31 Oktober 2017 | Meinung & Kommentare

Vom Umgang mit der Geschichte

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet vergangene Woche auf die Mängel im Unabhängigkeitsmuseum öffentlich hingewiesen wurde. Jenem Gebäude, das von Nordkoreanern gebaut und eingerichtet wurde, was einer engen Staatenfreundschaft zuzurechnen ist, die dieser Tage für Verstimmung sorgte: Namibia wurde vergangene Woche vorgeworfen, gegen UN-Sanktionen gegen das kommunistische Land zu verstoßen. Beide Beispiele zeigen, wohin die Freundschaft mit Nordkorea führen kann.

Zurück zum Unabhängigkeitsmuseum, eines der prominentesten und zugleich hässlichsten sowie teuersten Gebäude in der Hauptstadt. Nun wurde offiziell bestätigt, dass es auch unvollständig ist. Es geht um die Ausstellung, die laut Vizebildungsministerin Nghipondoka „wesentliche Lücken“ hat, wie sie auf Nachfrage des Politikers Maamberua (SWANU) erklärte. Der wünscht sich, dass im Museum eine ganze Etage dem Völkermord gewidmet wird. Ob das umgesetzt wird, ist sehr fraglich. - Auf inhaltliche Fehler hat die AZ bereits kurz nach der Museumseröffnung im März 2014 hingewiesen, aber damals keine Antworten auf Verantwortlichkeiten oder Lösungsansätze erhalten. Dabei hatte die Geheimniskrämerei wahrscheinlich nur den Grund, von doppelter Unfähigkeit abzulenken: Unfähigkeit des namibischen Auftraggebers, die Geschichte selbst darzustellen, und Unfähigkeit des norkoreanischen Auftragnehmers, diese Historie in Ausstellungsform korrekt zu reflektieren. Die Ausstellung ist ein geschichtlicher Flickenteppich mit fehlenden und falschen Angaben.

Was lernen wir daraus: Seine Geschichte und Zukunft sollte man nicht anderen überlassen - schon gar nicht Nordkorea.

Stefan Fischer

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