29 November 2016 | Afrika

Thuli Madonsela erhält Afrika-Preis 2016

Die frühere Leiterin der südafrikanischen Anti-Korruptionsbehörde, Thuli Madonsela, ist Trägerin des deutschen Afrika-Preises 2016. Die Anwältin wurde nach Angaben der Deutschen Afrika-Stiftung für ihren außergewöhnlichen Einsatz bei der Verteidigung der Verfassung und ihren Einsatz gegen Korruption ausgezeichnet.

Der Preis sei vergangene Woche in Berlin von Bundestagspräsident Norbert Lammert übergeben worden. Im Vorjahr war der tunesische Friedensnobelpreisträger Houcine Abassi ausgezeichnet worden.

Die 54-jährige Juristin Madonsela habe sich als „Public Protector“ unermüdlich für die Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze in Südafrika eingesetzt. „Als erste Frau in dieser Position deckte sie auf, was viele ahnten, gab Einzelnen eine Stimme, war Anwältin der Armen“, erklärte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Konfliktfrei sei das nicht gewesen, „aber auch Morddrohungen konnten Frau Madonsela nicht davon abhalten, für das zu kämpfen, woran sie glaubt“.

Nach Stiftungsangaben ist es der Preisträgerin zu verdanken, dass der Skandal um den Einsatz öffentlicher Gelder beim Ausbau des Privathauses von Südafrikas Präsident Jacob Zuma aufgeklärt wurde, wonach dieser 250 Millionen Rand des Steuerzahlers zur Luxussanierung seiner Privatvilla in dem Zuludorf Nkandla genutzt hat (AZ berichtete). Zuletzt erschien der von ihr verfasste rund 350-seitige State Capture-Bericht. Darin deckte sie Verbindungen zwischen Präsident Zuma und einer bedeutenden Unternehmerfamilie auf. Es ging um eine unzulässige Einflussnahme auf den Präsidenten und sein engstes Umfeld.

Laut Stiftungsangaben werden mit dem Deutschen Afrika-Preis seit 1993 herausragende Persönlichkeiten geehrt, „die sich in besonderer Weise nachhaltig für Demokratie, Frieden, Menschenrechte, Kunst und Kultur, soziale Marktwirtschaft und gesellschaftliche Belange einsetzen“. Die Auswahl der Preisträger erfolge durch eine unabhängige Jury, soll ein differenziertes Afrikabild wiederspiegeln und zur weiteren Befassung mit dem Kontinent und seinen Menschen anregen.

Seit der ersten Preisverleihung vor mehr als 20 Jahren durch Richard von Weizsäcker werde der Deutsche Afrika-Preis stets von führenden Persönlichkeiten der deutschen Politik verliehen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident a.D. Horst Köhler und Bundespräsident Joachim Gauck.

Stefan Fischer und dpa

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