30 Januar 2018 | Tourismus

Tourismus legt beständig zu

Bis 2020 rechnet Namibia mit mehr als 1,7 Millionen Besuchern pro Jahr

Der neueste TSA-Bericht befasst sich mit den Besucherzahlen aus den Jahren 2009 bis 2015 und meldet jeweils Schätzungen und Erwartungen aus den Jahren 2016 und 2017. Das Umweltministerium verlangt eine schnellere Rückführung der Statistik und sattelt um.

Von Frank Steffen, Windhoek

Bei der Bekanntmachung des fünften Tourismus-Standortberichts (Tourism Satellite Account Report) in Windhoek vor einer Woche, betonte Umweltminister Pohamba Shifeta: „Der TSA-Bericht mag sich mit historischen Ziffern befassen, aber wenn man diese mit den sich inzwischen realisierenden Ziffern verbindet, kann man trotzdem erstens die Auswirkung des Tourismussektors über eine Zeit hinweg beobachten, und zweitens sieht man die Annahmen und Tendenzen bestätigt, wodurch wir imstande sind eine weitere Prognose aufzustellen.“ Diese Vorausschau ermögliche eine entsprechende Planung und erlaube Investoren kluge Entscheidungen zu treffen.

Bisher wurde der TSA-Bericht alle zwei Jahre publiziert und beruhte auf Daten und dem Denkansatz des Welt-Reise-und Tourismusrates (WTTC). In diesem Falle handele es sich um Gegebenheiten und Ziffern aus den Jahren 2009 bis 2015 sowie Schätzungen des Jahres 2016 und Erwartungen für das Jahr 2017. Allerdings hatte sich Namibia in dieser Zeit entschlossen, ihre Zahlungsbilanzstatistik auf die Fakten des Internationalen Währungsfonds zu fundieren, welches sich jetzt einmalig auf die Zahlen aus dem Jahr 2009 auswirkt. Namibia wird sich künftig allerdings auch an die Berichte der Welt-Tourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) halten, denn dann würden sämtliche Daten auf einer Datei fundieren und sich mit der näheren Vergangenheit befassen.

Der Bericht behandelt den Wirtschaftsbeitrag des Tourismussektors in Namibia, wobei Beschäftigung und die Einnahmen aus Auslandsdivisen wichtige Rollen spielen. So habe der Sektor im Jahre 2015 etwa 5,2 Milliarden N$ zum Brutto-Inlandsprodukt beigetragen und dabei 44700 Menschen beschäftigt. Rechnet man die indirekten Einnahmen von tangierenden Unternehmen und Kapitalinvestierungen dazu, werden es 15,1 Milliarden N$, welches 10,2% des BIPs darstellt und nunmehr 100700 Beschäftigte berührt (14,5% der Arbeitsstellen im Land). Dies schwoll, ersten Anzeichen nach zu urteilen, im Jahr 2016 auf 16,7 Milliarden N$ (10,5% des BIP) und 101000 Jobs (14,9% der Arbeitsstellen).

Die Erwartungen bis zum Jahr 2020 fallen entsprechend positiv aus und dürften laut Erwartung dann etwa 26,4 Milliarden N$ der landesweiten Einnahmen direkt oder indirekt mit dem Tourismussektor zusammenhängen. Das würde nahezu 11,7% des namibischen BIP ausmachen. Der Bericht rechnet mit 123000 Beschäftigten (16,4% der Arbeitsstellen) und wird sich wahrscheinlich in einer Besucherzahl niederschlagen, die von 1387773 Besuchern aus dem Jahre 2015 auf 1724000 Besucher bis zum Jahre 2020 zunimmt. Somit würde der Tourismussektor zum wichtigsten Arbeitsgeber Namibias. Der Sektor verdient bereits jetzt knapp 60% der Devisen, die nach Namibia fließen.

Interessanterweise befand der Bericht, dass der Tourismussektor noch im Jahre 2015 um 9,3% an Echt-Wert zugelegt hatte, verglichen mit der Zahl aus dem Jahre 2014. Danach wurde allerdings angenommen, dass die Zahl mit 10,6% im Jahre 2016 rückläufig war (ebenfalls auf reellem Wert basiert). Vermutlich erklärt die Migration vom WTTC-System zur Datei der UNWTO zumindest teilweise diese Abweichung. Trotzdem bat Shifeta im Vorwort des TSA-Berichts: „Ich bitte alle Interessenträger dieses Sektors, nicht zu ruhen sondern ihr Bestes zu tun, damit die Ziffer beständig verbessert werden kann.“

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