01 Oktober 2020 | Gesundheit

Tourismus fordert Klarheit

Wegen Verwirrung setzt Condor Namibia-Flüge bis Mitte 2021 aus

Die Tourismusbranche fordert wiederholt Klarheit über die Verwirrung rund um die Regelungen für Touristen. Dies wurde gestern bei einer Zusammenkunft der Tourismus-Arbeitsgruppe erneut intensiv besprochen, derweil inzwischen ein überarbeitetes Amtsblatt veröffentlicht wurde.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

Trotz sinkender Infektionszahlen in Namibia wurde bei der hiesigen Tourismuswiederbelebungsstrategie das erwünschte Ziel nicht geschafft. „Namibia war gut dran und wir haben im Gegensatz zu anderen Ländern früh mit der Initiative begonnen. Wir hatten einen guten Vorsprung, aber leider haben wir das nun verloren“, sagte Gitta Paetzold, Geschäftsführerin des Gastgewerbeverbandes (HAN), gestern im Gespräch mit der AZ. Sie ergänzte: „Wir benötigen dringend mehr Klarheit.“

Verwirrung herrscht in Namibia in vielen Bereichen. Laut dem am 23. September veröffentlichten Amtsblatt müssen Touristen im Besitz eines negativen COVID-19-Testergenisses sein, das nicht älter als sieben Tage alt ist. Dies steht aber im starken Kontrast zur vorigen Aussage, wonach ein COVID-19-Test nicht älter als 72 Stunden sein darf. Weitere Verwirrung gibt es auch für heimkehrende Namibier, die nach der Ankunft beim Hosea-Kutako-Flughafen sieben Tage in Quarantäne versetzt werden - Touristen hingegen aber nicht. Dies wurde in einem am Dienstag veröffentlichten Amtsblatt wiederholt: „Eine Person, die zu touristischen Zwecken nach Namibia einreist, unterliegt nicht den Quarantäneanforderungen.“ „Es wäre sinnvoll, alle über einen Kamm zu scheren“, sagte Paetzold dazu.

Kaum Mittel für Tests

Darüber hinaus hatte Tourismusminister Pohamba Shifeta vor kurzem angekündigt, dass Touristen am fünften Tag nach ihrer Namibia-Ankunft erneut auf COVID-19 getestet werden. Shifeta hatte dabei betont, dass Touristen „in allen Ecken des Landes“ auf das Virus getestet würden. So heißt es auch im jüngsten Amtsblatt. Allerdings ist dies alles andere als möglich, hieß es nun aus zuverlässiger Quelle. „Es fehlt an den nötigen Mitteln, um Touristen überall zu testen. Es haben bereits viele Touristen ihre Reise ohne den zweiten Test fortgesetzt, weil niemand sie aufgesucht hat“, sagte eine Quelle.

Unterdessen hat die namibische Botschaft in Berlin/Deutschland jetzt bekanntgegeben, dass Touristen eine diplomatische Vertretung nicht, wie zuvor, 14 Tage vor dem Antreten der Namibia-Reise informieren müssten. Auch steht im starken Kontrast zu den im Amtsblatt veröffentlichten Regelungen. Darin heißt es ausdrücklich, dass für alle Namibia-Reisende eine Registrierungspflicht gilt.

Wegen der Unsicherheit im Zusammenhang mit diesen und anderen Aspekten ist die Anzahl Touristen, die seit der Wiedereröffnung des Hosea-Kutako-Flughafens nach Namibia gereist ist, geringer ausgefallen als zunächst gehofft war. „Wir brauchen dringend Klarheit und klare Richtlinien, damit alle auch wissen, wo sie stehen und ordentlich planen können“, sagte Paetzold.

Diese Planungsunsicherheit sei auch ein Grund, warum die Fluglinie Condor das südliche Afrika, inklusive Kapstadt, bis zum (europäischen) Sommer 2021 nicht anfliegen werde. Das teilte Condor gestern schriftlich an sämtliche Interessenträger mit. Die Fluglinie werde aber stattdessen Ostafrika anfliegen. Bis dato fliegt Lufthansa bzw. Eurowings und Ethiopean Airlines nach Namibia. Qatar Airways hat inzwischen bekanntgegeben, Windhoek ab dem 15. Oktober dreimal wöchentlich anfliegen zu wollen.

Aufklärung gibt’s heute

Um endgültig Klarheit zu schaffen, hat sich gestern die Tourismus- Arbeitsgruppe mittels einer Zoom-Meeting getroffen. Das Ergebnis war bis zum gestrigen Nachmittag nicht bekannt. „Wir werden Aufklärung geben, möglicherweise am Donnerstag (heute)“, teilte Romeo Muyunda, Pressesprecher im Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus, gestern mit.

Unterdessen hat Südafrika heute offiziell seine Grenzen geöffnet. Rollenspieler in der namibischen Tourismusbranche befürchten, dass Namibia, das schon früher seine Grenzen geöffnet hat, wegen der Verwirrung Vorteile eingebüßt hat. „In Südafrika gibt es klare Richtlinien und wäre sinnvoll, wenn wir uns denen anpassen würden. Dort müssen Touristen auch im Besitz eines negativen COVID-19-Test sein und werden nur beim Auftreten von Symptomen erneut auf das Virus getestet“, erklärte Paetzold.

Indes kündigte Gesundheitsminister Dr. Kalumbi Shangula gestern 125 Neuinfektionen in Namibia an - 58 aus Onandjokwe, gefolgt von Windhoek (17) und Rundu (14). Der Großteil der Neuinfektionen stamme aus Schulen, besonders aus der Oshikoto-Region, teilte er mit. Er ruft besonders Schüler und Lehrer auf, die COVID-19-Regeln einzuhalten.

Gleiche Nachricht

 

„Damit haben wir nie gerechnet“

vor 19 stunden | Gesundheit

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek „Wir befinden uns in der schlimmsten Phase der Pandemie. Damit haben wir nie gerechnet“, sagte Präsident Hage Geingob am späten Dienstagnachmittag...

Gerangel um Sauerstoff

vor 1 tag - 23 Juni 2021 | Gesundheit

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek„Wenn Krankenhauspersonal private Ambulanzdienste anruft und Ausrüstung für COVID-19-Patienten fordert, dann kann man sich ziemlich sicher sein, dass das Gesundheitssystem zusammengebrochen ist.“...

Geingob wird nicht geimpft

vor 1 tag - 23 Juni 2021 | Gesundheit

Windhoek (ste/NMH) - Die Vorbildrolle, die einige Staatspräsidenten des südlichen Afrikas hinsichtlich der nationalen Impfprogramme übernommen hatten, scheint den namibischen Präsidenten, Hage Geingob, nicht zu...

COVID-19-Spende von ReconAfrica deplatziert

vor 1 tag - 23 Juni 2021 | Gesundheit

Windhoek (ste) • ReconAfrica scheut nach wie vor den Kontakt zu privaten Medienhäusern und lud offenbar nur die staatliche Nachrichtenagentur NAMPA zu einem Medienevent ein,...

Kein Patient weggewiesen

vor 2 tagen - 22 Juni 2021 | Gesundheit

Von Erwin Leuschner, SwakopmundLandesweit sind sämtliche Krankenhäuser nahezu überfüllt - eine Situation, die als gravierend bezeichnet wird. „Wir mussten noch keinen Patienten aus Platzmangel weggewiesen.“...

Maternal and paternal inflammatory disease can affect pregnancy outcomes

vor 2 tagen - 22 Juni 2021 | Gesundheit

For the first time, it has also been shown that the partners of men with inflammatory arthritis have a lower rate of live births, and...

COVID-19-Opfer wird schikaniert

vor 3 tagen - 21 Juni 2021 | Gesundheit

Von H. Lamprecht, Jo-Maré Duddy & F. SteffenWindhoek Henriette Lamprecht von der AZ-Schwester Republikein berichtet von einer Frau aus Okahandja, die einer offensichtlich unmenschlichen...

Vertrieb von Ivermectin illegal

vor 3 tagen - 21 Juni 2021 | Gesundheit

Windhoek (Nampa/sb) - Die namibische Ärztekammer (Medical Association of Namibia, MAN) hat am Wochenende davor gewarnt, dass die Verschreibung und die Ausgabe des Medikaments Ivermectin...

Impfkampagne beschleunigt

vor 6 tagen - 18 Juni 2021 | Gesundheit

Swakopmund (er) • Die Vorsitzende des Erongo-Regionalrats, Ciske Howard-Smith, will die Impfkampagne in der Region beschleunigen – und bekommt große Unterstützung. Ab nächster Woche soll...

Todesrate versechsfacht

vor 6 tagen - 18 Juni 2021 | Gesundheit

Von Katharina Moser, WindhoekGesundheitsminister Shangula hat genauere Angaben zu den nun in Kraft getretenen Corona-Auflagen mitgeteilt: Innerhalb des abgeriegelten Gebiets zwischen Okahandja, Windhoek und Rehoboth...