17 April 2018 | Polizei & Gericht

Staatsanwalt zu Haft verurteilt

Novum: Ankläger wegen Missachtung des Gerichts schuldig gesprochen

Ein Wortgefecht mit einem Magistratsrichter hätte einen Staatsanwalt am Freitag fast die Freiheit gekostet, nachdem er wegen Missachtung des Gerichts schuldig gesprochen und zu einer Haftstrafe von 30 Tagen verurteilt wurde, ohne diese antreten zu müssen.

Von Marc Springer, Windhoek

Laut Verhandlungsprotokoll ging dem Streitgespräch eine Diskussion darüber voraus, wer für die Verzögerung in einem Verfahren gegen zwei des Diebstahls beschuldigte Angeklagte verantwortlich sei. Auslöser war der Hinweis von Staatsanwalt Rowan van Wyk, wonach Generalstaatsanklägerin Martha Imalwa bisher nicht entschieden habe, ob sie ein Verfahren gegen die beiden Verdächtigten einleiten werde.

Obwohl sich die Versionen über den Verlauf des anschließenden Schlagabtausches unterscheiden, scheint gesichert, dass Magistratsrichter Gerrit van Pletzen aus dieser Aussage den Rückschluss zog, van Wyk wolle der Generalstaatsanklägerin die Schuld an der Verzögerung des Verfahrens zuweisen. Als van Wyk dies energisch dementierte und van Pletzen seinen Vorwurf wiederholte, soll sich der Ton zwischen den beiden Männern deutlich verschärft und der Magistratsrichter den Staatsanwalt mehrmals gewarnt haben, ihn nicht zu unterbrechen.

Van Wyk zufolge habe ihn van Pletzen ermahnt, „die Klappe (zu) halten“, was jener bestreitet. Daraufhin soll van Wyk dem Magistratsrichter unprofessionelles und respektloses Verhalten vorgeworfen und dafür eine Verurteilung wegen Missachtung des Gerichts geerntet haben. Nachdem er dafür zu 30 Tagen Freiheitsentzug verurteilt und in seiner Funktion als Staatsanwalt in dem Fall durch den Kollegen Hans Thourob ersetzt wurde, nahm die Verhandlung eine weitere Wendung.

Thourob ließ die Prozessbeteiligten wissen, dass die Ermittlungsakte in dem Fall nie das Büro der Generalstaatsanklägerin erreicht habe, woraufhin das Verfahren gegen die beiden Angeklagten eingestellt wurde. Einen ähnlich glimpflichen Verlauf nahm die Verhandlung auch für van Wyk, als Thourob ankündigte, seine Vorgesetzte Imalwa habe keine Einwände dagegen, den zu 30 Tagen Haft verurteilten Kollegen gegen Kaution freizulassen.

Bis dessen Berufung gegen die Verurteilung wegen Missachtung des Gerichts am 27. Juli das Obergericht beschäftigen wird, darf van Wyk folglich mit einer Verwarnung auf freiem Fuß bleiben. Ob die Auseinandersetzung für van Pletzen irgendwelche Folgen haben wird, ist derzeit ungewiss. Unbestätigten Berichten zufolge wollen einige Staatsanwälte am Magistratsgericht in Windhoek nicht näher definierte Maßnahmen gegen van Pletzen ergreifen, der sie in der Vergangenheit angeblich ebenfalls bloßgestellt oder schikaniert hat.

Dieser hält die Maßregelung der Ankläger angeblich für überfällig, weil jene nach seinem Empfinden immer wieder Vorwände erfinden würden, warum die Beweisführung in den von ihnen geführten Strafprozessen nicht beginnen könne.

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