03 April 2018 | Tourismus

Vier verschiedene Saattypen, eine dreiteilige Serie (Teil 2/3)

Die Hybridsaat

Die Saat ist im Gemüsegarten und auf dem Acker der Anfang allen Erfolgs. Daher ist es heutzutage wichtig zu wissen, welche Art von Saat dem jeweiligen Zweck am besten dient. Dies ist der zweite Teil in der dreiteiligen Serie, und dieses Mal geht es um Hybridsaat.

Eine Alternative zu GMO-Saatgut (genetisch modifizierte Saat) stellen Hybridsorten dar. Seit dem frühen 20ten Jahrhundert werden kommerziell Hybridsorten für die Landwirtschaft gezüchtet. Ein Hybrid ist das Resultat der Kreuzung zweier Spezies. Hybride Sorten sind meist sehr ertragsreiche Sorten die in der Agra-Geschichte eine große Rolle gespielt haben, da sie eine sehr viel produktivere Landwirtschaft ermöglicht. Hybridsorten eignen sich allerdings nicht dazu, aufbewahrt zu werden und deren Saat zum erneuten säen, da sie nicht samenfest sind. Das bedeutet, dass die anschließenden Pflanzengenerationen nicht die gleichen Merkmale aufweisen wie die erste ausgesäte Hybridgeneration. In der Praxis wird aus der Saat von dem prächtigen Mais im nächsten Jahr nur verkrüppeltes und kränkliches Gewächs, das keinen nennenswerten Ertrag bringt.

Die Vorteile der Hybridsorten sind also eindeutig starkes Wachstum, Resistenz gegenüber Krankheiten und Schädlingen, Uniformität und hoher Ertrag. Das macht sie attraktiv sowohl für eine großflächige, mit Maschinen betriebene Landwirtschaft, als auch für sehr kleine Gärten, wo ein hoher Ertrag auf einem kleinen Areal vonnöten ist. Hybridsaat ist generell einfach und in großen Mengen erhältlich.

Der Nachteil der dieser Sorten ist allerdings, dass diese Saat sehr teuer sein kann, jedes Jahr neu gekauft werden muss und dass sie an lokale Gegebenheiten nicht angepasst ist. Die in Namibia erhältlichen Hybridsorten sind überwiegend in Südafrika produziert worden. Damit sind sie also nicht an unsere namibischen Bedingungen gewöhnt, wie zum Beispiel die Trockenheit, was mitunter die Ernte reduzieren kann. Wichtig ist außerdem noch zu nennen, dass der Erwerb von Hybridsaat internationalen Konzernen zu Gute kommt und nicht der lokalen Wirtschaft. Das liegt daran, dass es keine lokalen Saatgut Firmen gibt die Hybridsaat herstellen. Auch sind die großen Agrarkonzerne dabei, sämtliche afrikanische Saatgutfirmen aufzukaufen. Ein weiterer Nachteil ist, dass Hybridsorten meist großflächig als Monokultur angepflanzt werden, was zu einem sehr hohem Chemieaufwand führt, der nachgewiesenermaßen schädlich für die Umwelt und der menschlichen Gesundheit ist.

Man erkennt im Handel die Hybridsorten daran, dass sie in ihrem Namen die Worte „STAR“ oder „Hybrid“ enthalten oder mit einer Nummer gekennzeichnet sind. Der meiste Mais, der in Gärten und im traditionellen Anbau im Norden angepflanzt wird, ist mittlerweile Hybrid-Mais. Daher ist das Aufbewahren der Saat für das nächste Jahr nicht mehr effektiv.

Für Großfarmer, die aus wirtschaftlichen Gründen nicht ihr eigenes Saatgut produzieren, stellen Hybridsorten eine exzellente Saatgutquelle dar. Für Kleinbauern und Gärtner ist dagegen die Frage wichtig, ob das Saatgut selber aufbewahrt werden soll. Dies hätte den Vorteil, dass sich die Pflanzen an die lokalen Bedingungen anpassen können, wofür meist zwei Jahre ausreichend sind. Wenn ja, sind Hybridsorten nicht das Richtige. Wenn nein, dann sind Hybridsorten zu empfehlen, da sie oft hohe Erträge erbringen können.



Fabian von Hase

Gleiche Nachricht

 

Ungewisse Zukunftsaussichten

vor 1 tag - 16 Juni 2021 | Tourismus

Von Steffi Balzar, Windhoek Präsident Hage Geingob eröffnete gestern offiziell die Konferenz der Welt-Tourismusorganisation (UNWTO), die noch bis heute in Windhoek stattfindet. Das Hauptaugenmerk der...

„Afrika als Marke“

vor 2 tagen - 15 Juni 2021 | Tourismus

Von Steffi Balzar, Windhoek In Windhoek findet zurzeit eine dreitägige Konferenz der Welt-Tourismusorganisation (UNWTO) unter dem Motto: „Strengthening Brand Africa for the Swift Recovery of...

Tourismusbranche ist „sehr nervös“

1 woche her - 10 Juni 2021 | Tourismus

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek „Die Infektionszahlen sind besorgniserregend und viele Unternehmer im Tourismus sind supernervös“, sagte Gitta Paetzold, Geschäftsführerin des Gastgewerbeverbandes (HAN), gestern im Gespräch...

Verkauf von Mushara Collection

1 woche her - 07 Juni 2021 | Tourismus

Windhoek (sb) - Eos Capital, ein führendes namibisches Private Equity-Unternehmen, hat vergangene Woche bekanntgegeben, dass es die „Mushara Collection“ über ihren Allegrow-Fonds erwerben wird -...

Wiederbelebung des Tourismus gerät ins Wanken

vor 2 wochen - 01 Juni 2021 | Tourismus

Swakopmund/Windhoek (er) • Internationale Reisebeschränkungen angesichts der Coronavirus-Pandemie haben Namibias Pläne, den Tourismussektor wiederzubeleben, ins Wanken gebracht. Besonders für Namibia wichtige Tourismusmärkte, wie Deutschland, England,...

Tourismus-Namibia-Magazin jetzt interaktiv

vor 3 wochen - 26 Mai 2021 | Tourismus

Auch in diesem Monat ist das Tourismus-Namibia-Magazin als interaktive digitale Publikation auf den Internetseiten der Allgemeinen Zeitung zu finden. Natürlich werden wir diese Ausgabe auch...

Erongo

vor 3 wochen - 24 Mai 2021 | Tourismus

Von Nicole GrünertDer Erongo gehört landschaftlich sicherlich zu den faszinierendsten Gegenden Namibias. Dies liegt vor allem an den spektakulären Verwitterungsformen, die besonders im Granitring des...

Klettern

vor 3 wochen - 24 Mai 2021 | Tourismus

Von Wiebke SchmidtSportklettern ist eine Sportart, die auch in Namibia immer mehr Anhänger findet. Seit 1966 ist Namibia als eine eigene Abteilung dem Verein Mountain...

The quintessential urban cruiser

vor 3 wochen - 24 Mai 2021 | Tourismus

by Augetto GraigIn an Urban Cruiser, grabbing opportunities comes naturally. That’s what this automobile is built for. Performance and energy efficiency, single-button convenience and confident...

Red sands of the Kalahari

vor 3 wochen - 24 Mai 2021 | Tourismus

By Frank Steffen & Chloe DurrThe Kalahari Semi-Desert covers an area of more than 900 000 square kilometres in the three countries Botswana, Namibia and...