16 Juli 2021 | Natur & Umwelt

UN soll Fracking verbieten

Interessenträger fordern Verbot - ReconAfrica feiert Erfolg

Die namibische Regierung scheint weltfremd in ihrem Entschluss die Ölförderung ReconAfricas zu unterstützen während sich der Rest der Welt dem Kampf gegen die Klimaänderung stellt und jegliche Umweltrisiken versucht auszuschalten. Indessen kündigt das Ölexplorationsunternehmen erneut Erfolge ohne unterstützende Daten an.

Von Frank Steffen, Windhoek

Während die namibische Regierung bisher eindeutig dem kanadischen Gas- und Ölexplorationsunternehmen Reconnaissance Energy Africa (ReconAfrica) den Rücken deckt, was die Ölexploration in den Kavango-Regionen anbetrifft, schreitet die internationale Entwicklung dahingehend voran, dass Fracking sogar verboten werden soll. Irland wird von einer Koalition von Fachkräften und Umweltorganisation dazu angehalten, der UN-Vollversammlung einen Vorschlag zu unterbreiten, die Ölförderung durch Fracking gänzlich zu verbieten.

„Mehr als 700 globale Organisationen bitten Irland um die Einführung einer UN-Resolution für ein Verbot von Fracking“, heißt die Überschrift der Mitteilung, die unter anderen von Persönlichkeiten wie der amerikanischen Wissenschaftlerin Sandra Steingraber, Michele Fetting (Programmdirektorin des „Breathe-Projekts“), dem deutschen Aktivisten und Berater für Umweltfragen, Andy Gheorghiu, sowie dem Umweltanwalt, Scott Edwards. Die internationale Koalition von Befürwortern, Ärzten und Wissenschaftlern beruft sich auf Irlands Ruf, sich für den Umweltschutz einzusetzen.

Die Resolution betont die Dringlichkeit angesichts der Tatsache, dass sich Fracking auf Menschenrechte, Klima, Umwelt und die öffentliche Gesundheit auswirke. Unter den Antragstellern erscheinen die Namen von Jane Fonda, Mark Ruffalo, Bill McKibben und weiteren hochkarätigen Persönlichkeiten - mehr als 100 irische Gruppen haben sich ebenfalls gemeldet. „Die Einführung der Resolution wäre ein weiterer Schritt in Irlands Bemühungen, Fracking-Gas abzulehnen, da das Erreichen unserer Klimaziele mit der Fortführung des Fracking-Betriebs, dessen Infrastrukturausbau und der Abfallentsorgung unmöglich ist“ heißt es in der Aufforderung an die irische Regierung und die UN-Botschafterin Geraldine Byrne Nason.

Gestern kündigte ReconAfrica an, dass die Bohrarbeiten an Bohrloch Nummer 6-1 nun ebenfalls erfolgreich abgeschlossen worden sind - erneut ohne jegliche Datenangaben. Viceroy Research startete daraufhin einen neuen Angriff und warf ReconAfrica die fehlende Transparenz vor. Die Genehmigung für seismische Vermessungen sei angesichts der fehlenden Datenangaben irregulär. Bisher hat der Umweltkommissar seinen Entschluss nicht erklärt.

ReconAfrica schließe unvermindert nicht das Fracking aus, so Viceroy. ReconAfrica hatte im Gegenteil angekündigt, dass „das namibische Volk und die Regierung entscheiden werden, auf welche Art Öl gewonnen werden soll.“ Damit scheint Fracking tatsächlich nicht vom Tisch, denn bisher waren die Regierungserklärungen diesbezüglich offensichtlich ergebnisoffen.

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