08 August 2019 | Polizei & Gericht

Sondereinsatz wird fortgesetzt

Umstrittene Operation Kalahari Desert geht ab Montag weiter

Die Polizei und das Militär wollen ihren gemeinsamen und von heftiger Kritik begleiteten Sondereinsatz am kommenden Montag fortsetzen. Dass die kollektive Kampagne gegen Kriminalität erfolgreich ist, sollen angeblich Statistiken der Vergangenheit zeigen.

Von Nampa & Marc Springer

Windhoek

Wie Polizeisprecher Edwin Kanguatjivi am Dienstag ankündigte, sollen alle Sicherheitskräfte, die an der als Operation Kalahari Desert bekannten Initiative beteiligt sind, vor Beginn deren zweiter Phase ein dreitägiges „Intensivtraining“ durchlaufen. Dabei sollten sie erneut mit ihren Pflichten und Befugnissen vertraut gemacht und im Umgang mit Zivilisten geschult werden.

Ferner appellierte er an die Öffentlichkeit mit den Beamten zu kooperieren und sie nicht bei der Ausübung ihrer Arbeit zu behindern, oder sich selbst strafbar zu machen. Dem fügte er die Warnung hinzu, dass „ungebührliches und gesetzloses Verhalten“ auf Seiten der Einwohner „auf keinen Fall“ toleriert werden würde. Außerdem war ihm die Feststellung wichtig, dass es im eigenen Interesse der Bürger sei, mit den Sicherheitskräften zusammenzuarbeiten die schließlich für ihre Sicherheit sorgen sollten.

Dass frühere Einsätze unter Operation Kalahari Desert bzw. deren Vorgänger Operation Hornkranz erfolgreich gewesen seien, versuchte Kanguatjivi anhand von Statistiken zu dokumentieren. Demnach sei die Anzahl landesweit begangener Straftaten von 8039 auf 8787 angestiegen, nachdem Operation Hornkranz beendet worden sei. Unmittelbar nach Beginn der Nachfolgeoperation Kalahari Desert seien die protokollierten Fälle von Kriminalität von 8186 im April dieses Jahres auf 7349 im Juni gesunken.

Kanguatjivi zufolge seien während der im Juni abgeschlossenen Operation Kalahari Desert insgesamt 1996 Festnahmen erfolgt, wobei 762 der Verhafteten schwerer Straftaten verdächtigt würden. Ferner seien Drogen im Werte von rund 683000 N$ beschlagnahmt und 1711 Waffen konfisziert worden, darunter drei Gewehre und 46 Pistolen.

Beschwerden über angeblich unverhältnismäßige Gewaltanwendung auf Seiten der Sicherheitskräfte relativierte der Polizeisprecher mit Hinweis darauf, derlei Klagen seien alle untersucht worden und hätten sich größtenteils als „falsch oder frei erfunden“ herausgestellt. Die Empörung über das angeblich maßlose Vorgehen der Sicherheitskräfte hatte einen Höhepunkt erreicht, als der 38-jährige Soldat Gerson Nakale im Juni auf den Wagen eines angeblich aus Simbabwe stammenden Taxi-Fahrers geschossen und dieses tödlich getroffen haben soll. Das Opfer hatte zuvor angeblich unmittelbar vor einer Straßensperre im Windhoeker Vorort Greenwell Matongo gewendet und war mit hoher Geschwindigkeit davongefahren.

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