22 März 2019 | Afrika

Steigendes Wasser in Mosambik

Nach Wirbelsturm „Idai“ warnen Helfer vor Überschwemmungen

In Mosambik sprechen Helfer wegen massiver Überschwemmungen schon jetzt von einer „Insellandschaft“. Zahlreiche Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten. Und es regnet weiter. Experten warnen bereits vor dem Ausbrechen von Krankheiten im Katastrophengebiet.

Von Deutsche Presse-Agentur, dpa
Beira

Nach dem tropischen Wirbelsturm „Idai“ spitzt sich die Lage in Mosambik wegen anhaltend starker Regenfälle weiter dramatisch zu. Hunderttausende sind im Zentrum des Landes von schweren Überschwemmungen betroffen, und das Wasser soll bis zum Wochenende weiter ansteigen. Die Vereinten Nationen warnten am Mittwoch, mancherorts könnten die Fluten bis zu acht Meter hoch sein. Für Tausende Menschen, die auf Hausdächern ausharrten und verzweifelt auf Hilfe warteten, war die Situation lebensgefährlich.

„Für manche dieser Menschen wird es hart, ihre Häuser werden nicht hoch genug sein“, sagte eine Sprecherin des Roten Kreuzes in Mosambik, Hanne Roden. Daher sei es momentan für Helfer oberste Priorität, die Menschen in den zahlreichen von der Außenwelt abgeschnittenen Orten zu retten. „Wir haben allerdings nicht genügend Boote und Hubschrauber“, sagte Roden. Zunächst hatte der Zyklon zu großen Überschwemmungen geführt. Nun bringen die bereits über die Ufer getretenen Flüsse noch die vom Zyklon im Hinterland abgeladenen Wassermassen in die tieferliegenden Küstengebiete. „Es ist schlimm jetzt, aber es wird noch schlimmer werden, bevor es besser wird.“

Der Zyklon „Idai“ mit der Stärke vier von fünf war in der Nacht zum Freitag vergangene Woche vom Indischen Ozean in der Nähe von Beira auf Land getroffen. In der Hafenstadt mit rund 500000 Einwohnern gab es immer noch keinen Strom und keine Wasserversorgung, das Leichenhaus war überfüllt. Am Mittwoch funktionierte allerdings erstmals das Handynetz wieder, erklärte die Mobilfunkgesellschaft Tmcel.

Die Regierung rief unterdessen den Notstand aus, um mehr Hilfe zu mobilisieren. Zudem galten ab Mittwoch drei Tage Staatstrauer, um der Opfer zu gedenken, wie Präsident Filipe Nyusi erklärte. Er hatte am Montag gewarnt, es könne mindestens 1000 Tote geben. Das Rote Kreuz rechnet mit bis zu 400000 zeitweise obdachlosen Menschen. Unzählige Gebäude, rund 30 Krankenhäuser und 500 Schulen wurden beschädigt.

„Hier ist ein Zyklon mitten auf eine Metropole getroffen, das macht die Auswirkungen dieser Katastrophe besonders schwer“, sagte der Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, Christian Reuter. Es gebe nun auch eine „große“ Gefahr, dass Durchfallerkrankungen wie Cholera ausbrechen. Um das zu vermeiden, müsse dringend die Versorgung mit Trinkwasser wiederhergestellt werden.

Mosambik wird immer wieder von schweren Wirbelstürmen getroffen. Der Zyklon „Favio“ beispielsweise hatte 2007 rund 130000 Häuser beschädigt und zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen. „Idai“ forderte zudem in Simbabwe rund 100 Menschenleben sowie etwa 50 in Malawi.

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