30 April 2020 | International

Trump glaubt an komplette Rückkehr zur Normalität nach Corona-Krise

Die ganze Welt treibt die Frage um, wie lange die Corona-Pandemie dauern wird und was danach kommt. US-Präsident Trump versucht es mit größtmöglichem Optimismus. Aber wird tatsächlich in naher Zukunft wieder alles wie früher?

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump glaubt nicht, dass die Corona-Pandemie das Leben in den USA dauerhaft verändern wird. Trump sagte am Mittwochabend in Washington, er rechne mit einer 100-prozentigen Rückkehr zur Normalität im Land. „Wir wollen, dass es so wird, wie es war.“ Und dies werde schneller gehen, als viele erwarteten. Trump äußerte sich erneut auch zuversichtlich, dass die Wirtschaft sich bereits gegen Ende des Jahres dramatisch von der coronabedingten Krise erholen werde. Vorerst sieht es wirtschaftlich aber düster aus in Amerika.

ALTE „NEUE NORMALITÄT“?
Experten gehen davon aus, dass die Pandemie langfristige Veränderungen in vielen Lebensbereichen nach sich ziehen wird. Trump sagte dagegen, die „neue Normalität“ werde seiner Ansicht nach der Zustand wie vor drei Monaten sein. Er wolle, dass die Stadien bei Baseball- und Football-Spielen wieder voll seien und nicht drei oder vier Sitze zwischen den Zuschauern frei sein müssten. „Ich möchte dorthin zurück, wo wir waren. Dort werden wir hinkommen“, versicherte er. „Diese Sache wird vorübergehen.“ Sicherheit sei wichtig, aber auch die Wirtschaft sei wichtig. Und die Menschen wollten, dass das Land wieder geöffnet werde.

EINE HOFFNUNG OHNE ZEITPLAN
Einen Zeithorizont für das Szenario nannte Trump nicht. „Es könnte länger dauern.“ Aber die Bundesstaaten gingen nach und nach bereits Schritte in diese Richtung. Nach Angaben von US-Vizepräsident Mike Pence haben inzwischen 35 Bundesstaaten Pläne für eine schrittweise Rückkehr zum Normalbetrieb veröffentlicht. Auf die Frage, ob er mit einer „neuen Normalität“ rechne, in der Kellner in Restaurants auch in drei Jahren noch Schutzmasken tragen müssten, sagte Trump: „Das sehe ich nicht.“
TRUMP WILL SELBST MAL WIEDER RAUS AUS DEM WEIßEN HAUS
Der Präsident kündigte auch an, er selbst werde in den kommenden Wochen wieder Reisen im Land unternehmen. Als erstes sei in der kommenden Woche ein Trip nach Arizona geplant. Perspektivisch hoffe er auch, irgendwann vor der Präsidentschaftswahl im November auch wieder große Wahlkampfveranstaltungen abhalten zu können. „Ich bin jetzt seit vielen Monaten im Weißen Haus, und ich möchte wieder raus“, sagte er. Auch bei vielen Bürgern gebe es den großen Wunsch, wieder rauszukommen und etwas zu unternehmen. Durch die Pandemie ist das öffentliche Leben in den USA weitgehend zum Erliegen gekommen, was die Wirtschaft des Landes in eine schwere Krise gestürzt hat.

REZESSION IN SICHT
Die US-Wirtschaft steuert auf eine tiefe Rezession zu. Im ersten Quartal ging die Wirtschaftsleistung bereits deutlich zurück, obwohl sich die Pandemie erst im März zugespitzt hatte. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) warnte für das zweite Quartal vor einem „noch nie da gewesenen“ Einbruch des Wirtschaftswachstums. Das genaue Ausmaß und die Dauer der Konjunkturdelle werde von der Eindämmung des Virus abhängen, sagte Fed-Chef Jerome Powell. Bis zu einer Erholung werde es „einige Zeit dauern“. Trump dagegen gab sich bereits zuversichtlich, das letzte Quartal des Jahres werde in wirtschaftlicher Hinsicht „fantastisch“ und das nächste Jahr „unglaublich“. Er tritt Anfang November zur Wiederwahl an und hat daher größtes Interesse an einer schnellen Erholung der Wirtschaft.

WEITERE HIOBSBOTSCHAFTEN VOM ARBEITSMARKT?
Zunächst dürfte es jedoch weitere düstere Nachrichten geben: Das US-Arbeitsministerium veröffentlicht am Donnerstag wieder die wöchentliche Zahl neuer Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Seit Mitte März haben in den USA bereits mehr als 26 Millionen Menschen ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Experten rechnen wegen der anhaltenden Krise mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit.

SCHON MEHR ALS 60 000 TOTE
In den USA sind Wissenschaftlern zufolge seit Beginn der Pandemie mehr als 60 000 Menschen durch eine Infektion mit dem Virus ums Leben gekommen. Das ging am Mittwochnachmittag aus den Daten der Universität Johns Hopkins hervor. Die Zahl der bestätigten Infektionen in den USA lag demnach bei 1,03 Millionen - fast ein Drittel der weltweit knapp 3,2 Millionen Fälle. Trump hatte noch am 17. April gesagt, seine Regierung rechne mit 60 000 bis 65 000 Toten infolge der Epidemie in den USA. Angesichts der schnell steigenden Opferzahlen erscheint es nicht mehr realistisch, dass es bei diesen Zahlen bleibt. Frühere Modelle, die das Weiße Haus vorgestellt hatte, hatten mindestens 100 000 Tote in den USA vorhergesagt.

IMPFSTOFF-SUCHE IN „WARP-GESCHWINDIGKEIT“
Trumps Regierung hat Medienberichten zufolge ein Projekt gestartet, um die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Virus voranzutreiben. Ziel der „Operation Warp-Geschwindigkeit“ sei es, Amerikanern bis zum Jahresende Hunderte Millionen Dosen eines Impfstoffs zur Verfügung zu stellen, meldete der Sender CNN unter Berufung auf Regierungskreise. Der Name des Projekts geht auf den fiktiven „Warp-Antrieb“ in der Serie „Raumschiff Enterprise“ zurück, das damit schneller als in Lichtgeschwindigkeit fliegen kann. Der Immunologe und Trump-Berater Anthony Fauci hatte zu Beginn der Krise gesagt, die Entwicklung eines Impfstoffs werde zwischen einem Jahr und 18 Monaten dauern. Damit stünde ein Impfstoff nicht vor Anfang oder Mitte 2021 zur Verfügung.

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