04 September 2018 | Polizei & Gericht

Tourist muss teuer für Fahrfehler zahlen

Autoverleiher gewinnt Rechtsstreit um leichtsinnig beschädigten Mietwagen

Ein Schweizer Staatsbürger, der vor knapp 14 Jahren während einer Reise durch Namibia seinen Mietwagen beschädigt hat, ist endgültig bei dem Versuch gescheitert, die ihm berechneten Reparaturkosten von rund 169000 N$ erstattet zu bekommen.

Von Marc Springer, Windhoek

Seine Niederlage wurde am Freitag durch ein Urteil des Obersten Gerichts besiegelt und damit ein seit fünf Jahren andauernder Rechtsstreit zwischen dem Kläger Dietmar Dannecker und der Firma Leopard Tours Car & Camping Hire beendet.

Von dieser hatte Dannecker am 1. November 2004 einen Geländewagen gemietet, mit dem er auf seiner anschließenden Safari in einem Rivier im Kaokofeld steckengeblieben ist. Laut Kläger könne ihm nicht angelastet werden, dass der Leihwagen anschließend von einer Flutwelle erfasst und schwer beschädigt wurde.

Schließlich habe der Wasserpegel in dem Rivier lediglich 20 Zentimeter betragen und er jenes vor dem Überquerungsversuch problemlos zu Fuß passiert. Außerdem seien zuvor andere Autos unbeschadet auf die andere Seite gelangt und hätten ihm die Beklagten versichert, dass der Allradwagen bestens zum Durchfahren von Rivieren geeignet sei. Weil er nicht habe vorhersehen können, dass das Rivier abgekommen und sich der Mietwagen in der Folge überschlagen würde, sei der dabei entstandene Schaden folglich nicht auf Nachlässigkeit seinerseits zurückzuführen.

Die nebenbeklagten Eigentümer von Leopard Tours, Barbara und Manfred Hausner, hielten dem entgegen, der mit Dannecker abgeschlossene Vertrag mache Kunden ihrer Firma für jegliche am Mietwagen verursachten Schäden haftbar, wenn diese durch Fahrlässigkeit des Fahrers verursacht wurden. Dazu zähle ausdrücklich das leichtsinnige Überqueren von Rivieren oder mit Wasser gefüllten Vertiefungen. Dementsprechend sei Dannecker für die Kosten der Bergung (rund 28000 N$) und Reparatur (etwa 169000 N$) des Fahrzeugs haftbar.

Dannecker hatte diese beiden Beträge zunächst bezahlt, nach Rücksprache mit einem Anwalt jedoch deren Rückerstattung gefordert. Dies begründete er damit, Leopard Tours habe nicht nur auf seiner Internetseite, sondern auch im Gespräch vor dem Vertragsabschluss mehrmals versichert, der Wagen sei im Schadensfall Vollkasko und ohne Eigenbeteiligung des Unfallverursachers versichert.

Nachdem das Obergericht befunden hatte, Dannecker habe das Rivier an einer dafür gänzlich ungeeigneten Stelle überqueren wollen und sei deshalb für die Bergungskosten des beschädigten Wagen verantwortlich, ließ dieser seine Forderung auf Erstattung der Abschlepp-Kosten fallen. Er beharrte jedoch darauf, dass sich das Ehepaar Hausner zu seinem finanziellen Nachteil an den angeblich angefallenen und von ihm bezahlten Reparaturkosten bereichert habe.

Schließlich sei anzunehmen, dass die Versicherung von Leopard Tours für den Schaden aufgekommen sei bzw. die nicht belegten Reparaturkosten deutlich geringer als behauptet gewesen seien. Sein Versuch, das Ehepaar Hausner privat zu belangen ist nun jedoch in höchster Instanz gescheitert, weshalb Dannecker zusätzlich zu dem Schaden an dem Mietwagen, nun auch die Rechtskosten für das anschließende Verfahren zahlen muss.

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