12 Juli 2018 | Afrika

Tunesien sichert sich Finanzhilfen von fast einer Milliarde Euro

Tunis (dpa) - Angesichts einer anhaltend schwierigen Wirtschaftslage in Tunesien haben internationale Geldgeber wie die Weltbank und die deutsche Staatsbank KfW dem nordafrikanischen Land Finanzhilfen in Höhe von fast einer Milliarde Euro zugesagt. Die Weltbank unterzeichnete gestern zwei Abkommen über Kredite in Höhe von mehr als 520 Millionen Euro. Das Geld solle vor allem den defizitären Staatshaushalt stützen und zu strukturellen Reformen beitragen, hieß es in einer Mitteilung.

Die KfW unterstützt den Banken- und Finanzsektor in Tunesien mit bis zu 460 Millionen Euro. Als Startschuss sei gestern ein Förderkredit in Höhe von 100 Millionen Euro vereinbart worden. Weitere Darlehen könnten folgen.

„Tunesien befindet sich auch im siebten Jahr nach der Revolution in einer wirtschaftlichen und politischen Umbruchphase“, sagte Joachim Nagel, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe. Eine Reform des Banken- und Finanzsektors sei dringend geboten.

Tunesien hat als einziges Land der Region nach dem sogenannten Arabischen Frühling zwar weitreichende politische Reformen eingeleitet, kämpft aber mit großen wirtschaftlichen Problemen und einer hohen Jugendarbeitslosigkeit. Zuletzt machten sich auch von Tunesien immer mehr Migranten auf den Weg in Richtung Europa.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Internationale Währungsfonds eine weitere Tranche seines Darlehens in Höhe von umgerechnet rund 213 Millionen Euro freigegeben.

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