29 Oktober 2018 | Wirtschaft

Sorge um Stellenverluste

Konjunkturflaute fordert Opfer: Hunderte Jobs gestrichen

Die Wirtschaftsflaute stellt Arbeitgeber vor schwierige Entscheidungen: Laut der Regierung wurden in sechs Monaten über 1600 Arbeitskräfte entlassen – hunderte davon aufgrund wirtschaftlicher Faktoren. Unternehmen kämpfen mit Auftragsnot und Liquiditätsengpässen.

Von Clemens von Alten, Windhoek

Die Konjunkturflaute setzt die Geschäftswelt enorm unter Druck. „Das Land bekommt zunehmend die Auswirkungen der Wirtschaftslage zu spüren“, erklärte der Generalsekretär des Arbeitgeberverbandes NEF (Namibian Employers‘ Federation), Tim Parkhouse, am Freitag auf AZ-Nachfrage. „Wir hören regelmäßig von Firmen, die Stellen streichen müssen.“

Am Tag zuvor hatte die Presseagentur Nampa berichtet, dass Regierungsangaben zufolge zwischen Oktober 2017 und März dieses Jahres insgesamt 1616 Angestellte entlassen worden sind. In dem Bericht wird Arbeitsminister Erkki Nghimtina zitiert, der verschiedene Gründe für diese Jobverluste genannt habe: Von 781 Arbeitskräften, die zwischen Oktober und Ende 2017 ihre Beschäftigung verloren haben, seien 280 auf insgesamt 38 Unternehmensschließungen zurückzuführen; weiteren 196 Personen sei aus „wirtschaftlichen Gründen“ gekündigt worden, während 105 infolge von Umstrukturierungen entlassen worden seien; bei 67 Beschäftigten sei der Vertrag ausgelaufen und nicht erneuert worden; weitere 59 Stellen seien Firmenübernahmen zum Opfer gefallen; und bei 74 Personen habe eine „technologische Veränderung“ zur Kündigung geführt.

Mit diesen Angaben antwortete Nghimtina auf eine Anfrage der Oppositionspolitikerin Jennifer van den Heever (PDM). Die Parlamentsabgeordnete hatte wissen wollen, inwiefern die Regierung sicherstellen konnte, dass bei den Entlassungen die Rechtmäßigkeiten eingehalten worden sind. Der Minister entgegnete, dass die Gesetzgebung betroffenen Angestellten einen entsprechenden Arbeitnehmerschutz biete und eine Entlassungen generell „als letzter Ausweg“ gelte. Arbeitgeber sind Nghtimtina zufolge gezwungen, eine Reihe von Auflagen zu erfüllen, bevor sie Personal entlassen können.

„In der Regel ist es in Namibia recht schwierig, einem Angestellten zu kündigen“, so Parkhouse vom Arbeitgeberverband, der kritisiert, dass der Vorgang viel Zeit und Mühe beanspruche. „Unter anderem muss der Arbeitskommissar informiert werden. Zudem muss bewiesen werden, dass sämtliche Möglichkeiten erschöpft, Betroffene sowie Gewerkschaft aufgeklärt und alle gesetzlichen Zahlungen getätigt wurden“, erklärte der NEF-Generalsekretär. Der Verband appelliere stets an seine Mitglieder, Personalkürzungen so gut es geht zu vermeiden: „Wir wissen von einer Firma, die ihren Angestellten Stunden- und Gehaltskürzungen angeboten hat, um zu verhindern, dass die Hälfte des Personals gehen muss.“

Doch angesichts der Konjunktur seien einige Arbeitgeber gezwungen nachzugeben: „Leider sind Personalausgaben der größte Kostenpunkt und sobald sich das Geschäft verlangsamt, werden auch weniger Arbeitskräfte benötigt“, so Parkhouse, der zudem von Liquiditätsengpässen in der Wirtschaft berichtete: „Mir wurde von einer Firma berichtet, die mit einem Schuldenberg und finanziellen Schwierigkeiten kämpft, es aber nicht schafft, Zahlungsrückstände einzuholen, da die Kunden ebenfalls auf Geld warten.“ NEF-Angaben zufolge kämpft „jeder“ mit sinkenden Umsätzen, was sich wiederum auf die Steuereinnahmen der Regierung auswirke.

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