29 Oktober 2018 | Gesundheit

Suizid dritthäufigste Todesursache

Selbstmord stark verbreitet unter Jugendlichen – Wissenschaftliche Studien fehlen

Rund 800000 Menschen nehmen sich jedes Jahr das Leben. Unter Jugendlichen ist der Freitod die dritthäufigste Todesursache. Und doch gibt es weltweit bislang nur wenige Studien, die sich dieser gesellschaftlichen Herausforderung annehmen. Namibia legt nun vor.

Von Nina Cerezo, Windhoek

Täglich entscheiden sich mehr als 2100 Personen weltweit ihrem Leben ein Ende zu setzen. Diese Zahl nannte Professorin Ella Arensman von der College-Cork-Universität in Irland, die unter anderem als Wissenschaftlerin im Kollaborationszentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Selbstmord und Selbstmordprävention arbeitet. Arensman war vergangene Woche zu Gast in Namibia, um im Rahmen eines viertägigen Seminars zur Erarbeitung eines nationalen Strategieplans zur Selbstmordprävention als Expertin und Beraterin zu agieren.

„Somit nehmen sich jedes Jahr mehr Menschen das Leben, als dass sie an den Folgen von international vorkommenden Krankheiten wie Malaria oder Brustkrebs sterben“, berichtet die Expertin und bezieht sich dabei auf Angaben der WHO. Dabei seien es grundsätzlich mehr Frauen, die einen Selbstmordversuch unternehmen, wohingegen mehr Männer tatsächlich auch ihrem Leben ein Ende setzen.

Ein erschreckendes Bild zeige sich auch in der Altersgruppe der zwischen 15- und 19-Jährigen. Hier sei der Freitod nach Verkehrsunfällen und zwischenmenschlicher Gewalt die dritthäufigste Todesursache. Im Jahr 2015 hätten sich dabei mehr als 50000 Jugendliche das Leben genommen.

Kritisch sieht die Expertin in diesem Zusammenhang den Einfluss von Sozialen Medien. Gegen beispielsweise Mobbing im Netz und die Schnelligkeit, mit der sich im Internet Nachrichten verbreiten, sei es fast unmöglich anzukommen, so Arensman.

Doch trotz der hohen genannten Zahlen gibt es gemäß der Professorin weltweit nur eine „schlechte Datenlage“ zu Selbstmordstatistiken und Selbstmordversuchen. „In nur 20 Ländern wurden bislang nationale Studien durchgeführt und nur 60 Länder verfügen über erfasste Daten zur Selbstmordrate“, erklärt die Professorin, die daher die nun veröffentlichte Studie Namibias lobt. So hat das Gesundheitsministerium am Donnerstag einen nationalen Bericht zu Suizidzahlen, Selbstmordursachen und durchgeführte Präventionsmaßnahmen im Jahr 2016 veröffentlicht (AZ berichtete).

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