05 März 2019 | Polizei & Gericht

SME-Bank wurde „ausgeraubt“

Beteiligte sollen veruntreuten Millionenbetrag erstatten

Die insolvente SME-Bank ist nicht an verfehlten Investitionen gescheitert, sondern systematisch ausgeplündert worden. Das ist das Fazit der Konkursverwalter, denen es gestern gelungen ist, Vermögenswerte von 15 an dem Betrug beteiligten Personen und Firmen vorerst zu beschlagnahmen.

Von Marc Springer, Windhoek

Durch die von Richter Collins Parker erlassene Verfügung werden die Insolvenzverwaltern Dave Bruni und Ian McLaren befugt, zivilrechtliche Schritte gegen die Antragsgegner Enock Kamushinda, Tawanda Mumvuma, Joseph Tapiwa Banda, Chiedza Goromonzi und Lyndon Gaidzanwa einzuleiten, die alle in leitender Funktion bei der SME-Bank angestellt waren und nach deren Pleite in die Heimat nach Simbabwe zurückgekehrt sind.

Ferner werden Bruni und McLaren ermächtigt, die fünf Antragsgegner persönlich zu belangen bzw. die von ihnen angeblich veruntreuten 347 Millionen N$ plus Zinsen bei den von ihnen geführten oder kontrollierten Firmen einzuklagen. Die davon betroffenen Antragsgegner haben nun bis zum 26. April Zeit, schriftliche Gründe dafür vorzubringen, warum diese Verfügung nicht bestätigt und die darin definierten Maßnahmen endgültig werden sollten.

Die richterliche Anordnung geht auf einen Eilantrag der Konkursverwalter zurück, der in Abwesenheit der Beklagten verhandelt wurde und sich auf eine eidesstattliche Erklärung von McLaren stützt. Darin führt jener an, die fünf als Antragsgegner geführten ex-Manager der SME-Bank hätten in gemeinschaftlicher Absicht und mit Beihilfe der Finanzmanagers Joseph Banda und Valentine Garikayi in einem „breit angelegten Betrug“ mindestens 347 Millionen N$ des bankrotten Finanzhauses „gestohlen“.

Drahtzieher des Betrugs sei Kamushinda gewesen, der mit seinen „Komplizen“ eng befreundet gewesen sei und sich auf ihre Rückendeckung habe verlassen können. Im vollen Bewusstsein der Unrechtmäßigkeit ihres Handelns hätten die Simbabwer der Finanzabteilung der Bank „fiktive Rechnungen“ vorgelegt und sie durch Vortäuschung falscher Tatsachen zur Überweisung hoher Beträge in Konten mit gefälschten Namen mutmaßlicher Empfänger bewogen.

So sei beispielsweise eine als „Investition“ gekennzeichnete Zahlung an eine als Mamepe Capital Asset Managers identifizierte Firma veranlasst worden. Die dafür angegebene Kontonummer habe jedoch einem Unternehmen namens Asset Movement and Financial Services gehört, die lediglich „als Vehikel für den Betrug der handelnden Personen fungiert“ habe. Diesen modus operandi hätten die Betrüger zwischen Dezember 2013 und Januar 2015 mehrmals angewandt und gegenüber Kollegen und Buchprüfern dabei vorgegeben, die von ihnen umgeleiteten Beträge seien Ausgaben für Computer Software und Hardware, Baukosten und ähnliches gewesen.

Die Täuschung sei zunächst nicht aufgefallen, weil die „korrupten Manager“ wechselweise verschiedene Firmen als angebliche Inhaber der für ihren Betrug genutzten Konten angegeben hätten. So seien als vermeintliche Begünstigte zum Beispiel Firmen wie Moody Blue oder Transparancy.com genannt, aber dasselbe Konto genutzt worden. Diese Transaktionen seien meist Teil von „Massenüberweisungen“ gewesen, die auch legitime Geldtransfers enthalten hätten, durch die der Betrug „kaschiert“ worden sei.

Als die Buchprüfer im Oktober 2014 einige verdächtige Transaktionen hätten bestätigen wollen, sei den von McLaren als „Täter“ bezeichneten Simbabwer unter anderem bewusst geworden, dass sie Ausgaben in Höhe von 80 Millionen N$ für angeblich erworbenes Computerzubehör nicht hätten belegen können. Daraufhin hätten sie begonnen, die von dem Südafrikaner Mauwane Kotane geführte Firma Mamepe Capital als „Fassade“ zu nutzten und die zuvor als Zahlung für Computerzubehör getarnte Zahlung in den Büchern der SME-Bank als Investition bei Mamepe Capital deklariert.

Nachdem die Buchprüfer im Juni 2016 erneut misstrauisch geworden seien, hätten Goromonzi und Magombedze eine Liste sämtlicher „Betrugstransfers“ erstellt, die seit Dezember 2013 zur Selbstbereicherung der Beklagten getätigt worden seien. Für sämtliche dieser Überweisungen hätten sie anschließend die begleitende Begründung „rückwirkend verändert“ und zu angeblichen Investitionen bei Mamepe Capital erklärt.

Die ursprünglich gefälschten Überweisungsanträge seien dann in den Unterlagen der SME-Bank durch die umformulierten Zahlungsanweisungen ersetzt und Mamepe dazu veranlasst worden, den angeblichen Erhalt des nie überwiesenen Geldes zu bestätigen und vorzutäuschen, diese investiert zu haben.

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