11 Dezember 2002 | Politik

Viel Forschung - wenig Hilfe

Windhoek - Es gibt kaum ein afrikanisches Volk, über das derart viele Forschungsarbeiten erschienen sind und so häufig in der kommerziellen Werbung verwendet wird wie die San. Dennoch führen die San-Gruppen des südlichen Afrika eine ärmliche Existenz an der Peripherie.

Dies war eines der Tagungsthemen während der 6. Jahreshauptversammlung der Arbeitsgruppe für Volksminderheiten im Südlichen Afrika, Wimsa, vom 18. bis 22. November 2002 in Windhoek. Wimsa - Working Group for Indigenous Minorities in Southern Africa - ist es gelungen, während der letzen Jahre auch Vertreter der San-Minderheiten von Angola mit einzubeziehen, die zuvor wegen des dortigen Bürgerkrieges keinen Anschluss an ihre Kulturverwandten in den Nachbarländern gefunden hatten.


Das jüngste San-Treffen befasste sich mit Urheberrechtsfragen. "Die San sind die am meisten durchforschten Menschen. Die Information und Ergebnisse dienen den Akademikern häufig zum persönlichen und kommerziellen Gewinn", heißt es in einer Tagungsakte. Internationale Arzneihersteller haben die traditionellen Kenntnisse der San ebenfall genutzt. Jetzt wollen San-Organisationen mit der Hilfe von Rechtsberatern darauf achten, dass ihre allgemeinen und Urheberrechte geschützt werden. Als erster Erfolg gelten die Rechte im Zusammenhang mit der Hoodia-Pflanze (Sukkulente am Namibrand und auf dem Khomas Hochland) und der Teufelskralle.


Der Ausbau der traditionellen Führerschaft der San und die Einführung eines San-Rates für Namibia - wie er als effektives Organ schon in Südafrika existiert - zählen zur weiteren Beratung. Auch die Schul- und Fortbildung sowie Menschenrechte und die Bekämpfung von HIV/Aids zählen bei San-Beratungen zu den Dauerbrennern.


Als gefeierter kultureller Erfolg gilt die Herausgabe des Geschichtsbuches unter dem Titel "The Khwe of the Okavango Panhandle: The Past life". Hier handelt es sich um Stoff, den die San selbst zusammengetragen, niedergeschrieben und zum ersten Mal in einem Buch veröffentlicht haben.


Mit besonderer Dankbarkeit äußerte sich der Delegierte Daniel Casper aus Angola: "An Wimsa Anschluss zu finden, ist für die Angola-San wie eine Tür, die sich öffnet. Jetzt sehen wir einen Weg vor uns ..."


Etliche namibische San-Gruppen kämpfen in Namibia noch um die staatliche Anerkennung ihrer traditionellen Führer und Ratsleute, wie es die meisten Traditionalisten unter den Bantu-Gruppen schon längst errreicht haben.


Wimsa wurde 1996 auf Initiative von San-Gruppen in Südafrika, Botswana, Namibia, Angola, Sambia und Simbabwe gegründet. Die nichtstaatliche Organisation bildet ein Netzwerk zum Austausch unter den Gruppen, tritt als Interessenträger auf und bietet Möglichkeiten zur Fortbildung.


In begrenztem Maße steht den San auch das Zentrum für Rechtshilfe, LAC, von Windoek aus bei. Die Organisationen sind bei ihrer unabhängigen Hilfestellung mitunter dem Argwohn Präsident Nujomas ausgesetzt.

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