01 März 2021 | Verkehr & Transport

Teerstraße von Opuwo zum Kunene

Baynes-Hydrokraftwerk wird scheinbar vom Staat als Fakt betrachtet

Die namibische Straßenbehörde lädt ein zu Auftragsangeboten, laut denen eine Teerstraße entstehen soll, die von Opuwo hoch bis zum „Baynes-Baugelände“ führt. Damit erhält das Kaokoveld zwar eine verbesserte Infrastruktur, doch scheint dies trotz fehlender Umweltverträglichkeitsstudie auf dem Baynes-Hydrokraftwerk als beschlossene Sache zu beruhen.

Von Frank Steffen, Windhoek

Die namibische Straßenbehörde (Roads Authority, RA) lädt seit vergangener Woche Interessenten ein, eine Machbarkeitsstudie sowie einen vorläufigen, wenngleich detaillierten Entwurf für die Aufrüstung der Zufahrtsstraße von Opuwo über Okongwati (im Aufforderungsschreiben fehlerhaft als Okagwati und in dem Ausschreiben als Okangwati aufgeführt) zum Standort des Baynes-Wasserkraftprojektes in der Kunene-Region einzureichen. Die bestehende Straße soll geteert werden - Einsendeschluss für die Ausschreibung ist Donnerstag, der 8. April 2021 um 10 Uhr. Die Ausschreibungsunterlagen sind auf der Internetseite www.ra.org.na erhältlich.

Je nachdem welche Zufahrtsstraße letztendlich von Okongwati aus weiter zum künftigen Epupa-Dammgelände gebaut werden soll, wäre es denkbar, Epupa entlang der Teerstraßen C41 aus Ovamboland und weiter über die C43 im Kaokoveld zu erreichen. Die C41-Hauptsraße führt von Oshakati aus nach Westen über Okahao in die Richtung von Tsandi und später nach Opuwo, während die C43 von Sesfontein kommend an Opuwo vorbeiführt, hoch nach Okangwati und zum Epupa-Wasserfall.

Die Distriktstraße D3700 von Opuwo nach Okongwati gilt bereits als C43 und soll nun dem Projektentwurf gemäß, geteert werden. Ab Okongwati betrachtet die RA zwei Möglichkeiten. Laut der ersten Option soll die Straße anfangs der D3700 folgen, eh sie etwa 26 Kilometer weiter nach Westen abzweigt und östlich des Baynes-Bergrandes, meist den Tälern entlang, zum künftigen Baynes-Baugelände führen soll (etwa weitere 45 Kilometer).

Die zweite Route würde die künftige Teerstraße bis nahezu zwei Kilometer an die Epupa-Fälle heranführen, da in diesem Fall die bestehende D3700/C43 geteert würde, bevor die Straße bei Epupa nach Westen abzweigen würde. Sie würde dann knapp 48 Kilometer lang entlang der bestehenden Weg längs des Kunene-Flusses zum Baugelände führen. Hierbei ist zu beachten, dass die Verbindungsstraße von Ruacana nach Epupa bereits seit einigen Jahren als ordentliche Sandstraße entlang des Laufes des Kunene besteht.

In der Zeit des Fishrot-Skandals erscheint die Anmerkung unter Punkt 9 der Interessenbekundung erstaunlich, denn darin heißt es: „Als öffentliche Einrichtung behalten wir uns das Recht vor, keine der Vorschläge, die uns vorgelegt wurden, auszuwählen.“ Es ist nicht ersichtlich, ob die Straßenbehörde damit direkt auf eine weitere Instanz zurückgreifen will oder kann. Bei der Erstellung des Kostenvoranschlags angegangene Kosten seien jedenfalls nicht rückerstattungspflichtig.

Das vom nationalen Stromversorger NamPower anvisierte Baynes-Hydrokraftwerk bleibt indessen umstritten solange keine endgültige Umweltverträglichkeitsstudie vorliegt. Die im Kaokoveld ansässigen Ovahimba und Zemba hatten wiederholt den möglichen Verlust von Ahnenland und Traditionsstätten moniert.

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