21 Oktober 2021 | Leserpost

Streit um Minenangelegenheiten

Betr.: Streit um Minenarbeiter entbrannt (12.10)

In der Dienstagausgabe der Allgemeinen Zeitung geben Sie Inhalte aus einem Schrieb von Herrn Christof Tscharntke wieder. Ich habe diesen Brief, der zeitgleich an die AZ, das Minenamt und die Polizei in Usakos gegangen ist, ohne jegliche vorherige Kontaktaufnahme am Sonntag erhalten. Am Montag befand ich mich in Windhoek und Frau Moser hat auf Nachfrage von meiner Tochter Katrin meine Handynummer erhalten. Trotzdem veröffentlichen Sie die Aussagen von Herrn Tscharntke, die rufschädigend für meinen Sohn Hagen, dem die Farm Ameib gehört, sowie für das von meiner Frau geführte Ameib Gästehaus sind, ohne sich meine Version der Hergänge anzuhören.

Seit vielen Jahren erlaubt Herr Christof Tscharntke von der Farm Dawib Ost Kleinminern den Zutritt zu seiner Farm, wohl wissend, dass diese Kleinminer nicht nur auf Dawib Ost schürfen, sondern Tscharntkes Farm als Sprungbrett für illegale Aktivitäten auf anderen Farmen nutzen. Dabei versucht Tscharntke sich als Ausländer aus politischem Opportunismus mit den Leuten gut zu stellen und die Verantwortung zur Lösung der Probleme auf die alteingesessenen ‚weißen‘ Farmer abzuwälzen.

Im Zuge dieser Entwicklung ist es auf dem viel besprochenen Rondekop zu folgender Situation gekommen: Auf diesen Berg stossen die Farmen Dawib Ost, Brabant und Ameib zusammen. Auf der Ostseite fällt dieser Berg meist nahezu senkrecht, überall jedoch mit etwa 90 Grad Steigung zu den Farmen Brabant und Ameib hin ab. Von der Westseite lässt sich dieser Berg mühelos über die Farm Dawib besteigen. Dabei passieren die Kleinminer das Farmhaus von Tscharntke in unmittelbarer Nähe, um beidseits der Grenze, zum Teil unmittelbar an der Steilwand nach Osten zu schürfen. Dabei bewegen sie sich, wenn Sie auf unser Land übertreten, nur in einen Bereich von etwa 100 Metern Abstand von Tscharntkes Grenze. Der Aufstieg von Osten ist nur von einem geübten Kletterer in einem gefährlichen Aufstieg zu bewältigen.

Die Kleinminer, und vor allem kriminelle Elemente, die die ungeordneten Verhältnisse auf der Farm Dawib ausnutzen, beobachten mit Ferngläsern das Geschehen und jegliche Annäherung von unserer Seite, verhöhnen von oben unsere patrouillierenden Wildhüter und ziehen sich bei Bedarf hinter die Grenze zurück, um mir zu erklären dass Herr Tscharntke den Zutritt genehmigt habe. So ist am Fuße des Rondekop im Jahre 2018 auf der Farm Ameib ein Nashorn gewildert worden. Das Horn wurde zur Farm Dawib hin entfernt und laut Information, die die Polizei erhalten hat, wurde die Tatwaffe in den Bergen versteckt. Die Polizei war mehrfach hier, um in den Bergen nach der Waffe zu suchen. Interessanterweise weist Herr Tscharntke in seinem Schreiben nun darauf hin, dass auf seiner Farm Waffen versteckt werden.

Die Kleinminer sind beileibe nicht das einzige und bei Weitem nicht das größte Problem. Die Farm Dawib Ost ist wegen des Fehlens jeglicher Kontrolle zu einem Sprungbrett für Wilderei auf die benachbarten Farmen, für Diebstahl, sowie zum Schmuggel mit den geschützten endemischen Rüppel Papageien geworden. Mein Sohn und ich haben 4 Vollzeit Wildhüter angestellt, die täglich und in Vollmondnächten patrouillieren, um die Wilderei, unter anderem von der Farm Dawib Ost ausgehend, einzudämmen. Dabei haben wir zunächst die Polizei um Hilfe gebeten. Als jedoch der Erfolg ausblieb, habe ich persönlich mit unseren Wildhütern die Wilderer über die Farm Dawib hinweg verfolgt, festgenommen und der Polizei übergeben. Der Pächter der Farm Dawib Ost, dessen Rinder auf Dawib weiden, Herr von Wielligh, hat mich angerufen und sich dafür bedankt, dass nun endlich jemand etwas unternimmt.

Hier eine Kostprobe, womit wir uns bezüglich Wilderei, die von Dawib ausgeht, herumschlagen müssen

- Unter Case-Nr. CR 35/05/2015: 2 Wilderer, die mit Eseln und Hunden von Dawib aus nach Ameib übergetreten sind und einen Oryx und ein Warzenschwein gewildert haben, über die Farm Dawib hinweg (wo sie zunächst einmal gelagert und von dem Fleisch gebraten hatten) verfolgt, im Kommunalland gestellt und der Polizei übergeben.

- Unter Case-Nr. CR 02/09/2015: der Usakos Polizei 3 Wilderer, die mit Hunden von Dawib aus unsere Grenze überschritten haben, über die Farm Dawib Ost hinweg verfolgt und nahe der Spitzkoppe gestellt und der Polizei übergeben.

- Unter Case-Nr. CR 05/05/2016: 2 Wilderer, die wiederum von Dawib Ost aus nach Ameib eingedrungen sind und einen Oryx gewildert hatten. Verhaftet und der Polizei übergeben.

- Unter Case-Nr. CR 14/06/2017: 2 Wilderer, die von ihrem Lager auf der Farm Dawib Ost nach Ameib übergetreten sind, auf der Farm Dawib verhaftet und deren Esel konfisziert, nachdem sie auf der Farm Ameib einen Oryx gewildert hatten.

- Unter Case-Nr. CR 01/09/2018: eine bewaffnete Nashornwildererbande, die von Dawib Ost aus eingedrungen war, nach einem Schusswechsel gestellt und festgenommen. Die Tatwaffe mit Schalldämpfer und Zielfernrohr sowie die Wilderer der Polizei übergeben.

Man mag sich vorstellen, dass wir beileibe nicht alle Wilderer fassen können und ständig Wild in Schlingen verlieren. Eine ähnliche Situation haben wir an unserer Ostgrenze, auch dort ausgehend von einer vollständig unkontrollierten, „absentee landlord“ Farm. Die Situation an der Dawib Grenze ist jedoch deshalb besonders kompliziert, weil sich Kriminelle mit Ferngläsern und Handys auf dem Rondekop direkt hinter der Grenze, oberhalb der Steilwand, in der Nähe des Tscharntke Farmhauses positionieren und uns von dort aus beobachten, um sich, sobald wir den gräflichen, mühsamen Aufstieg in Angriff nehmen, in aller Ruhe auf der unkontrollierten Tscharntke Farm in Sicherheit zu bringen. Herr Tscharntke hat diese Situation herbeigeführt, und nun da seine Mauscheleien mit den Kleinminern und sein Bluff ins Gegenteil umschlägt, versucht er wieder einmal das Problem auf die alteingesessenen „weißen Farmer“ abzuschieben. Der Zutritt zum Rondekop könnte von Herrn Tscharntke problemlos unterbunden werden, genauso wie der Unterschlupf aller möglichen zwielichtigen Elemente auf der Farm Dawib unterbunden werden könnte.

Besonders interessant ist die Tatsache, dass Herr Tscharntke in perfidem Opportunismus nicht nur die weißen Farmer bemüht, sondern die Trophäenjagd verunglimpft. Tscharntke hat sich vor einigen Jahren mir gegenüber damit gebrüstet, dass er in kurzer Zeit zwei Leoparden erlegt hat und mir stolz die als Ganzpräparat in seinem Wohnhaus dargestellte Trophäe einer der beiden Großkatzen gezeigt. Man mag über die streng regulierte nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen unterschiedlicher Meinung sein, aber sie trägt zum Erhalt natürlicher Lebensräume bei. Es wäre interessant zu wissen, innerhalb welchem rechtlichen Rahmen Tscharntke jedoch streng geschützte Leoparden jagt.

Es wäre zu wünschen, dass die Allgemeine Zeitung nicht nur diesen Leserbrief veröffentlicht, sondern aufgrund ordentlicher Recherche die verursachten Rufschädigungen korrigiert.

Mit freundlichen Grüßen

Kai-Uwe Denker

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