13 September 2017 | Polizei & Gericht

Strafe von Schiefer verkürzt

Oberstes Gericht entspricht Revisionsantrag von Elternmörder

Weil bei der Strafbemessung im Falle des Elternmörders Romeo Schiefer die mildernden Umstände nicht hinreichend berücksichtigt wurden, hat das Oberste Gericht dessen Haftstrafe in einem gestern ergangenen Revisionsurteil um sechs Jahre verkürzt.

Von Marc Springer, Windhoek

Schiefer wurde am 25. September 2013 schuldig gesprochen und einen Monat später zu 48 Jahren Haft verurteilt. Richterin Naomi Shivute sah es damals als erwiesen an, dass der Angeklagte am 18. Januar 2008 seine Eltern Frans und Francina (beide 50 Jahre alt) nach einem Streit in der gemeinsamen Wohnung in Khomasdal umgebracht hat. Außerdem kam sie zu dem Ergebnis, dass er seiner Mutter eine Autobank-Karte entwendet und sich dadurch neben vorsätzlichem Mord in zwei Fällen auch des Diebstahls schuldig gemacht hat.

Shivute berief sich dabei neben diverser Indizien und Zeugenaussagen vor allem auf ein Geständnis, dass Schiefer kurz nach der Tat abgelegt und einen Monat später widerrufen hatte. Darin gab er an, seine Mutter habe ihm unmittelbar vor der Tat schwere Vorwürfe über seine schlechten Schulleistungen gemacht und ihn dadurch in derartige Rage versetzt, dass er ein Messer aus der Küche geholt und ihr damit mehrere Stichwunden zugefügt habe.

Anschließend sei er in das Zimmer seines schlafenden Vaters gegangen, habe dort dessen Pistole aus der Schublade genommen und ihn damit durch ein Kissen erschossen. Dann sei er in das Schlafzimmer seiner Eltern gegangen in das sich seine schwer verletzte Mutter inzwischen geflüchtet habe und habe „wiederholt“ auf sie geschossen.

In ihrer Strafmaßverkündung hatte Shivute als erschwerenden Umstand gewertet, dass Schiefer ebenso kaltblütig wie kalkuliert vorgegangen, seinen Eltern „keine Gnade“ und anschließend keine Reue gezeigt habe. Dass er den Vater im Schlaf erschossen und der Mutter neben zahlreichen Stichwunden auch 17 Schussverletzungen beigebracht habe, zeuge davon, dass er nicht nur in vorsätzlicher Tötungsabsicht, sondern auch vollkommen unbarmherzig und emotionslos vorgegangen sei. Demnach verurteilte sie Schiefer zu zwei Mal 28 Jahren Freiheitsentzug wegen doppelten Mordes. Gleichzeitig ordnete sie an, dass acht Jahre der zweiten Haftstrafe parallel zu der im ersten Fall des Mordes auferlegten Gefängnisdauer zu verbüßen sind, wodurch sich der effektive Freiheitsentzug auf 48 Jahre summiert.

In dem von Richter Petrus Damaseb verfassten und seinen Kollegen Dave Smuts und Elton Hoff bestätigten Urteil kommen diese zu dem Ergebnis, dass die Länge des gegen Schiefer verhängten Freiheitsentzugs unverhältnismäßig sei. Schließlich gebe es keine Hinweise dafür, dass er gewalttätig veranlagt sei, die Tat in irgendeiner Weise vorbereitet, oder den Vater erschossen habe, um dadurch einen möglichen Zeugen des vorangegangenen Angriffs auf die Mutter zu beseitigen.

Angesichts seines irrationalen Verhaltens sei vielmehr denkbar, dass Schiefer wie selbst behauptet, tatsächlich an psychischen Problemen leide. Obwohl dies reine Spekulation sei, stehe fest, dass er zur Tatzeit erst 18 Jahre alt und nicht vorbestraft gewesen sei. Darüber hinaus habe er zum Zeitpunkt seiner Verurteilung bereits sechs Jahre in Untersuchungshaft verbracht.

Diesen Faktoren sei in der Strafbemessung nicht genügend Gewicht beigemessen worden. Demnach bestätigt Damaseb zwar die wegen zweifachen Mordes auferlegte Haftstrafe von jeweils 28 Jahren, ordnete jedoch an, dass Schiefer 14 (statt vorher 8) Jahre davon parallel zueinander absitzen wird, wodurch sich die effektive Haftdauer auf 42 Jahre reduziert.

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