13 Mai 2020 | Arbeit

Tausende Jobverluste erwartet

Ministerium meldet während Lockdown mehr Arbeitnehmerbeschwerden

Angesichts hunderter Jobverluste und Personal-beschwerden wächst die Sorge, wie sich die Pandemie und der Lockdown auf das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und -nehmer auswirkt. Experten befürchten, dass sich das Machtungleichgewicht folgenschwer vergrößern könnte.

Von Jana-Mari Smith

Windhoek

Seit Beginn der Ausgangs- und Reisebeschränkungen am 27. März haben die Behörden landesweit 601 Arbeitnehmerbeschwerden erhalten (Stand: 7. Mai). „Das ist ein deutlicher Anstieg“, erklärte am Wochenende Maria Hedimbi, Pressesprecherin des Arbeitsministeriums, das in der vergangenen Woche von Klagen „überhäuft“ worden sei. Offiziellen Angaben zufolge haben bereits allein zehn Unternehmen gemeinsam 543 Angestellte entlassen.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beunruhigen den Arbeitsrechtler Herbert Jauch. „In Anbetracht der Tatsache, dass die Arbeitslosenrate in Namibia bereits vor der Pandemie bei 34 Prozent lag und wir im Laufe der kommenden Monate tausende Jobverluste erwarten können, wächst das Machtungleichgewicht zwischen Arbeitgebern und -nehmern“, ergänzte der Fachmann. Ihm zufolge entsteht so eine „beklemmende Atmosphäre“: Unter Angestellten wachse die Angst um den Arbeitsplatz, womit das Personal dem jeweiligen Arbeitgeber stärker ausgeliefert sei. „Viele halten sich mit Beschwerden zurück, weil sie ihr Einkommen nicht verlieren wollen“, so Jauch, laut dem nur ein Fünftel der Arbeitnehmer in Namibia einer Gewerkschaft angehören.

Laut Angaben des Arbeitsministeriums gibt es im Gastgewerbe, in der Transportbranche und unter Hausangestellten die meisten Klagen. „Die Beschwerden rangieren von Zwangs- und unbezahltem Urlaub über nicht abgemachte Gehaltskürzungen bis hin zu Verstößen gegen die Kurzarbeit-Regeln“, berichtete Hedimbi. Wesentliche Probleme seien eine fehlende beziehungsweise einseitige Kommunikation zwischen Arbeitgebern und -nehmern sowie ein Mangel an Transparenz. „Es müssen Verhandlungen und Übereinkünfte stattfinden, bevor irgendwelche Entscheidungen gefasst und umgesetzt werden“, so die Ministeriumssprecherin. „Eine einvernehmliche Vorgehensweise mit Konsens als Ziel kann helfen, Dispute zwischen den Parteien zu vermeiden.“

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