20 Juli 2020 | Tourismus

Veranstalter in Warteschleife

Handelsbedarf: Erhalt von internationalen Märkten unumgänglich

Geschlossene Grenzen und keine klare Richtlinie wie es in naher Zukunft weitergehen soll. Die Aussichten für hiesige Reiseunternehmen sehen nach eigenen Einschätzungen eher düster aus. Eine engere Zusammenarbeit aller Interessensträger scheint der einzige Ausweg zu sein.

Von Steffi Balzar, Windhoek

Viele namibische Reiseveranstalter sind von Touristen aus dem Ausland abhängig. Dieser Markt ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie vorerst zusammengebrochen. „Es gibt leider momentan nicht allzu viele Möglichkeiten für Reiseunternehmen sich bis zu einer Grenzöffnung über Wasser zu halten“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme von dem namibischen Verband für Tour-Anbieter (TASA) auf AZ- Nachfrage. Der Tourismus im eigenen Land müsse jedoch auf jeden Fall berücksichtigt werden. „Die Angebote für den lokalen Markt erbringen zwar häufig einen sehr geringen oder gar keinen Profit , haben aber vielen die Motivation geliefert, weiterzukämpfen”, so TASA. Ein weiterer Ansatz sei es, die Kosten weitgehend zu senken, um diese Krise zu überbrücken. „Das brachte bisher natürlich viele Entlassungen und Gehaltskürzungen in der Branche mit sich. Letztendlich geht es darum, wie lange die Krise andauert und wie viele Reserven die Unternehmen aufgebaut hatten“, hieß es ferner.

TASA ist ein Mitglied des Dachverbands aller Tourismusorganisationen (FENATA) und „arbeitet sehr eng mit diesem, als auch mit den anderen Verbänden, zusammen“. Die Zusammenarbeit aller Verbände sei sehr wichtig für eine gut funktionierende Tourismusbranche. Bezogen auf die derzeitige Situation und mögliche Lösungswege hieß es: „Es gab jede Menge Treffen, die hauptsächlich Mitglieder der FENATA mit den verschiedenen staatlichen Instanzen geführt hatte, letztendlich hängt aber die Entscheidung natürlich von der Regierung ab.“

Viele Reiseveranstalter warten auf eine klare Ansage wie es weitergehen soll und stellen darum nur vorsichtige Prognosen auf. Tanja Sentefol aus der Firmenleitung von SWA Safaris sagte im AZ-Gespräch: „Wir planen vorerst mit dem 18. September als Neustart für unsere Touren“. Der Großteil der Kunden des Unternehmens stammt aus Deutschland und den Niederlanden. Das voraussichtliche Ende des COVID-19-bedingten Notstands verbunden mit einer Aufhebung der Reisewarnung seitens der deutschen Bundesregierung sei hoffentlich der Zeitpunkt, an dem die Grenzen wieder vollständig geöffnet werden und Gäste ohne jegliche Quarantäne einreisen dürften. Diesbezüglich war der Minister für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus, Pohamba Shifeta, unlängst nicht bereit eine frühere Öffnung der Grenzen vollkommen auszuschließen.

Indessen steht das Reiseunternehmen laut Sentefol seit Mitte März still: „Als die Corona-Pandemie im März ausgebrach, waren wir uns anfangs gar nicht darüber im Klaren, dass sie so lange andauern könnte.“ Keiner der 20 Mitarbeiter wurde entlassen, doch gab es Gehaltkürzungen, damit sich das Unternehmen sich nicht verschulden muss. Zahlreiche Buchungen seien ins nächste Jahr verschoben und teilweise Rückerstattungen geleistet worden.

Anfragen gebe es nach wie vor - auch noch für dieses Jahr. „Die Menschen möchten auf jeden Fall noch reisen und es ist schön diese Bereitschaft zu sehen.“ Es sei allerdings deutlich, dass Touristen eine Reise verbunden mit vierzehntägiger Quarantäne ablehnen. „Zusammen mit unserem Reiseveranstalter in Deutschland schauen wir von Monat zu Monat wie es weitergeht“, so Sentefol. Da keine neuen Richtlinien bestehen, würden die Buchungen noch in den bisherigen Größenordnungen vorgenommen werden. Angst vor vollen Bussen scheine es demnach nicht zu geben. „Dennoch erkennen wir auch einen Anstieg bei der Anfrage der Selbstfahrer-Touren.“

Anscheinend sind sich die Interessenträger der Tourismusbranche teilweise uneinig, wie der Weg nach vorn auszusehen hat. Diesen Eindruck hat zumindest die Reiseunternehmerin und Mitinitiatorin der Initiative „Local Tourism Is Lekker“, Yvonne von Holtz. „Wir müssen zuerst die interne Zersplitterung in den Griff kriegen, bevor es eine Lösung geben kann“, so Holtz. „Es ist an der Zeit umzudenken und neue Wege zu gehen“, meinte die Unternehmerin in einem Gespräch mit der AZ. Ein möglicher Umbau des Windhoeker Flughafens könne Namibia zum direkten Anflugziel verändern und den Umweg über Südafrika ausschalten, so von Holtz.

Gleiche Nachricht

 

NWR kritisiert „Bosheit“

vor 1 tag - 26 Januar 2021 | Tourismus

Swakopmund/Namutoni/Windhoek (er) - Der staatliche Rastlagerbetreiber Namibia Wildlife Resorts (NWR) hat sich jetzt schriftlich über die heftige Kritik aus der Öffentlichkeit über die heruntergekommene Namutoni-Festung...

Tourismus sinkt auf Rekordtief

vor 6 tagen - 21 Januar 2021 | Tourismus

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek„Die Corona-Pandemie hat den Tourismus schwer getroffen“, teilte der Gastgewerbeverband HAN jetzt in einer Pressemitteilung mit. HAN hat zugleich einen Bericht über...

Namutoni-Festung wird infolge des Aufschreis gesäubert

vor 1 monat - 21 Dezember 2020 | Tourismus

Kaum hat das Umweltministerium den staatlichen Rastlagerbetreiber für die Misswirtschaft bei der baufälligen, maroden und heruntergekommenen Namutoni-Feste im Etoscha-Nationalpark (Bild links) gerügt, wurden Aufräumarbeiten (Bild...

Renovierungsarbeiten an Meile 108 sorgen für Ungemach

vor 1 monat - 17 Dezember 2020 | Tourismus

Windhoek/Henties Bay (ste/Erongo) - Urlauber, die sich auf ihren beliebten Camping-Urlaubsort Meile 108 gefreut haben, sehen sich teilweise enttäuscht von den Bauarbeiten, die dort auf...

Gastgewerbe in Talsohle

vor 1 monat - 17 Dezember 2020 | Tourismus

Von Frank Steffen, Windhoek Hatte das namibische Gastgewerbe im November 2019 eine Besetzung von 56,4 Prozent vermeldet, waren es in diesem Jahr nur 13,5 Prozent....

Namutoni-Festung befindet sich in desolatem Zustand

vor 1 monat - 15 Dezember 2020 | Tourismus

Die Namutoni-Festung im Etoscha-Nationalpark ist heruntergekommen, baufällig und schmutzig - das beweisen zahlreiche Fotos. Der staatliche Rastlagerbetreiber NWR hat nun Stellung bezogen: Es fehlt der...

Festung verkommt

vor 1 monat - 15 Dezember 2020 | Tourismus

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek Seit mehreren Jahren ist die Namutoni-Festung im Etoscha-Nationalpark für Besucher geschlossen. Ein Besucher hat sich aber vor kurzem in die Festung...

Freeédom!

vor 1 monat - 14 Dezember 2020 | Tourismus

While I swoon at the thought of escaping the dryness and heat of Windhoek and experiencing the beach sand between my toes and a cool...

Free as a Bird

vor 1 monat - 14 Dezember 2020 | Tourismus

by Erwin Leuschner“It’s time”, the pilot says and my heart skips a beat. My sweaty hands tremble. “Here we go”, I hear a faint voice...

Creating lifetime memories at Gondwana’s secret Desert Whisper

vor 1 monat - 14 Dezember 2020 | Tourismus

By Alexander Fase The first memory is that of my first trip overseas, from Amsterdam to New York’s JFK-Airport in August 1998. By invitation of...