01 Oktober 2015 | Wirtschaft

Teures Wasser für Rössing

Von Erwin Leuschner, Swakopmund Der Urankonzern Rössing will Kosten sparen und deshalb sein eigenes Wasser produzieren. Seit Jahren plant Rössing deshalb den Bau einer Entsalzungsanlage nördlich von Swakopmund. Diesem Plan hat Umweltkomissar Teofilus Nghitila Ende Juli einen Strich durch die Rechnung gemacht und die erforderliche Umweltfreigabe verweigert, indem er es mit der Entscheidung des Ministeriums für Landwirtschaft und Wasserbau (MAWF) begründet. Über diese neue Entwicklung im Ringen um Namibias zweite große Entsalzungsanlage hat Rössing jetzt sämtliche Interessenträger per Post informiert. Grund: Weil Rössing gegen die Entscheidung des Umweltkomissars Berufung eingelegt hat, müsse dieser alle interessierten Personen (I&AP) laut Gesetz darüber informieren. In dem kurzen Berufungsantrag klärt Rössing über die derzeit prekäre Wasserversorgungsituation der zentralen Küste auf. Erongo wird als eine „wasserarme Gegend“ beschrieben, die für die Trinkwasserversorgung auf das Staatsunternehmen NamWater angewiesen sei. Dieses habe in der Vergangenheit als Hauptquelle das Omdel-Grundwasservorkommen genutzt und damit einige Orte sowie Minen versorgt. Die Gesamt-Wasserentnahme aus Omdel sei vor wenigen Jahren vom zuständigen Ministerium von ursprünglich neun Millionen auf 4,6 Millionen Kubikmeter pro Jahr halbiert worden. „Aber der Wasserbedarf von Swakopmund allein liegt bei knapp 4,3 Mio. Kubikmeter pro Jahr“, heißt es im Antrag. In dem Dokument wird der gesamte Wasserverbrauch der Städte Swakopmund, Henties Bay und Arandis sowie der Minen auf insgesamt 17,9 Millionen Kubikmeter pro Jahr geschätzt. Davon beanspruche Rössing jährlich zwischen 2,7 und 3,0 Mio. Kubikmeter. „Das Omdel-Grundwasservorkommen (mit der derzeit reduzierten Entnahme) kann nur Swakopmund mit Trinkwasser versorgen, was den Antragsteller dazu zwingt, Wasser aus anderen Quellen zu besorgen“, heißt es. Seit 2013 würden Rössing sowie andere Minen mit Wasser aus der Entsalzungsanlage bei Wlotzkasbaken versorgt. Die Kosten dieses Wassers seien aber „unerschwinglich“ und würden die Wasserversorgung „wirtschaftlich nicht tragbar“ machen. „2012 hat Rössing noch 39 Millionen Namibia-Dollar pro Jahr für Wasser gezahlt. Im vergangenen Jahr (2014) sind diese Kosten auf 142 Millionen Namibia-Dollar gestiegen“, heißt es. Die Wasserkosten für Rössing haben sich somit binnen zwei Jahren um mehr als 360 Prozent erhöht. Rössing hat deshalb beschlossen, eine eigene Entsalzungsanlage zu bauen und bereits einen Standort ausgesucht: Meile 6 nahe Swakopmund (AZ berichtete). Das Investment wurde vergangenes Jahr mit 180 bis 220 Mio. N$ beziffert. Für die Entwicklung sind aber eine Umweltverträglichkeitsstudie sowie eine Umweltfreigabe erforderlich.

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