31 Dezember 2012 | Natur & Umwelt

Toktokkie spricht: Moment auf der Kippe

Jahrein, jahraus erleben wir eine Kette von Momenten, die unbeachtet verstreichen. Wir sind ja viel zu beschäftigt, der dahineilenden Zeit nachzueifern, just den Alltag zu schaffen. Oder wir vergessen die Zeit laut der Schiller-Devise: "dem Glücklichen schlägt keine Stunde". Carpe diem! Es gibt aber auch Momente wie jetzt, da die Zeit sich für den Sprung in die Zukunft anspannt. In diesem Moment schwirren erhabene Gedanken umher und erfassen die Summe von dem, was war und die Hoffnung auf das was kommt. Wie um Mitternacht zu Silvester.

Wie jeder Toktokkie weiß, verstreichen Momente wie im Pulsschlag. Tage, Jahreszeiten, Jahre, Regengüsse oder Dürre-Ewigkeiten bilden den Zeitrahmen von Geburt bis Tod. Die Chronobiologie befasst sich mit der inneren Uhr, der Zeitorientierung und dem Zeitablauf eines jeden Wesens. Bakterien, Pilze, Pflanzen, Tiere und Menschen erkennen geeignete Momente für bestimmte Aktivitäten bzw. Ruhephasen oder Lebensentwicklungen.

Es gibt aber auch eine Fülle an Ereignissen, die ein jedes Leben auf einmalige Weise füllen. Dazu ist jeder Moment eine Gelegenheit zur Aufmerksamkeit. In der Natur kommen solche Momente öfters vor. Zum Beispiel versucht ein Raubtier, den richtigen Moment zu erwischen, Beute zu greifen. Das Raubtier erfasst die Lage und versucht, diese zu seinem Vorteil zu beherrschen. Für die Dauer eines Augenzwinkerns liegt der Moment auf der Kippe. Die Zeit stockt. Um dem Beutewerden zu entwischen, erkennen gewitzte Überlebenskünstler solche Momente. Mit einem "Moment mal!" ergreifen sie die Initiative und opfern dem Jäger just ein Dukannstmichmal. In solchen Momenten bilden Erfahrung, Voraussicht und eine Prise Glück oder Pech die Waagschale der Zukunft. Es gibt viele andere Momente - nicht nur im Wettkampf zwischen Jäger und Beute -, in denen Erfahrung, Voraussicht und Zufall zur Geltung kommen. Insgesamt bilden diese Momente schließlich den Inhalt des Lebensablaufs jeder Kreatur.

Zu Silvester erleben viele Menschen den Moment des Zeitsprungs, vom Jahr 2012 auf 2013, von Vergangenheit auf Zukunft. Schon 365 Mal vorher haben wir in diesem Jahr den Übergang von heute auf morgen erlebt, ohne den Moment derart als Gemeinschaft wahrzunehmen wie wir es zu Silvester tun. Das verstrichene Jahr liegt unabänderlich hinter uns - mit manchen Erfolgen und vielleicht auch ein paar Patzern, Momenten der Freude oder des Leides. Vor uns liegt die Zukunft, in der es nur so von potenziellen Leistungen wimmelt. Wir brauchen diese nur noch in Realität umzusetzen.

Das Tempo der Leistungen, die wir der Natur zumuten, ist entscheidend. Sie kann viele unserer Lasten verkraften. Allerdings muten wir ihr immer mehr zu, immer schneller, und steigern das an die Leistungsgrenzen. Um dem gerecht zu werden, brauchen wir nur der Natur Respekt zu erweisen und unserer Mitverantwortung für deren Wohlergehen - worauf unser aller Wohlergehen beruht - gerecht werden. Zur Rücksichtsname gehört die Beachtung solcher Momente, die für die Natur entscheidend sind.

Dem derzeitigen Moment entsprechend lässt Zophosis moralesi die Seele baumeln und setzt darauf, dass 2013 mit großem Erfolg gekrönt sein wird. Um das zu erreichen, sollten wir auf solche Momente achten, bei denen Mensch und Natur auf der Kippe liegen.

Dr. Joh Henschel ([email protected])

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