29 September 2020 | Bildung

UNICEF ruft zur Schulöffnung auf

„Wir könnten eine ganze Generation verlieren“

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hat Regierungen, Eltern und Lehrer im östlichen und südlichen Afrika dazu aufgerufen, Schulen wieder zu öffnen, da dies sonst für die Zukunft des Kontinents drastische Konsequenzen haben könnte.

Von Steffi Balzar, Windhoek

Sichere Schulöffnung würden laut UNICEF nicht nur die derzeit eskalierenden zusätzlichen Kosten für alle Beteiligten senken, sondern auch verhindern, dass verpasstes Wissen für immer verloren geht. Laut UNICEF-Erklärung gibt es ermutigende Berichte, dass 13 von 21 Ländern im östlichen und südlichen Afrika den Anwesenheitsunterricht fortgesetzt haben (darunter auch Namibia und Südafrika) und vier weitere einen Termin für die Rückkehr der Schüler festgelegt haben. Länder mit einer riesigen Schülerpopulation, wie beispielsweise Kenia, müssten jedoch erst noch entscheiden, ob sie die Schulen in diesem Jahr wieder öffnen würden. Dies würde Kindern weiterhin Gefahren aussetzen, die außerhalb der Schule auf sie lauern.

„Von den circa 65 Millionen Kindern, die in dieser Region momentan nicht zur Schule gehen, haben nur etwa 50 Prozent Zugang zu einem alternativen Lernformat“, so UNICEF. Neben einem Anstieg von Gewalt gegen Kinder würden zudem Millionen von Kindern nach wie vor die einzige nahrhafte Mahlzeit des Tages verpassen, die sie normalerweise in den Schulen erhielten. „Sieben Monate nach Beginn der Pandemie müssen wir uns über den Ernst dieser Krise im Klaren sein: Wir laufen Gefahr, eine Generation zu verlieren“, sagte Mohamed Malick Fall, der Regionaldirektor für UNICEF im östlichen und südlichen Afrika. „Wir sehen Wissensverluste, steigende Gewalt, zunehmende Kinderarbeit, Zwangshochzeiten, Teenagerschwangerschaften und mehr Unterernährung“, so Fall.

„Wir befinden uns in einer Zeit beispiellosen Bevölkerungswachstums“, gab Fall an. Zukünftige Arbeitskräfte könnten seiner Meinung nach einen wirtschaftlichen Aufschwung unterstützen und die Armut in Afrika drastisch verringern, wenn sie in der Schule einen qualitativ hochwertigen Unterricht erhielten. Laut UNICEF kann dieses Ziel erreicht werden. Die sichere Wiedereröffnung der Schulen bis Anfang Oktober dieses Jahres würde es Schülern ermöglichen, das akademische Jahr zu beenden und die Gefahr eines dauerhaften Schulabbruchs abzuwenden.

Der Aufruf von UNICEF basiert eigenen Angaben zufolge auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die darlegen, dass Kinder keine Superverbreiter von COVID-19 sind. Zudem seien im südlichen und östlichen Afrika lediglich 2,5 Prozent der Fälle auf Kinder im schulpflichtigen Alter (5-18 Jahre, WHO) zurückgeführt worden. „Zu Beginn dieser Pandemie wurden große Anstrengungen unternommen, um auf die Gefahren des Virus aufmerksam zu machen“, so Fall. „Die Dinge haben sich weiterentwickelt. Wir wissen jetzt, dass größere Gefahren für Kinder bestehen, wenn sie sich außerhalb des Klassenzimmers aufhalten. Diese Botschaft muss gehört werden“, sagt der UNICEF-Vertreter.

Entscheidend ist laut UNICEF, dass es eine wachsende regionale und globale Praxis gibt, die zeigt, dass die sichere Wiedereröffnung von Schulen mit politischem Willen und gemeinschaftlichem Engagement möglich ist.

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