13 Mai 2020 | Verkehr & Transport

Taxi- und Busfahrten werden teurer

Befristete Tariferhöhung soll Verluste mäßigen - Preisanstieg führt zu Entrüstung

Die Bus- und Taxi-Tarife dürfen um 15 Prozent angehoben werden. Dieser „befristete Preisanstieg“ wird auf angeblich wesentliche Verluste zurückgeführt, die der Transportsektor angesichts der COVID-19-Krise und den damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen erfahren hat. Der Tarifschock löst indessen öffentliche Entrüstung aus.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

Am Montagabend gab das Ministerium für Öffentliche Arbeiten und Transport gemeinsam mit der Behörde für öffentlichen Straßenverkehr (Road Transportation Board of Namibia, RTBN) eine befristete Erhöhung der Bus- und Taxi-Tarife in Höhe von 15 Prozent bekannt. Sie hätten sich nach längeren Gesprächen auf diese Maßnahme geeinigt.

Als auschlaggebender Grund für die Tariferhöhung werden „zahlreiche Beschwerden“ angegeben, die vonseiten des Namibischen Bus- und Taxi-Verbandes (NABTA), des Verbandes für den öffentlichen Personenverkehr (NPPA) sowie der Instanz „Bridge Cross Investment‘ eingegangen seien. Diese Beschwerden und Nachfragen seien während der Verhandlungen „sorgfältig, umfassend und einfühlsam“ betrachtet worden. Die drei Instanzen sollen unterschiedliche Preiserhöhungen beantragt haben, die von zehn Prozent bis 33 Prozent gereicht hätten. Sie hätten die Erhöhung darum verlangt, weil Bus- und Taxi-Unternehmen besonders von dem Ausnahmezustand, den Präsident Hage Geingob infolge der COVID-19-Pandemie ausgerufen hatte, betroffen gewesen seien - selbst jetzt noch dürften lediglich die Hälfte der normalen Anzahl Passagiere mitfahren.

Das Ministerium wolle den Unternehmen entgegenkommen indem es die Anhebung der Tarife um maximal 15 Prozent vorübergehend erlaube. Der Preisanstieg sei auf jeden Fall befristet und werde spätestens nach Beendigung des Ausnahmezustandes wieder rückgängig gemacht. In der Erklärung heißt es ferner, dass Taxis und Busse strenge Hygienemaßnahmen einhalten müssten, um dadurch die Verbreitung des COVID-19 zu vermeiden.

Indessen wird deutlich, dass einige der Betreiber bereits vor dieser Entscheidung ihre Tarife unrechtmäßig angehoben hatten. Dies habe die RTBN zur Kenntnis genommen, zumal „zahlreiche Beschwerden“ eingegangen seien. Insbesondere die Betreiber der Langstrecken-Minibusse hätten angesichts der Corona-Krise ihre Tarife mächtig angehoben. Diese Vorwürfe sollen nun untersucht werden. Das Ministerium habe vor gerichtlich gegen diese Bus- und Taxi-Betreiber gerichtlich vorzugehen, da sie offensichtlich gegen das Gesetz verstoßen hätten.

Die Ankündigung der Tariferhöhung hat indessen vielerorts Entrüstung ausgelöst. Der Vorwurf wird erhoben, dass nicht nur Bus- und Taxifahrer von der Corona-Krise betroffen sind. In sämtlichen weiteren Wirtschaftszweigen würden Entlassungen und Gehaltskürzungen inzwischen zum Alltag gehören. Darüber hinaus waren die Spritpreise in Namibia gleich zweimal in Folge drastisch reduziert worden, welches sich zweifelsohne positiv auf das Geschäft der Transportfirmen ausgewirkt haben soll.

In Windhoek hatten einige dieser Transportbetriebe bereits gestern die Erhöhung eingeführt, während dies gestern an der Küste noch nicht der Fall war.

Gleiche Nachricht

 

Anlegestelle für Ozeanriesen

vor 6 tagen - 22 Mai 2020 | Verkehr & Transport

Swakopmund/Walvis Bay (er) - Schon bald sollen Kreuzfahrtschiffe vor den Häfen von Walvis Bay und Lüderitzbucht vor Anker liegen. Die Hafenbehörde NamPort bietet den Ozeanriesen,...

Rückholflüge geplant

1 woche her - 19 Mai 2020 | Verkehr & Transport

Swakopmund/Windhoek (er) – Air Namibia will in der kommenden Woche in Namibia gestrandete EU-Bürger heimfliegen und zugleich Namibier, die sich noch in Europa aufhalten, zurückzubringen....

Taxi- und Busfahrten werden teurer

vor 2 wochen - 13 Mai 2020 | Verkehr & Transport

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek Am Montagabend gab das Ministerium für Öffentliche Arbeiten und Transport gemeinsam mit der Behörde für öffentlichen Straßenverkehr (Road Transportation Board of...

Inlandsflüge starten morgen

vor 3 wochen - 05 Mai 2020 | Verkehr & Transport

Windhoek (cev) • Mit dem Beginn der zweiten, etwas gelockerten Lockdown-Stufe, wird Air Namibia die Flugverbindungen im Inland wieder aufnehmen. Das teilte die staatliche Fluggesellschaft...

Ozean-Gigant legt erfolgreich in Walvis Bay an

vor 1 monat - 27 April 2020 | Verkehr & Transport

Das größte Containerschiff in der Hafengeschichte Namibias, die 335 Meter lange „Maersk Sheerness“, hat am Freitag in Walvis Bay angelegt. „Die Ankunft dieses Schiffes ist...

Air Namibia in der Schwebe

vor 1 monat - 24 April 2020 | Verkehr & Transport

Von Clemens von Alten und dpaWindhoekDie ohnehin hochverschuldete Fluggesellschaft hofft auf eine Finanzspritze der Regierung. „Wir warten gespannt darauf, in wie fern das Unternehmen im...

Verkehr in geregelte Bahnen

vor 1 monat - 09 April 2020 | Verkehr & Transport

Von R. Rademeyer & F. SteffenWindhoek Der Ministerrat der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) erörterte am Montag die Richtlinien für den grenzüberschreitenden Transport von sogenannten wesentlichen Gütern,...

Fünfter Rückflug startet heute

vor 1 monat - 02 April 2020 | Verkehr & Transport

Windhoek (cev) • Heute um neun Uhr startet der nunmehr fünfte Rückholflug für Deutsche und EU-Staatsbürger, die im Zuge der Covid-19-Pandemie in Namibia gestrandet sind....

Flughäfen und Natis sind dicht

vor 1 monat - 31 März 2020 | Verkehr & Transport

Windhoek (cev) – Mit Ausnahme der Windhoeker Flughäfen Hosea Kutako International und Eros Airport werden alle Landeplätze angesichts der Covid-19-Pandemie bis zum 16. April den...

Selbstquarantäne für Schiffe

vor 2 monaten - 27 März 2020 | Verkehr & Transport

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Walvis BayAusländische Schiffe dürfen nur dann bei einem namibischen Hafen anlegen, wenn eine 14 Tage lange Selbstquarantäne an Bord durchgeführt wurde. Dies...