23 Dezember 2009 | Natur & Umwelt

Spuren der Verwüstung im Brutgebiet

Swakopmund - Obwohl Teile des Dünengürtels und der Schotterflächen zwischen Walvis Bay und Swakopmund eingezäunt und mit Warnschildern versehen sind, haben in dieser Feriensaison schon mehrere rücksichtslose Auto-, Quadbike- und Motorradfahrer das Gebiet verwüstet, wo unter anderem die bedrohte Damara-Seeschwalbe brütet.

"Das wird von Jahr zu Jahr immer schlimmer", sagte James Tromp, Inhaber des Quadbikeverleihs Desert Explorers. "Wir (von Desert Explorers) sind verantwortungsvoll und stellen ausgebildete Reiseleiter ein, die sich auskennen. Die Übeltäter sind die Besucher, die rücksichtslos im Gebiet fahren", sagte er.

Laut Cletius Maketo, Hauptnaturschutzbeamter des Ministeriums für Umwelt und Tourismus in der Erongo-Region, wurden bis dato "einige Bußbescheide" verhängt. "In Namibia wollen wir Touristen haben und willkommen heißen. Sie müssen aber verantwortungsvoll sein und sich an die Regeln halten", sagte er. Maketo betonte, dass das Brutgebiet der Damara-Seeschwalbe sehr "sensitiv" sei und hinterlassene Fahrzeugspuren in den Schotterflächen der Namib-Wüste "besonders lange sichtbar sind".

Maketo zufolge wurde das Gebiet schon zum Nationalpark deklariert. Dies müsse allerdings noch im Amtsblatt bekannt gegeben werden, sodass das Aus für Quadbike-Fahrer endgültig feststehe. Danach werden nur noch Quadbikeverleihe (z.B. Desert Explorers) Lizenzen erhalten und in dem Dünengebiet zwischen Walvis Bay und Swakopmund fahren dürfen. Laut Maketo werde die Bekanntgabe im Amtsblatt Anfang Januar nächsten Jahres erfolgen. "Wir halten die Öffentlichkeit auf dem Laufenden", führte er aus.

"Dieser Ärger taucht immer zur gleichen Zeit auf", sagte Rod Braby, Koordinator des NACOMA-Küstenschutzprojekts, gestern auf Nachfrage der AZ. Er schlägt vor, das Problem ein für alle Mal zu lösen, indem "die Grenzübergänge nach Namibia für Ausländer, die (ein) Quadbike(s) transportieren, gesperrt werde". "Das wäre das Beste", sagte Braby. Er fügte hinzu, dass die eingeführten Schutzmaßnahmen für das Gebiet, nicht mehr ausreichend seien.

Braby betonte, dass das Brutgebiet der Damara-Seeschwalbe besonders vom Menschen beeinflusst werde. Er geht aber nicht davon aus, dass die Quadbike-Fahrer ignorant seien und die Warnschilder absichtlich missachten würden. Es habe nur "vereinzelte Fälle" gegeben, bei denen Fahrer dies gemacht hätten. Das Drahtseil, das zum Schutz des Brutplatzes gespannt worden sei, sei vor kurzem mit alter Schmiere (Grease, auch bekannt als Black Jack) von der Mine Rössing eingeschmiert worden. "Auch das gilt schon als Abschreckmittel", so Braby.

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