18 Dezember 2020 | Politik

Transplantation empfohlen

Diescho: Rücktritt der vier obersten Köpfe könnte Swapo retten

Das Zentrum der Nationalparole „One Namibia, one Nation“ ist verloren gegangen. Nur eine Herzverpflanzung in der Swapo-Führung in Gestalt des Rücktritts der vier Obersten kann die Regierungspartei noch retten, wenn sie bei den nächsten Parlamentswahlen 2024 nicht in die Opposition abrutschen will.

Von Eberhard Hofmann

Windhoek

So lautet die Stellungnahme des Analytikers Dr. Joseph Diescho, der sich im selbst auferlegten Exil in Deutschland befindet und der nach den Kommunal- und Regionalwahlen vom 25. November 2020 in verschiedenen Medien schon seine kritische Nachlese zum Ausdruck gebracht hat. Ohne Zentrum, ohne Mitte sei das Land der Bravourösen eine Nation im Zerfall geworden. Und die drei Abtrünnigen der Swapo, Affirmative Repositioning (AR), Landless Peoples` Movement (LPM) und die drei Monate alte Independent Patriots for Change (IPC) bestimmten nun das politische Spiel im Land und ließen Swapo in der Nachlese nach Atem hechelnd die Ursachen für die Erniedrigung der ehemaligen Befreiungsbewegung suchen.

„Die derzeitige Swapo-Führung ist in einen Wirbelwind der Widersprüche verstrickt und muss ihre unangenehme Visage im Spiegel managen“, so Diescho in einer ersten Reaktion auf das Wahlergebnis mit Gewinn der Oppositionsparteien, die die Swapo aus den städtischen Exekutivposten der vier wichtigsten Wirtschaftszentren Windhoek, Walvis Bay, Swakopmund und Keetmanshoop verdrängt haben. Der hochqualifizierte Politologe Diescho hat der namibischen Gesellschaft während der vergangenen 20 Jahre wiederholt die Spiegel vorgehalten. Präsident Geingob hatte ihn dann zum Leiter des Fortbildungsinstituts für Beamte (NIPAM) berufen, hat ihn aber nach zwei Jahren an einem Sonntagnachmittag formlos geschasst, was Diescho bis heute noch als eine unbeglichene Rechnung behandelt.

Bei den vier Oberen der Partei handelt es sich um Parteiführer und Staatsoberhaupt Geingob, um Vizepräsident Nangolo Mbumba, um die zweithöchste in der Partei, Außenministerin Nandi Netumbo-Ndaitwah sowie um Premierministerin Saara Kuugongelwa-Amadhila. Diescho verweist auf westliche Demokratien, in denen die Partei- und Staatsführung bei Versagen ihrer Linie, bzw. bei schwindender Unterstützung von sich aus zurücktritt, um den Weg zur Erneuerung freizugeben. Als Beispiet führt er den ehemaligen britischen Premier David Cameron an, der sich gegen Englands Austritt aus der Europäischen Union gewandte hatte. Als die Engländer jedoch für den Brexit stimmten, legte er sein Amt nieder. Genauso seine Nachfolgerin Theresa May, die mit den Folgen der Abstimmung nicht fertig wurde. Geingob habe wohl erklärt, „wir haben Euch erhört“, was bei total unzulänglich sei, weil keine Taten gefolgt seien.

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