12 November 2020 | Verkehr & Transport

Steuern über Umwege

Behörde erhöht Straßenbenutzungsgebühr mit 42 Prozent

Im Juli lobt eine Behörde - die RFA - das namibische Straßennetz über den grünen Klee und vier Monate später macht die Schwesternbehörde RA das marode Straßennetz Namibias dafür verantwortlich, dass eine 42-prozentige Erhöhung der Straßenbenutzungsgebühren eingeführt wird.

Von Frank Steffen & Nampa, Windhoek

Der Geschäftsführer der namibischen Straßenverwaltungsbehörde (Road Fund Administration, RFA), Ali Ipinge, sagte am Dienstag während eines Konsultationstreffens mit RFA-Interessenträgern in Windhoek, dass sich die Qualität des namibischen Straßennetzes aufgrund der über die Jahre anhaltenden Unterfinanzierung weiter verschlechtert zumal sich suboptimale Wartungsarbeiten ebenfalls bemerkbar machen würden.

Die Bemerkung steht im krassen Widerspruch zu der stolzen Ankündigung seitens der Straßenbehörde (Roads Authority, RA), die als Geldgeber für namibischen Straßenbau und Netzentwicklung noch im Juni stolz angekündigt hatte, dass die namibischen Straßen erneut - und zwar bereits vier Jahre lang in Folge - als die beste Straßeninfrastruktur in Afrika eingestuft wurde. Das entsprach dem Bericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) über die Qualität der Straßeninfrastrukturen im Jahr 2019. Demnach würde Namibia Länder wie Ägypten (zweiter Platz) gefolgt von Ruanda, Marokko, Mauritius und Südafrika anführen.

Auf die Straßenfinanzierung eingehend behauptete Ipinge jetzt, dass die RFA 3,9 Milliarden N$ für die routinemäßige Wartung, Abdichten, Rehabilitation, Umgestaltung und Modernisierung des nationalen Straßennetzes benötige. Ihr stehe allerdings im Rahmen ihres Geschäftsplans nur 2,6 Mrd. N$ zur Verfügung, wodurch im laufenden Geschäftsjahr ein Finanzierungsengpass von 1,3 Mrd. N$ entstehen würde. Infolgedessen befänden sich 43 Prozent des Schotterstraßennetzes in einem inakzeptablen Zustand, während 10 Prozent des asphaltierten Straßennetzes in einem schlechten Zustand seien.

„Der schlechte Zustand der Straßen kostet Verkehrsteilnehmer zusätzliche 3,9 Milliarden N$ pro Jahr und zwar in Form von erhöhtem Verschleiß ihrer Fahrzeuge, Fahrzeugunfällen und Reifenschäden. Daher ist ein intensiveres Programm erforderlich, um das Schotterstraßennetz wieder in Ordnung zu bringen. Durch ein Wiederaufbereitungsprogramm können die Schotterstraßen auf die Standards der ursprünglichen Entwurfsspezifikationen zurückgesetzt werden und somit die Befahrungstauglichkeit verbessert und die Kosten für die Fahrzeugwartung gesenkt werden“, stellte Ipinge fest.

Letztendlich kam Ipinge zum Punkt: Basierend auf den Stückkosten von 2019 würden die regelmäßigen Wartungskosten der Schotter- und Teerstraßen jährlich um 915 Millionen N$ zunehmen, weshalb die Straßenbenutzungsgebühren um 42 Prozent erhöht würden.

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