23 April 2020 | Soziales

Stay at home ohne Zuhause

Swakopmunderin hilft Frauen und Kindern im ganzen Land

Wie soll eine Mutter mit ihren Kindern in diesen Zeiten zu Hause bleiben, wenn sie nur eine winzige Hütte ohne Wasser und Strom hat?”, fragte sich Konny von Schmettau, als in Namibia der Ausnahmezustand ausgerufen wurde.

Seit fünfzehn Jahren kümmert Konny sich um alleinerziehende Mütter in Namibia, hilft ihnen mit Lebensmitteln, Kleidung, Medikamenten und Schulbedarf. Als 2010 der Künstler-Holzmarkt in Okahandja abbrannte, sammelte sie Spenden und errichtete in Absprache mit dem Marktkomitee zwei Gebäude mit jeweils zehn Ständen, an denen die Frauen ihre Souvenirs verkaufen können.

Für einige andere Frauen wurden kleine Koch- und Grillstationen aufgebaut, manche konnte als Kassiererin zum Supermarkt oder Reinigungskraft vermittelt werden. „Egal, was wir arbeiten, so lange wir damit Geld verdienen und unsere Kinder ernähren können!“, lautet das Credo der Mütter, die dankbar sind, wenn sie aus dem Teufelskreis der Armut heraus kommen.

„Oftmals fehlt es lediglich an einem kleinen Startkapital, um ein Geschäft oder einen Marktstand aufzubauen“, weiß Konny von Schmettau, „und es ist sehr wichtig, eng mit den Frauen zusammen zu arbeiten, ihre Wünsche zu respektieren und ihnen auf den Sprung zu helfen. Damit werden sie in ihrer Selbständigkeit bestärkt, bekommen Selbstvertrauen und können sich ein eigenes Leben aufbauen, in dem sie nicht auf Almosen angewiesen sind.“

Kindergärten, Suppenküchen, Schulen und Schülerheime unterstützt von Schmettau ehrenamtlich mit Spenden und ihrem eigenem Einkommen.

Hand in Hand arbeitet die Swakopmunderin seit zwei Jahren mit der deutschen Rechtspflegerin Anja Neuhaus aus Wesel zusammen, um noch intensiver helfen zu können. Anja Neuhaus, im Kirchenkreis Wesel sehr aktiv auch in der Partnerschaftsarbeit mit Namibia, kommt mehrfach im Jahr nach Namibia. In Kooperation mit dem Pastoren-Ehepaar in Otjiwarongo und vielen engagierten Mädchen und jungen Frauen wurden „Girls Clubs“ an vielen Orten Namibias gegründet, in denen ein reger Austausch und gegenseitige Unterstützung im Vordergrund stehen, um dann als Team denjenigen zu helfen, die weit unter dem Existenzminimum leben.

So unterstützt der Sion Girls Club aus Otjiwarongo mit Hilfe in Deutschland gesammelter Spendengelder über 100 Menschen, die auf der Müllhalde leben. Einige der Kinder konnten durch deutsche Patenschaften bereits in Hostels und Kindergärten untergebracht werden, um sie aus ihrem traumatischen Lebensumfeld heraus zu holen.

Mit dem Lockdown in Namibia fallen selbst die kleinsten Arbeiten für die Mütter weg, seien es Näharbeiten oder kleine Verkaufsstände. „Stay at home“ ist für jede von ihnen eine Katastrophe. Die Mütter sitzen ohne Licht und Lebensmittel mit ihren Kindern in winzigen Hütten und hungern!“, beschreibt Konny von Schmettau die Situation vor Ort. „Dass Anja und ich hier schnellstmöglich etwas unternehmen müssen, war sofort klar, und so initiierten wir eine Spendenaktion beim kostenlosen Hilfsportal Betterplace“.

Binnen weniger Tage kamen die ersten 2000 Euro zusammen, Anja sandte das Geld nach Namibia und Konny kauft für die Familien in Not ein. Die Bank Windhoek stellt ein kostenloses Spendenkonto zur Verfügung und sorgt für einen guten Wechselkurs. Es gibt keinerlei Verwaltungskosten, da alle ehrenamtlich arbeiten.

Auch die Girls Clubs in Otjiwarongo, Katutura, Kamanjab, die Marktfrauen in Okahandja und Mütter im Swakopmund Reseetlement DRC sind in die Hilfsaktionen involviert und sorgen für die Verteilung von Lebensmitteln, Seife und anderen wichtigen Bedarf in den Armenvierteln.

„Das ist echte Frauenpower an strategisch wichtigen Orten Namibias, die es uns ermöglicht, schnell und unbürokratisch zu helfen“, erklären Konny von Schmettau und Anja Neuhaus. „Wir sind völlig begeistert von der Spendenbereitschaft in Deutschland und sogar in Namibia und danken von Herzen allen, die uns helfen zu helfen!“

Die Spendenaktion findet sich unter folgendem Link:

https://www.betterplace.me/corona-in-namibia-stay-at-home-ohne-zuhause?fbclid=IwAR0abPhKcqCX8_-VUaYBDH4ytHgOdwUHm4UKJy_11-x4efr4rVGWMrjAF3k

Wer einen Beitrag leisten möchte, kann Konny von Schmettau auch direkt kontaktieren unter 081-4859550 oder E-Mail [email protected]

Gastbeitrag

BU's:

Fotos: Konny von Schmettau

Projektarbeit Otji:

Ein großzügiger Unterstützer aus Wesel, Frank Claus; Pastorenfrau und Krankenschwester Benigna Guidao-Oas aus Otjiwarongo; Anja Neuhaus; ein Dorfbesucher; Wolfgang Neuhaus, der berühmte Pantomime Nemo aus Düsseldorf (v.l.) sowie im Vordergrund Konny von Schmettau.

Konny Okahandja Spenden:

Konny von Schmettau mit ihrem Patenkind, dem behinderten Waisenjungen Victor Leevi und dessen Ziehmutter auf dem Künstler-Holzmarkt in Okahandja.

Sion Girls:

Die jungen Frauen des Sion Girls Club aus Ojiwarongo (v.l.) unterstützen u.a. Frauen und Kinder, die auf der Müllhalde leben: Lucresia Abrahams, Beningna Guidao- Oas, Lisiaan Coloty Gauases, Hedwig Wohler, Lea Gertze, Hermine Unaes, Desire So- Oabes and seated Delien Tjombe. Nicht auf dem Foto, aber ebenso aktiv sind Adelheid Gamiros und Florence Kariko.

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