und darf sich nicht bevormunden lassen.

Solange die SWAPO Mitläufer belohnt und Dissidenten ächtet, isoliert und ausgrenzt, werden bei ihr vor allem jene Karriere machen, die sich gut ducken und kleinmachen können. Die SWAPO und das von ihr regierende Namibia brauchen aber Politiker, die aufrecht gehen, die ihre Überzeugungen verteidigen und zu ihrer Meinung stehen können, egal, ob sie im einstimmigen Kanon der Jasager damit Teil einer Minderheit werden.

Marc Springer

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