06 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Vandalismus „made in France“

Namibia kann seine Museen an den Fingern abzählen und die meisten leiden an Geldmangel, sie sind von Spenden und Hilfe abhängig. Zweckgebundene Spenden dienen hauptsächlich dem Teil der Geschichte, der dem Interesse des Gebers entspricht. Unsere Volksgeschichte und Natur sind weniger von solchen Gaben abhängig. Der Erhalt dieser einzigartigen „Museen“ wird hauptsächlich von Tourismusunternehmen und -Organisationen finanziert, die dadurch etwas dazuverdienen – es ist ein Nehmen und ein Geben.

Ob Kirchen in Windhoek oder das Khorab-Denkmal bei Otavi, ob Kriegsgräber der Nama vom Groß-Nabas-Gefecht im Süden oder der Herero bei Hamakari (Waterberg), ganz zu schweigen von den vielen Schutztruppengräbern im ganzen Land: diese Stätten bleiben mehr oder weniger durch Privatinitiativen erhalten. Dazu gehören auch Denkmäler der Dorsland-Trekker (Afrikaner), das Schützenhaus in Keetmanshoop und viele andere Sehenswürdigkeiten.

Nicht weniger wichtig sind unsere vielen Stätten, an denen die Felsmalereien erhalten geblieben sind und mindestens ebenso wichtig ist unsere Natur – der Hintergrund zu unserer namibischen Entstehungsgeschichte. Das Naturschauspiel ist unser größtes Museum überhaupt!

Und nun haben wir bereits zum zweiten Mal binnen 24 Monaten Banausen aus Frankreich zu Besuch, die Namibia – dies große lebende Museum – weder respektieren noch schätzen. Beim ersten Mal wurden alle Verkehrsschilder beschmiert und zuletzt war das alte Bahnhofsgebäude bei Garub dran – es steht unter Denkmalschutz! Diesmal musste ein Kampplatz des Erongo-Plateau-Camps dran glauben – ein kleines Stückchen Paradies inmitten des Erongo-Gebirges mit seinen vielen Naturschauspielen und Felsmalereien. Diese Vollpfosten haben mühsam Erhaltenes zerstört! Bleibt zu hoffen, dass die französische Botschaft die Leute zur Rechenschaft zieht und diesmal wirklich das Geschehene wiedergutmacht. Das Bahnhofsgebäude ist jedenfalls nicht wieder in Ordnung gebracht worden.

Frank Steffen

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