06 Juni 2019 | Meinung & Kommentare

Vom Stellenwert der Frau

Dass weibliche Interessen in vielen Lebensbereichen zu kurz kommen, ist keine wilde Behauptung, sondern ein Fakt. Und während es unfair wäre, hinter dieser Gegebenheit blanke Absicht zu vermuten, ist den Entscheidungsträgern ein Fortbestand dieser Ungerechtigkeit durchaus vorzuwerfen.

Jedes Jahr stellt die Regierung ihren Haushalt vor, der einen Überblick der Einnahmen und Ausgaben des Staates liefert und daher auch die wahren Prioritäten der politischen Entscheidungsträger offenlegt. Liegt der Fokus beispielsweise auf der Armutsbekämpfung, so ist mit höheren Sozialausgaben zu rechnen. Ist das Ziel Industrialisierung, sind Wirtschaftsanreize und höhere Entwicklungsausgaben zu erwarten.

Ebenso müssen Geschlechterverhältnisse in der politischen Planung akribisch berücksichtigt werden, wie beispielsweise die Debatte in Deutschland um die Besteuerung von Binden und Tampons zeigt. Diese Sanitärprodukte gelten als Kosmetikartikel, auf denen der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent lastet und nicht der ermäßigte von sieben Prozent. Gegner der „Tamponsteuer“ sehen darin ganz klar eine „fiskalische Diskriminierung von Frauen“ und eine „unfaire Besteuerung der Monatsblutung“.

Noch eindeutiger ist die Vernachlässigung weiblicher Interessen in Namibia. So bemerkte Rakkel Andreas vom Forschungsinstitut IPPR, dass die Regierung zwar lautstark gegen häusliche und geschlechterspezifische Gewalt wettert, es aber in Namibia an Frauenhäusern mangelt – es gibt ein funktionierendes in Windhoek, sowie sieben weitere im Land verteilt, die allerdings unter lähmender Personalnot leiden. Dann wundert es auch keinen, dass sich in Namibia die wenigsten Opfer melden oder Anzeige erstatten. Doch mit einer angemessenen Prioritätensetzung wäre es für die Regierung ein Leichtes, mit diesen Einrichtungen Frauen in Not Zuflucht zu bieten.

Und genau aus Gründen wie diesen, ist es wichtig, dass Frauen in allen Gesellschaftsschichten vertreten sind, mitreden und Einfluss haben.

Clemens von Alten

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