08 Januar 2020 | Landwirtschaft

Spendenaktion zugunsten Farm Claratal

Dortmunder Festspiele-Verein hilft Farmerehepaar über die Dürre hinweg

Die Dürre in Namibia wird allerorts mit allen Mitteln bekämpft. Der namibische Landwirtschaftsverband NAU rief deswegen die große Spendenaktion „Dare to Care“ ins Leben und trug mehr als 10 Mio. NS zusammen. Nun stellt sich heraus, dass mancherorts auch privat aus Deutschland geholfen wird.

Von Frank Steffen, Windhoek

Die Dürre in Namibia hat vielen Farmern die Existenzbasis genommen und steht Farmern, trotz erster Niederschläge, noch eine schwere Zeit bevor. Nun wollte ein AZ- Leser aus Deutschland wissen, ob es „den Leuten auf der Farm Claratal“ so schlecht gehe, dass ihnen mit Spenden geholfen werden müsse? Die Nachfrage wurde von einem Foto begleitet, dass der Leser von einem Plakat gemacht hatte, auf dem es heißt: „Spendenaktion für unsere Freunde auf der Claratal Farm in Windhoek Namibia.“

Wurde anfangs angenommen, dass es sich womöglich um die Angestellten der Farm handele, so stellte sich schnell heraus, dass die Person „Gisi“ aus Dortmund über den Verein „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“ und genauer auf der Facebook-Seite der Organisation, um Hilfe für die Farm warb. Vorgestern wurde der neueste Stand der Spendenaktion bekanntgemacht: „Das hier ist die Ausbeute aus der ausgetrockneten und versandeten Namibia-Viehtränke auf dem PLWM. 6 Wochen lang haben wir hier drin Spenden für unsere Freunde auf der Farm Claratal in Namibia gesammelt, für die 7-köpfige Farmer-Familie, für deren 60 Frauen, Kinder und Mitarbeiter aus Namibia, für 600 wertvolle Zuchtrinder, 60 wertvolle Zuchtpferde und für tausende Wildtiere.“ In der Tat kamen scheinbar durch Kleingeldspenden „108 Kilo Hartgeld im Wert von 2200,88 Euro“ zusammen - eine Spende, die die Organisation jetzt verdoppeln will.

„Das ist eigentlich keine öffentliche Angelegenheit. Es ist eine rein private und kurzfristige Dürrehilfe“, meinte Annette Freyer, Ehefrau des Farmers Heiko Freyer, in einem telefonischen Gespräch mit der AZ, erklärte dann aber weiter: „Dies ist ein persönlicher Freund der Familie, der sich für uns einsetzt, nachdem er gesehen hat, welchen Schaden wir durch die Dürre erlebt haben. Es hat bei uns bald seit zwei Jahren nicht mehr geregnet, da waren wir natürlich dankbar.“ Auf die Frage, ob sie in dieser Zeit noch 600 Zuchtrinder und 60 Zuchtpferde auf der Farm unterhalte, korrigierte sie die Zahlen. Bereits im Vorjahr seien es nur noch an die 400 Rinder gewesen und mittlerweile seien es knapp 250 Rinder und weitere 70 Tiere, die auf Pachtland stünden. So seien auch die Pferde vermindert worden.

„Unsere Angestellten und ihre Familien haben den Vorteil, dass sie ihre Arbeitsstellen nicht verlieren. Sonst müssten wir genau wie andere Farmer erwägen das Personal zu vermindern“, antwortete sie auf die Frage hin, inwiefern den Angestellten hierdurch geholfen worden sei. Sie habe allerdings auch keinen Zweifel daran, dass es sich hierbei vorerst um die letzte Hilfe handele. In einem zweiten Rückruf betonte Freyer nochmals, dass die Mittel nicht privat verbraucht, sondern „einzig und allein für den Einkauf von Futter, für die Bohrlöcher und die Einrichtung eines Rastlagers“ verwendet würden.

Die kinderlose Witwe Anna-Marie Schmerenbeck hatte in den Siebziger-Jahren die große und bekannte Farm Claratal im Khomas-Hochland an Eckhardt Freyer (Vater Heiko Freyers) vererbt, der durch seinen Beitrag zur Entwicklung der Bonsmara-Rinderrasse bekannt geworden war.

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