31 Dezember 2004 | Kommentar

Unterm Strich ein positives Jahr

In wenigen Stunden wird das Jahr 2004 abgelöst. Atemberaubend waren noch die letzten Tage: Eine inzwischen sechsstellige Zahl der Todesopfer nach der großen Flutwelle in Asien, erneute Bombenanschläge mit Toten im Irak, fanatisch motivierter Mord im Nahen Osten - das Jahr 2004 klingt mit negativen und traurigen Ereignissen aus, die betroffen machen. Derweil werden heute auch die Namibier wieder ihre persönliche Bilanz für das abgelaufene Jahr ziehen. Was hat mich bewegt, was hat es mir gebracht? Diese Fragen muss jeder für sich selbst beantworten. Abseits der "politischen Großwetterlage" muss man konstatieren: Für Namibia war es ein gutes Jahr.

Allein durch die Entfernung zu den den Orten, aus denen oben genannte Katastrophen und Gewalt für Schlagzeilen sorgen, können wir zufrieden sein. Namibia ist 2004 weder von kriegerischer Auseinandersetzung, noch von Naturkatastrophen heimgesucht worden. Frieden und Stabilität haben das Jahr zuallererst gekennzeichnet, auch und vor allem wegen der Wahlen. Die waren natürlich das bestimmende Thema.

Freilich haben sich für den einen oder anderen nicht die Hoffnungen und Erwartungen bezüglich der Wahlen erfüllt und offenbarte so manches Vorgehen und Verhalten, zum Beispiel der Wahlkommission, eklatante Schwächen. Dass das Wahlergebnis nach Anfechtung einer gerichtlichen Überprüfung harrt und das Urteil uns nicht mehr in diesem Jahr ereilt, ist sicher ein Wermutstropfen. Aber immerhin hat Namibia in Frieden gewählt und dabei auch den Nachfolger von Unabhängigkeits-Präsident Nujoma bestimmt - und dabei auch in Sachen Demokratie hinzugelernt. Das Beispiel hat deutlich gemacht: Es lohnt sich, nachzudenken, zu hinterfragen und zu handeln. Mut und Selbstbewusstsein sind allemal löblich, selbst wenn das Resultat dessen auch Enttäuschung bringen kann. Das gilt ebenso für die Landreform. Denn trotz der härteren Gangart, die in diesem Jahr durch das Ankündigen von Enteignungen eingelegt wurde, haben alle Seiten gezeigt, dass sie dialogbereit und nicht so fern der Vernunft sind.

Selbstbewusstsein, Mut, Dialog und Vernunft brauchen das Land und die Menschen auch im kommenden Jahr, denn eines ist klar: Die Probleme werden nicht weniger. Brennpunkte wie Arbeitsmarktmisere, Armut, Bildungsnachholbedarf, HIV/Aids, Korruption und Ramatex sind mit dem zu Ende gehenden Jahr nicht abgeschlossen und werden uns auch 2005 beschäftigen. Um zu verstehen, zu kontrollieren und notfalls zu intervenieren, brauchen wir ein wachsames Auge und gesunden Menschenverstand.

Beim Rückblick auf 2004 bleibt unterm Strich die Bilanz eines positiven Jahres. Darüber gab und gibt es im privaten Kreis sicher viel zu diskutieren, zu analysieren und zu planen. Und deshalb sollte das Gebot in des Jahres letzter Stunde sein: zurückschauen, die Lehren aus 2004 ziehen und für die Zukunft planen. Dafür allen eine glückliche Hand!

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