11 Juli 2019 | Polizei & Gericht

Unfallstelle wurde manipuliert

Straße wurde gleich nach der Dippenaar-Kollision geebnet

Nur wenige Stunden nach dem verheerenden Frontalzusammenstoß am 29. Dezember 2014 zwischen Swakopmund und Henties Bay, den der mutmaßliche Unfallfahrer Jandré Dippenaar verursacht haben soll, wurde die Straße ohne die Genehmigung der Polizei mit einem Straßenhobel geebnet - wichtige Spuren wurden dabei beseitigt.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund

„Ich war sprachlos und wusste einfach nicht, wer die Spuren am Tatort manipuliert hatte“, sagte gestern die leitende Ermittlerin Paula Havenga vor dem Regionalgericht in Swakopmund aus. Havenga, die seit 30 Jahren bei der Polizei als Ermittlerin tätig ist und seit dem Jahr 2004 in Henties Bay stationiert ist, hatte die Untersuchungen zu dem Unfall geleitet und wurde gestern vernommen.

Dippenaar wird sechsfacher Mord zur Last gelegt. Er soll an dem Unglückstag an einer unübersichtlichen Stelle mit hoher Geschwindigkeit mehrere Fahrzeuge überholt und eine Frontalkollision verursacht haben. Er war mit einem Toyota FJ Cruiser unterwegs, in dem JC Horn (27), Dinah Pretorius (30) und Charlene Schoonbee (24) durch den Unfall ums Leben kamen. In dem anderen Fahrzeug, einem Ford Ranger, reiste eine vierköpfige Familie aus Deutschland. Von den Touristen überlebte nur die jüngste Tochter, Antonia.

Havenga gab zu Protokoll, dass sie am Nachmittag des 29. Dezember 2014 von Walvis Bay in Richtung Henties Bay gefahren sei. Sie und eine Kollegin hätten die Leiche eines kleinen Jungen zur Leichenhalle in Walvis Bay bringen wollen, nachdem der Junge am gleichen Morgen bei einem tragischen Unfall in Henties Bay ums Leben gekommen war.

„Auf der Höhe von Wlotzkasbaken sahen wir dicken schwarzen Rauch am Horizont“, sagte sie. Nahe der als „die Walle“ bekannten Angelstelle, sei sie unmittelbar nach einer eindeutigen Anhöhe auf die Unfallstelle gestoßen. Der FJ Cruiser habe lichterloh gebrannt. Sie habe Dippenaar am Rande liegen sehen und ihn gefragt, ob sich weitere Personen im FJ Cruiser befunden hätten. „Er hat ‚Nein‘ geantwortet“, sagte sie aus und fügte hinzu: „Ich war besorgt, weil der Wagen noch heftig brannte.“

Erst nachdem das Feuer gelöscht worden sei, habe sie dann die drei ausgebrannten Leichen im FJ Cruiser erkannt. Sie habe die Leichen in zwei Leichenwagen verstaut, wonach Abschleppwagen die Unfallfahrzeuge von der Straße entfernt hätten. „Ich habe wichtige Spuren auf der Straße mit Eisenstiften gekennzeichnet und die Unfallstelle mit Polizeiband abgeriegelt. Danach haben wir vorübergehend den Unfallort verlassen, um die Leichen nach Walvis Bay zu schaffen“, führte sie aus.

Sie sei kurz nach Mitternacht wieder zurückgekehrt und habe mit Entsetzen festgestellt, dass das Band entfernt worden und der Abschnitt mit einem Straßenhobel geglättet worden sei - nur wenige Stunden nach dem Unfall. „Jemand hat am Beweismaterial manipuliert“, behauptet sie. Sämtliche Spuren und Kennzeichnungen, die für eine Unfallrekonstruktion benötigt worden seien, waren entfernt worden. Am folgenden Tag habe sie sich beim Stadtdirektor von Henties Bay erkundigt, wer die Straße noch am Abend hatte ebnen lassen? „Er sagte mir, dass er nicht den Auftrag erteilt hatte“, sagte sie.

Daniel Lange, Chef der Verkehrspolizei in der Erongo-Region, bestätigte während seiner Vernehmung, dass die Straße in der Tat nach dem Unfall gehobelt worden sei. Allerdings habe auch er keinen solchen Auftrag gegeben und wisse nicht, wer dafür verantwortlich gewesen sei.

Das Verfahren wird heute fortgesetzt.

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