05 Februar 2019 | Natur & Umwelt

Verdacht fällt auf Vogelgrippe

Virusinfektion als Ursache für Massensterben von Pinguinen bestätigt

Das Verenden von ausgewach-senen Brillenpinguinen auf der Halifax-Insel bei Lüderitzbucht ist auf eine Virusinfektion zurückzuführen. Das Fischereiministerium geht von einer Vogelgrippe aus. Wissenschaftler sind nun über eine Verbreitung auf andere Vogelarten besorgt.

Von Erwin Leuschner

Swakopmund/Lüderitzbucht

Das Schlimme ist, dass wir so gut wie nichts tun können“, sagte die Biologin und Pinguinexpertin Dr. Jessica Kemper gestern im Gespräch mit der AZ. „Wir fühlen uns machtlos“, fügte sie schließlich hinzu. Schon seit Jahren kümmert sich Dr. Kemper um Brillenpinguine, eine Gattung, die es lediglich im südlichen Afrika gibt. „Es ist schwer zu sagen, wie viele Pinguine bereits verendet sind, doch wir rechnen mit mehr als 300 toten Tieren seit Dezember 2018“, so die Biologin.

Vor wenigen Tagen seien Mitarbeiter des Fischereiministeriums auf die Halifax-Insel gefahren, um verendete Pinguine einzusammeln und zu verbrennen. „Wir erhoffen dadurch eine Verbreitung des Krankheitserregers zu stoppen“, ergänzte Dr. Kemper, die die Virusinfektion bestätigte – ob es sich tatsächlich um Vogelgrippe handle, konnte sie allerdings nicht sagen. Bis dato sind ihr zufolge lediglich die Tiere auf der Halifax-Insel betroffen – auf den drei anderen Brutinseln, Mercury, Ichaboe und Possession habe es bislang keine auffälligen Todesfälle gegeben.

„Unsere größte Sorge ist die Tatsache, dass der Bestand dieser Pinguine als gefährdet gilt. Neben einem guten Bevölkerungswachstum, das bislang auf dieser Insel verzeichnet werden konnte, kommt es nun zu einer weiteren negativen Katastrophe für die Population der Pinguine“, teilte das Fischereiministerium auf AZ-Nachfrage mit.

Laut der Behörde wurden Proben von toten Pinguinen genommen, die nun beim zentralen Veterinärlabor getestet werden – die Ergebnisse sollen demnächst vorliegen. „Bei der Beobachtung von lebendigen und rehabilitierten Pinguinen haben wir Symptome für Vogelgrippe festgestellt und vermuten, dass dies die Todesursache sein könnte“, heißt es.

Inzwischen seien ähnliche Symptome bei einer Eilseeschwalbe festgellt worden. „Daher sind wir besorgt, dass die Infektion sich auf andere Vogelarten überträgt“, sagte Dr. Kemper. Auf der Insel Ichaboe gebe es eine der größten Kaptölpel-Populationen (cape gannet) in Namibia, auf der Insel Mercury zudem die größte Küstenkormoran-Population (bank cormorant). „Wir hoffen, dass das Virus nicht auch auf diesen oder anderen Inseln Tiere infiziert“, heißt es auch in der Erklärung des Fischereiministeriums.

Die Halifax-Insel befindet sich etwa zehn Kilometer westlich von Lüderitzbucht. Es sei die drittwichtigste Brutinsel der Brillenpinguine. Hier gebe es rund 2500 Pinguine, wobei der gesamte Pinguin-Bestand in Namibia auf 26000 geschätzt werde. „Wir haben versucht, kranke Pinguine wieder aufzupäppeln, doch sie sterben uns unter der Hand weg“, sagte Dr. Kemper. Und: „Die Anzahl gestorbener Pinguine hat einen großen Einfluss auf den gesamten Bestand. Es waren bestimmt einige Brutpaare dabei.“

Anfang 2018 wurde ein ähnliches Massensterben von Brillenpinguinen sowie anderen Seevögeln am Kap in Südafrika beobachtet, berichtete das Nachrichtenportal News24. Dort sei als Ursache Vogelgrippe bestätigt (H5N8) worden, insgesamt seien in den Monaten darauf mehr als 7500 Vögel verschiedener Arten verendet. Das Virus breite sich von einem Vogel zum nächsten entweder durch Schleim- oder Kot-Kontakt aus. „Es gibt keine Andeutung, dass sich

Menschen damit infizieren können, aber ein Restrisiko bleibt“, schrieb News24 damals.

Gleiche Nachricht

 

Pinguin-Sterben auf Halifax-Insel ist zurückgegangen

vor 6 tagen - 11 April 2019 | Natur & Umwelt

Swakopmund/Lüderitzbucht (er) – Das Sterben von Brillenpinguinen an den Folgen des vogelgrippeartigen Virus H5N8 soll in den vergangenen Wochen auf der Halifax-Insel vor der Südküste...

Anlaufstellen für Recycling

1 woche her - 09 April 2019 | Natur & Umwelt

Von Nina Cerezo, WindhoekDie Idee sei den Projektpartnern während der landesweiten Säuberungskampagne im Mai vergangenen Jahres gekommen: Zusammen haben die Unternehmen Rent-A-Drum und Plastic Packaging...

Etoscha-Ausreißer sicher in Nationalpark zurückgebracht

1 woche her - 05 April 2019 | Natur & Umwelt

Windhoek/Ondangwa (Nampa/nic) – Ein Nashorn, das aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Etoscha-Nationalpark ausgebrochen war, wurde Mittwochabend erfolgreich gefangen und zurück in den Park gebracht. Dies...

Kameldornbäume auf Tour durch Namibia

1 woche her - 05 April 2019 | Natur & Umwelt

Windhoek (nic) – Einen ganz besonderen Gast haben von nun an die Reisegruppen von ATC Namibia auf ihren Rundfahrten durch das Land – denn jeder...

Mehr als 245000 Tüten Müll

1 woche her - 04 April 2019 | Natur & Umwelt

Von Nina CerezoWindhoekDie Säuberungskampagne 2018 hat einen erheblichen Beitrag für die Sauberkeit und Gesundheit geleistet“, fasste Mbueta Ua-Ndjarakana, Staatssekretär des Informationsministeriums, am Dienstag bei der...

Ugab-Farmer erhalten Zugang zu Wasser

vor 2 wochen - 03 April 2019 | Natur & Umwelt

Windhoek/Uis (nic) – Eine Initiative im Kampf gegen den Mensch-Tier-Konflikt: Die De-Rust-Farm im Ugab-Rivier in der Kunene-Region verfügt seit kurzem über ein funktionierendes Bohrloch und...

Umweltminister stoppt Sandabbau

vor 2 wochen - 01 April 2019 | Natur & Umwelt

Uukwangula/Windhoek (Nampa/ste) - Das Ausmaß des scheinbar rücksichtslos ausgeführten Sandabbaus im Norden Namibias (hauptsächlich in den Regionen des Ovambolandes) hatte zum Ende des vergangenen Jahres...

Moratorium gegen Holzfällen wird zur Farce

vor 2 wochen - 29 März 2019 | Natur & Umwelt

Beobachter und Einheimische aus den Ost- und West-Kavango-Regionen behaupten in Gesprächen mit der NMH, dass der Holzvorrat im Kavango trotz massiver Transporttätigkeit nicht abnimmt. Dies...

Emsiges Treiben in der Kavango Region

vor 2 wochen - 29 März 2019 | Natur & Umwelt

Von C. Sasman & F. SteffenWindhoek Das Mururani-Heck, welches der Umwelt- und Veterinärkontrolle an der Stelle dienen soll, wo die B8-Hauptstraße zwischen Grootfontein und...

Jagdsaison in den Startlöchern

vor 2 wochen - 28 März 2019 | Natur & Umwelt

Von Nina Cerezo, Windhoek Laut der Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt und Tourismus (MET) findet die diesjährige Jagdsaison auf kommerziellen Farmen sowie in registrierten Hegegebieten,...