17 Februar 2021 | Wirtschaft

Umstrukturierung empfohlen

Erwartete Verluste könnten NWR in finanzielle Bedrängnis bringen

Ein unabhängiger Analyst untersucht die Profitabilität von Namibian Wildlife Resorts (NWR) und kommt zu dem Schluss, dass die Firma trotz erstmaligen Profiten 2019 ohne Umstrukturierung Ende Oktober in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten geraten könnte.

Steffi Balzar

Windhoek

Der unabhängige Analyst Rainer Ritter hat Ende vergangenen Jahres im Rahmen einer Untersuchung des Ministeriums für Staatsunternehmen einen Bericht erstellt, in dem er die Profitabilität von Nambian Wildlife Resorts (NWR) unter die Lupe nimmt. Dem Bericht zufolge hat NWR im Jahr 2019 erstmals einen Gewinn von 22,45 Millionen N$ erzielt. Grund dafür sei die Steigerung der Rentabilität der Unterkünfte in Okaukuejo, Halali, Namutoni, Sesriem, Sossus Dune und Hobas sowie die Einsparungen von 20,1 Millionen N$ bei den Kosten, die durch die Hauptverwaltung anfallen. „Dennoch kann man wohl mit Sicherheit sagen, dass die Kosten für die Zentrale im Vergleich zur Betriebsgröße etwa 35 Prozent zu hoch sind“, so Ritter.

Der aktuelle Vorstand und das Managementteam hätten zwar bewiesen, dass NWR schwarze Zahlen schreiben könne, „aber 2019 war auch aus touristischer Sicht ein außergewöhnliches Jahr. Der Tourismus wird sich nicht so schnell wieder auf demselben Niveau befinden“, heißt es ferner. „Am 31. Oktober 2019 betrug das Eigenkapital insgesamt 482 Millionen N$, durch den erwarteten Verlust von 154 Millionen N$ Ende Oktober 2020 wird die Bilanz jedoch erheblich geschwächt“. Der erwartete Verlust von 123 Millionen N$ Ende Oktober 2021 könnte NWR laut Bericht in eine sehr ernste finanzielle Lage bringen, wodurch eine Umstrukturierung unumgänglich werde. Die NWR „Classic Resorts“ tragen laut Unterlagen 67,8 Prozent zum Umsatz und circa 74,2 Prozent zum Gewinn des Unternehmens bei, wobei Okaukuejo die profitabelste Unterkunft von NWR ist, gefolgt von Halali. „Die Gewinne stammen von den Einrichtungen in der Etoscha-Pfanne, wobei die Monopolstellung von NWR hilft, da kein privater Betreiber Zugang zu Etoscha erhält“. Gross Barmen und Hardap seien dagegen Verlustbringer und würden eher von der lokalen Bevölkerung und nicht von Überseetouristen genutzt.

Von den NWR-Camping-Plätzen würden Sesriem, Olifantsrus und Hobas den meisten Gewinn abwerfen. Sesriem, Sossusvlei und Etoscha seien somit die bevorzugten Reiseziele von Touristen. Die küstennahen Rastlager und Campingplätze (Torra Bay, Mile 72, Jakkalsputz, Mile 108, Mile 14 und Terrace Bay) können laut Bericht als eine Geschäftseinheit zusammengefasst werden, die einen Verlust von 1,8 Millionen N$ gemacht hat. „Eine solche Situation ist nicht tragbar, insbesondere die finanzielle Situation von Terrace Bay“.

Laut Ritter muss eine Kostensenkungsstrategie mit klaren Zielen umgesetzt werden. Er schlägt vor, dass die NWR-Unterkünfte Hardap und Gross Barmen dem privaten Sektor einzeln als Joint-Venture angeboten werden. „Man sollte zudem in Erwägung ziehen, Schloss Duwisib der Gondwana Collection Namibia zum Kauf anzubieten, da das Unternehmen eine gute Erfolgsbilanz hat und es historische Stätten viel besser vermarkten kann als NWR.“ Die Ferienunterkünfte auf der Haifischinsel könnten indessen einem lokalen Betreiber in Lüderitzbucht angeboten werden. „Empfohlen wird auch die Gründung einer separaten Verwaltungsfirma für den Betrieb der Campingplätze an der Küste (Meile 14, Jakkalsputz, Meile 72, Meile 108, Terrace Bay und Torra Bay) mit Mehrheitsanteileignern aus dem privaten Sektor“.

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