30 Oktober 2020 | Politik

Umweltministerium widerlegt Studie

Bericht ignoriert Verbesserungen - HSS wartet mit Lösung auf

Das Umweltministerium versucht den Spieß umzudrehen, indem es selbst die Kritik des Instituts für öffentliche Politforschung IPPR an der mangelhaften Verwaltung und Misswirtschaft im Bereich Naturressourcen, zurückweist und hinterfragt. Indessen erkennt die Hanns-Seidel-Stiftung Handlungsbedarf und schreitet zur Tat.

Von Frank Steffen, Windhoek

Der IPPR-Bericht über den Schwund des namibischen Naturkapitals, welcher laut seines Verfassers, Frederico Links, „der Presse zugespielt“ worden war, sei nur ein vorläufiger Entwurf gewesen. Links stellte gestern formell den Bericht vor. Allerdings scheint der Inhalt unverändert zu sein und so hielt das Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus (MEFT) bereits gestern eine Gegendarstellung bereit.

In seinem Bericht über steigende Wilderei, unkontrolliertem Kahlschlag in den Wäldern im Nordosten Namibias und planlosem Sandabbau (vor allem in den Norden-Regionen), hatte das Institut für öffentliche Politforschung (IPPR) teilweise gnadenlose Kritik an der Regierung und seinen ausführenden Organen geübt. Lasche Ausführung der Plichten sowie korruptes Verhalten im Dienst würden im Wesentlichen zur „Erschöpfung des Naturkapitals“ beitragen (AZ berichtete).

Dem widerspricht das MEFT: „Wir lehnen die Mehrheit der Meinungen und des Inhalts ab, da der Bericht nicht nur die Bemühungen des Ministeriums, sondern im weiteren Sinn auch die des Staates, unbeachtet lässt.“ Viele Feststellungen und Vorschläge seien „unbelegt, falsch und irreführend“, welches dem Mangel an eingehenden Forschungen sowie dem Fehlen von statistischen Analysen zuzuschreiben sei.

Die Wilderei habe zweifelsohne in den Jahren 2015/16 einen Höhepunkt erreicht, doch habe sie in den Jahren danach aufgrund diverser Eingriffe und Maßnahmen seitens des MEFT, kontinuierlich abgenommen. „Der Bericht erwähnt nicht, dass das Ministerium im Jahr 2017 massive Erhöhungen der Bußgelder und Haftstrafen durchgesetzt hat“, bemerkte der anwesende Vize-Direktor des MEFT, Johnson Ndokosho, räumte aber Nachlässigkeit bei der Kontrolle über das Schlagen von seltenem Rosenholz ein.

Ebenfalls unbeachtet geblieben, seien die Fortschritte bei der Erstellung der Novelle, die letztendlich die alte Naturschutz-Verordnung des Jahres 1975 ersetzen soll. Das sogenannte Wildlife Management and Protected Areas Bill sei bereits vom Kabinett gutgeheißen worden und werde nun vom Parlamentsausschuss für Gesetzgebung fertiggestellt - das Dementi erklärt allerdings nicht, warum die Fertigstellung und Verabschiedung dieses Gesetztes, nun bereits seit 2018 andauert.

Der Lokalvertreter der Hanns-Seidel-Stiftung, Dr. Clemens von Doderer, erkennt indessen auch Fortschritt. In Reaktion auf die Frage der AZ, inwiefern Aufklärung über nachhaltige Holznutzung geschehe, konnte er erfreut mitteilen, dass sich die HSS erfolgreich für ein Programm habe einsetzen können, demzufolge demnächst mit deutscher Hilfe ein Sensibilisierungsprogramm eingeführt werden soll.

„Allem voran sollte ein Forstregister erstellt werden, in dem der Waldbestand aufgenommen wird. Man kann etwas nur verwalten, wenn man weiß wieviel man davon hat“, empfahl er. Es sei des Weiteren wichtig, den Menschen auf dem Lande, aber auch auf Regional- sowie Landesführungsebene die Wichtigkeit eines Forstbestandes klar zu machen: „Es geht nicht nur um die Bäume, sondern auch um die Kohlenstoff-Abscheidung und -Speicherung , Wassererhalt, Futter und wirtschaftliche Nutzung durch den Menschen. Es geht um die Zusammenlegung der bekannten Nachhaltigkeitskriterien aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Perspektive.“

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