05 Juni 2018 | Meinung & Kommentare

So-so, Kriminalität nimmt ab!

In ihrer Rede zur Lage der Region hat die Khomas-Gouverneurin, Laura McLeod-Katjirua, die Region sowie die Polizei wegen der angeblichen Abnahme der Kriminalitäts-Statistik gelobt – ganze zwei Prozent! Stolz berichtet sie vom Einsatz der Technik in der Form von Überwachungskameras.

Diese Abnahme beruhe auf dem angeblichen Rückgang von Körperverletzung (11%), Wohnungsdelikten (19%), Morden (27%) und Vergewaltigungen (sogar 44%). Die meisten dieser Vergehen haben aber mit einer elektronischen Überwachung eher wenig zu tun, denn sie können nicht dadurch verhindert werden. Dagegen wagt man zu glauben, dass eine Abnahme auf die engere Zusammenarbeit zwischen den Nachbarschaftswachen und der Stadtverwaltung zurückzuführen ist. Denn die Nachbarschaftswachen haben der Stadtpolizei den Hauptteil ihrer Arbeit abgenommen, indem sie der Kriminalität durch Vorbeugung die Stirn bieten. Die Stadt hat dazu beigetragen, indem sie die großen offenen Areale mit Sicherheitszäunen umzäunt und dadurch die Fluchtwege versperrt hat.

Vielleicht kann uns die Gouverneurin doch nochmal anhand von handfesten Beispielen erklären, welchen Teil ihr Regionalbüro oder die namibische Polizei zu einer Verminderung dieser Statistik beigetragen hat? Denn unsere liebe Polizei schickt seit sechs Monaten nur dann Polizeiberichte raus, wenn einer der Beamten Lust hat, diesen so lästigen Bericht zu erstellen. Das deckt sich aber in etwa mit dem Beantworten des Telefons, wenn man die Polizeiwache/n anruft. Eine Antwort und eine Durchstellung an einen Beamten oder eine Beamtin, der oder die sich der Sache auch annehmen, ist eine reine Glückssache. Wo keine Fälle angenommen werden, kann eine Statistik auch nicht zunehmen!

Somit sind wir bei der Zunahme der Lärmbelästigung sowie des illegalen Warenhandels (plus 190%) und wichtiger noch den mit 17% gestiegenen, bewaffneten Überfällen angelangt. Hier hätte sich doch die elektronische Überwachung in der Tat auszahlen müssen. Wehe dem, der da Böses denkt.

Von Frank Steffen

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