08 November 2019 | Polizei & Gericht

Unfallfahrer auf 11 Mio. N$ verklagt

Eltern von getöteter Schülerin und deren verletzter Freund verlangen Schadensersatz

Drei Jahre nachdem die 18-jährige Dunja von Dewitz bei einem Verkehrsunfall getötet und ihr Freund Roedolf Jaco Visser schwer verletzt wurden, haben deren Eltern den Fahrer des Unfallwagens bzw. dessen Erziehungsberechtigte auf Entschädigung von über elf Millionen N$ verklagt.

Von Marc Springer

Windhoek

Die Forderung richtet sich gegen den Hauptbeklagten Jacobus van Schalkwyk sowie dessen Eltern Piet und Liezl. Hintergrund ist ein Unfall, der sich am 15. Oktober 2016 gegen 1.30 Uhr auf der Mandume-Nedumufayo-Straße in Windhoek ereignet hat. Damals hatten sich von Dewitz und Visser als Passagiere in einem Ford Figo befunden, als der Fahrer van Schalkwyk die Kontrolle über den Wagen verlor und sich dieser überschlug.

Von Dewitz wurde auf der Stelle getötet und Visser schwer verletzt. Weil van Schalkwyk den Unfallort angeblich verlassen und es einige Ermittlungspannen auf Seiten der Polizei gegeben hatte, verstrichen mehrere Wochen, bis er als der Unfallfahrer identifiziert und wegen fahrlässiger Tötung angeklagt wurde. Nachdem er erstmals am 12. Dezember 2016 am Magistratsgericht erschienen und sein Prozess anschließend mehrmals vertagt wurde, ließ die Staatsanwaltschaft das Verfahren im Juli 2017 vorläufig einstellen, weil bis dahin noch immer prozessrelevante Unterlagen wie der Obduktionsbericht und einige eidesstattliche Erklärungen von Zeugen nicht vorlagen.

Die zivilrechtliche Klage gegen van Schalkwyk, die sich auch gegen dessen Eltern richtet, weil er zum Zeitpunkt des Unfalls noch minderjährig war, stützt sich auf den Vorwurf, dass dieser im alkoholisierten Zustand und mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren sei. Weil er das Unglück deshalb angeblich verschuldet hat, verlangen die Eltern der getöteten von Dewitz von ihm bzw. seinen Eltern zusammengerechnet Schmerzensgeld von 5,2 Millionen N$. Diese Summe leiten sie unter anderem daraus ab, dass sie der Verlust der Tochter schwer traumatisiert und eine Depression bei ihnen ausgelöst habe, für die sie psychologisch betreut werden und Medikamente nehmen müssten.

Ferner beruft sich das Ehepaar auf einen Verlust an Einkommen und Lebensqualität, weil ihre Tochter nicht wie geplant die Familienfarm Otjundi werde übernehmen und sie sich folglich nicht wie beabsichtigt im Alter von 55 Jahren würden zur Ruhe setzen können.

Die Eltern des verletzten Visser fordern zusammen eine Entschädigung von rund 850000 N$ und machen dabei geltend, der Tod der Freundin ihres Sohnes habe sie derart traumatisiert, dass sie mehrere Tage nicht hätten arbeiten können. Abgesehen von dem dadurch bedingten Einkommensverlust hätte sie psychologische Betreuung beanspruchen müssen, wodurch ihnen Unkosten entstanden seien, die der Verkehrsunfallfonds (MVA) nicht erstattet habe.

Als fünfter Kläger fungiert der bei dem Unfall verletzte Visser, der von den Antragsgegnern eine Wiedergutmachung in Höhe von 4,7 Millionen N$ verlangt. Zur Begründung heißt es in der Klageschrift, Visser habe bei dem Unfall schwere Kopfverletzungen und Prellungen am Oberkörper erlitten und drei Tage im Koma gelegen. Ferner leide er bis heute unter Angstzuständen und Schuldgefühlen hinsichtlich des Todes seiner Freundin.

Aufgrund dieser Beeinträchtigung werde er seine Arbeit nicht mehr mit der vorher üblichen Effizienz erledigen können und habe inklusiver Behandlungskosten und Entschädigung für emotionales Leid dafür Schmerzensgeld von 4,7 Millionen N$ verdient.

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