20 Dezember 2006 | Natur & Umwelt

Tödliche Krokodilattacken im Norden

Windhoek - Sechs Menschen sind seit Oktober dieses Jahres im Nordosten des Landes von Krokodilen und zwei von Flusspferden getötet worden, gab der Minister für Umwelt und Tourismus gestern auf einer Pressekonferenz bekannt. Die Polizei meldete zum selben Zeitpunkt, dass am 12. Dezember gegen 16 Uhr bei den Epupa-Wasserfällen im Kunenefluss in der Kunene-Region die Leiche eines Mannes gefunden wurde, dessen Arme und ein Bein fehlten. Es wird vermutet, dass der Mann ertrunken und von Krokodilen angefressen wurde.

In der Kavango-Region wurde am 10. Oktober bei Thipanana im Okavangofluss die 13-jährige Faustina Tumoneni von einem Krokodil beim Schwimmen getötet. Ein Krokodil tötete am 26. Oktober an der gleichen Stelle den neunjährigen Mutalife Lutibezi. Bei Mukwe wurde am 14. November der fünfjährige George Mavunga von einem Krokodil getötet und am 8. Dezember bei Shamvura die zehnjährige Appolonia Muronga. Am 15. Dezember packte ein Krokodil bei Mupini die 14-jährige Wateria Mutango Mandjoro, als sie im Okavangofluss schwamm. Die Leiche konnte am folgenden Tag gefunden werden.

Von einem Flusspferd wurde die 35-jährige Paula Thimba am 2. Oktober bei Nzinze getötet. In der Caprivi-Region tötete ein Krokodil am 4. Dezember den badenden Lehrer Michael Nchindo (36) bei Nankutwe und ein Flusspferd den 29-jährigen George Simataa bei Ijambwe. Beide durch Flusspferde getöteten Männer waren fischen, als es zu den Angriffen der massigen Tiere kam. Vermutlich wollten die Nilpferdbullen ihr Territorium verteidigen, sagte Minister Konjore.

Naturschutzbeamte schossen bei Nankutwe zwei Krokodile und fanden in deren Mägen menschliche Überreste, sagte der Vize-Direktor der Naturschutzbehörde Colgar Sikopo. Ein weiteres Krokodil wurde bei Thipanana erlegt, in dessen Magen ebenfalls Leichenteile entdeckt wurden. Ein viertes Krokodil erlegten Naturschutzbeamte bei Shamvura, dessen Magen jedoch leer war. Die beiden Flusspferdbullen die für die tödlichen Angriffe bei Nzinze und Ijambwe verantwortlich waren, wurden ebenfalls von Angestellten des Umweltministeriums geschossen. Das Fleisch der Tiere wurde an die Familien der Opfer verteilt, sagte Sikopo.

Im vergangenen Jahr seien im gleichen Zeitraum vier Menschen durch Krokodile ums Leben gekommen. ,,Gegen Ende des Jahres kommt es zu den meisten Todesfällen durch Krokodile und Flusspferde, da in den heißesten Sommermonaten die dort lebenden Menschen in den Flüssen schwimmen gehen", sagte Sikopo. Minister Konjore rief die an den Flüssen im Norden des Landes lebenden Gemeinschaften und die Bevölkerung auf, keine Risiken einzugehen und die Kinder davon abzuhalten, in den Flüssen zu schwimmen.

Konjore betonte, dass das Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) keine Kompensation für Schäden durch wilde Tiere zahlen werde. ,,Wir können nicht für den Verlust von Eigentum aufkommen. Auch das Leben eines Menschen kann nicht vergütet werden, aber wir tun alles, um die Konflikte zwischen Mensch und Tier zu vermindern", sagte der Minister.

Die Gemeinschaften in den ländlichen Gebieten, von denen viele in kommunalen Hegegebieten leben, sollten mehr Vorteile als Nachteile aus den dort vorkommenden wilden Tieren haben, so Konjore. Es müssen Wege gefunden werden, damit Mensch und Tier in Harmonie und im gegenseitigen Vorteil miteinander leben können.

Im kommenden Jahr sollen Projekte begonnen werden, um bestimmte Stellen in Flüssen zu sichern, damit die Bevölkerung dort gefahrlos schwimmen und baden kann, sagte Maria Kapere von MET. Finanziert werden die Projekte aus dem Game Products Trust Fund.

Minister Konjore sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus.

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