02 Mai 2012 | Freizeit

Von Kapstadt nach Kenia - Bergsteigerduo fördert Umweltschutz

Eingefleischte Bergsteiger verschmutzen viele Top-Bergsteigorte in der Welt. Diese traurige Erfahrung musste der Hobbyalpinist Kai Fitchen machen, der sich daraufhin entschieden hat, das Bewusstsein für die Umwelt zu fördern. "Wir wollen beweisen, dass Reisen und Bergsteigen auch nachhaltig gemacht werden können", sagt der Südafrikaner. Um dieses Ziel zu erreichen, reist Fitchen zusammen mit seinem Bergsteigpartner Jono Joseph (38) von Kapstadt zum Mount Kenya.

Fitchen war schon immer ein eingefleischter Bergsteiger und Wanderer. Nach seiner erfolgreichen Besteigung des Mount Elbrus (in Russland, nahe an der Grenze zu Georgien) im Jahr 2010 hat sich seine Meinung zu diesem Hobby aber geändert. "Ich habe damals die traurige Realität der Kommerzialisierung erfahren", so Fitchen. Überall habe sehr viel Müll gelegen und er habe festgestellt, dass Bergsteiger die Umwelt für ihre selbstsüchtigen Ziele zerstören. "Ich habe mich auch schuldig gefühlt", sagt er.

Nach seiner Rückkehr nach Kapstadt habe er sich mit seinem Partner Joseph zusammengesetzt und ein neues Ziel ausgesucht, dieses Mal sollte aber der gesamte Trip nachhaltig gemacht werden. "Wir wollen nicht einfach dorthin fliegen und den Gipfel schnell erreichen. Wir werden nur öffentliche Transportmittel beanspruchen und wollen so das Umweltbewusstsein bei Jugendlichen fördern", so Fitchen. Nach zwei Jahren Planung und Vorbereitung hat vor kurzem das Abenteuer unter dem Motto "Kape2kenya" begonnen. Fitchen und Joseph sind per Bus von Kapstadt nach Windhoek gefahren und haben dann, nach einer Bahnfahrt nach Swakopmund, einen Stopp an der Küste gemacht.
Unterwegs haben sie Schulen besucht und Schüler auf den Zustand der heutigen Umwelt aufmerksam gemacht. "Die Botschaft muss sich vor allem unter Jugendlichen verbreiten", so Joseph. Um für das Ziel - den Mount Kenya - fit zu bleiben, wollen sie unterwegs andere Berge besteigen. Die Spitzkoppe gehörte dazu. "Das war ein Erlebnis", stimmen Beide überein. Und: "Die Spitzkoppe ist wunderschön, doch das Gestein ist sehr gefährlich." Zwei Tage lang hätten sie dort ohne Erfolg eine geeignete Route zum Gipfel gesucht. Zudem habe ein großer Felsbrocken, der sich gelöst hat, Fitchen fast das Leben gekostet. "Es war natürlich enttäuschend, dass wir nicht den Gipfel erreicht haben. Obwohl der Gipfel für einen Bergsteiger ein Höhepunkt ist, ist es aber wichtig, dass man die Umgebung genießt und daraus ein schönes Erlebnis macht", so Joseph.

Am Montag dieser Woche sind beide Südafrikaner nach Windhoek gereist, von wo sie ihre 14000 Kilometer lange Reise fortgesetzt haben. Die nächste Station heißt Sambia, wo sie bereits mehrere Termine an Schulen haben. Das nächste Ziel ist dann der Mount Kenya. Insgesamt zwei Monate haben sie für ihre Anreise eingeplant. "Wir haben schon den Kilimandscharo erklommen und wollen nun Afrikas zweihöchsten Berg besteigen", sagt Joseph. Fitchen habe den Kilimandscharo-Gipfel bereits im Alter von 15 Jahren erreicht. "Wir haben kein großes Interesse daran, die sieben höchsten Berge auf allen Kontinenten zu besteigen, sondern die sieben zweihöchsten Berge", sagt Joseph und begründet: "Diese Berge sind sehr oft schwieriger als die Höchsten."

Der Mount Kenya befindet sich - wie der Name sagt - in Kenia. Die höchste Spitze heißt "Batian" und liegt 5199 Meter über dem Meeresspiegel. Nachdem das Duo sein Ziel erreicht hat, wollen beide Abenteurer wieder mit öffentlichen Transportmitteln zurück nach Kapstadt reisen. Auf dem Rückweg wollen sie allerdings als "Leckerbissen" das Bergmassiv Mulanje in Malawi erklimmen (3002 Meter hoch).

Als Gepäck haben Joseph und Fitchen jeweils zwei Rucksäcke. Über 40 Kilogramm schleppen sie pro Mann - Wasser ausgeschlossen. In den Rucksäcken befindet sich ihre Ausrüstung und elektronische Ausstattung (Solarladegeräte, Laptop, Kameras, Mobiltelefone usw.) Um ihre Fans immer auf dem Laufenden zu halten, versuchen sie zumindest wöchentlich ihren Blog auf der Internetseite www.kape2kenya.com zu aktualisieren.

Wie sieht's mit dem Mount Everest aus? "Ich verspürte früher den Reiz, den höchsten Berg der Welt zu erklimmen. Doch jetzt würde ich lieber an einer Müllsammelaktion am Berg teilnehmen", sagt Joseph abschließend.

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