06 Februar 2019 | Natur & Umwelt

Von Hoffnung zu Entmutigung

Fohlen der Wilden Pferde getötet – Umsiedlung der Hyänen bislang ungeschehen

Tobende und spielende Fohlen prägten in den vergangenen Wochen den Blick auf die Wilden Pferde Namibias und schürten damit Hoffnung auf ihren Fortbestand. Doch diese wurde nun von erneuten Hyänenangriffen im Keim erstickt. Die vom Umweltministerium zugesagte Umsiedlung der Raubtiere blieb bislang aus.

Von Nina Cerezo, Windhoek/Aus

„Die letzte Stunde für die Wilden Pferde hat geschlagen“, lautet die Überschrift der am Montagabend veröffentlichten Pressemeldung der Wilden-Pferde-Stiftung Namibias (NWHF). Denn nur drei Wochen nachdem fünf Fohlen, einige tragende Stuten, wachsendes Gras und die Aussage des Umweltministeriums, die bedrohlichen Hyänen aus dem Garub-Gebiet bei Aus umzusiedeln, einen Funken Hoffnung versprüht haben, sieht das aktuelle Bild wieder düster aus: Das frische Leben auf der weiten Steppe wurde nahezu vollständig ausgelöscht – vier der fünf Jungtiere sind laut der Stiftung in den vergangenen Tagen den Raubtieren zum Opfer gefallen und die angekündigte Umsiedlung bleibt bislang ungeschehen.

Das Unheil hat gemäß der Stiftung im Jahr 2012 begonnen. Seitdem hätten immer wieder Tüpfelhyänen die Pferde gerissen und damit allein im Jahr 2013 den Bestand um rund 100 Tiere vermindert. Rund die Hälfte davon seien Fohlen gewesen. „Nicht ein Jungtier hat seitdem überlebt, sodass die jüngsten Pferde derzeit sieben Jahr als sind“, so die Stiftung. Insgesamt sei der Bestand von 286 (2012) auf aktuell 79 geschrumpft. „Damit stehen die Wilden Pferde nun erneut am Rande der Existenz“, lautet es.

Es war Ende November, als das Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) angekündigt hatte, die Hyänen umzusiedeln, um die Wilden Pferde als „nationales Erbe“ zu erhalten. In der damaligen Mitteilung sprach das Ministerium von „unmittelbaren Maßnahmen“, die ergriffen werden würden und zuletzt hatte Pressesprecher Romeo Muyunda Mitte Januar bestätigt, an den Umsiedlungsplänen der Raubtiere weiterhin festzuhalten (AZ berichtete). Dies beteuerte Muyunda auch gestern im AZ-Gespräch. „Es ist unglücklich, dass die zahlreichen Versuche im Dezember, die Hyänen zu fangen, gescheitert sind“, so der Pressesprecher, der weiter berichtet, dass der Vorgang daraufhin „wegen der Ferienzeit“ unterbrochen worden sei. Nun jedoch seien Mitarbeiter erneut vor Ort, heißt es, die damit beschäftigt seien, die „beste Fangmethode“ zu ermitteln.

Bewohner von Aus bezweifeln dies jedoch. Ein anonymer Informant berichtete, in diesem Jahr noch keinen Ministeriumsmitarbeiter gesichtet zu haben – und das, obwohl er fast täglich die Wilden Pferde besuche. Ebenso wenig seien Fuß- oder Reifenspuren zu sehen. Die vom Ministerium genannte „Überwachung der Tiere“ bezweifelt er somit stark. Dies bestätigt auch die Stiftung. Ihr zufolge habe das Ministerium zugesagt, Anfang dieses Jahres wieder aktiv zu werden. Seit mehr als einem Monat sei jedoch nichts geschehen.

„Was bleibt, ist die Garub-Ebene als Kampfplatz – auf dem die einzigen Verlierer die Wilden Pferde sind“, lautet es weiter. Und das, obwohl das ganze Land die Nachrichten der Umsiedlungspläne mit großer Freude aufgenommen habe. Nun liege die tatsächlich letzte Hoffnung bei den noch tragenden Stuten.

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