29 August 2008 | Polizei & Gericht

Urteil: gemeinnützige Arbeit

Windhoek - "Ich habe bei meinem Amtsantritt erlebt, dass eine Person wegen Ladendiebstahls über ein Jahr im Gefängnis verbrachte, weil der Fall vertagt wurde, dann Rechtsbeistand gefunden werden musste und schließlich die Person zu einem Monat Haftstrafe verurteilt wurde. Und das alles wegen eines Stück Boerewurst im Wert von zehn Namibia-Dollar", sagte der Minister für Innere Sicherheit, Polizei und Justizvollzug, Dr. Nickey Iyambo gestern, als er die nationale Konferenz für Ableistung gemeinnütziger Arbeit eröffnete.

"Ein Gefängnis ist nicht der ideale Platz für Personen, die zum ersten Mal wegen kleiner krimineller Vergehen verurteilt wurden, da sie dort nicht rehabilitiert werden und zweitens weil die Gefängnisse den Staat sehr viel Geld kosten", sagte Iyambo. Verschiedene Länder hätten Studien in Auftrag gegeben, die schließlich belegt hätten, dass die Verurteilung zur Ableistung gemeinnütziger Arbeiten weitaus kostengünstiger sei als jeden Kriminellen ins Gefängnis zu stecken. "In unseren Gefängnissen sind 31,4 Prozent der Insassen Personen, die kurze Haftstrafen absitzen, weil sie wegen Einbruchs, Ladendiebstahls, Schlägerei, Verkehrsdelikten, Zerstörung von Eigentum oder anderen kleineren Vergehen verurteilt wurden", so der Polizeiminister. Solche Vergehen könnten mit der Ableistung gemeinnütziger Arbeit bestraft werden. Dadurch würden die Kleinkriminellen nicht in Berührung mit Schwerverbrechern kommen und von beeinflusst werden und es könnten die hohen Kosten eines Gefängnisaufenthalts vermieden werden.

" Wir sind über die öffentliche Sicherheit der Einwohner sehr besorgt und natürlich müssen wir Verbrecher, die eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen inhaftieren, aber Kleinkriminelle stellen keine Gefahr für den Mann auf der Straße dar. Diese Menschen in ein Gefängnis mit Schwerverbrechern zu stecken, bedeutet sie zu richtigen harten Verbrechern auf Kosten des Steuerzahlers zu erziehen", sagte Dr. Iyambo. Bei der Ableistung von Sozialstundenaufträgen wird der Verurteilte bestraft, indem er seine Dienste zum Vorteil der Gemeinschaft einsetzen muss. Dies bedeute kostenlose Arbeit und der ganze Prozess habe noch eine heilende Wirkung und sei eine Entschädigung für das Opfer. Diese Art der Bestrafung würde Namibia helfen nicht mehr als Land mit hoher Einkerkerungsrate dazustehen. "Im Vergleich zu anderen SADC-Staaten sind in Namibia pro 100000 Einwohner 260 im Gefängnis, in Malawi 65, in Lesotho 120, in Tansania 135 und in Sambia 140", betonte der Minister. Am 31. Dezember des vergangenen Jahres hätten sich in den Zellen im Lande 4061 Personen befunden und ein Drittel dieser Häftlinge hätten eine Haftstrafe von weniger als zwei Jahren absitzen müssen. Im gleichen Jahr (2007) seien 3544 Häftlinge ins Gefängnis gesteckt worden und haben ihre Strafe abgesessen, ohne rehabilitiert zu werden, da ihre Strafen so kurz gewesen seien.

Das einjährige Pilotprojekt in der Caprivi-, Kavango-, Oshana- und Kunene-Region sei gut verlaufen und habe wertvolle Erkenntnisse geliefert, so der Minister. Die Konferenz endet heute.

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