20 Januar 2021 | Meinung & Kommentare

Skrupellose Jagd nach Öl

Seit mehr als zwei Jahren regen sich namibische Einwohner berechtigt über „Chinesen“ auf, die unser wertvolles Rosenholz im Nordosten Namibias abholzen und nach Asien ausführen. Die in Namibia ansässigen Chinesen fallen regelmäßig wegen Schmuggel mit Elfenbein oder Rhino-Nasenhörnern auf, wenn sie nicht seltenes Holz abkappen oder in scheinbar korrupte Landtransaktionen verwickelt sind. Von dem massiven Devisenbetrug in Höhe von mehr als drei Milliarden N$ mal abgesehen.

So bringen sie ihr riesiges Land bei Namibiern in Verruf. Dabei darf bei einer Landesoberfläche von 9596961 km² und mehr als 50 Bevölkerungsgruppen davon ausgegangen werden, dass nicht alle Chinesen Betrüger sind. Namibia ist 824 116 km² und ganz Afrika 30,4 Mio. km² groß; wir lassen uns auch nicht gern mit allen Bevölkerungsgruppen in Afrika über einen Kamm scheren.

So dient dieser Kommentar nicht dem Zweck alle Amerikaner aus 50 Staaten einheitlich zu verurteilen, doch muss es einen erheblichen Teil geben, bei denen der Kapitalismus‘ das Hirn ausschaltet. Wie sonst ist es möglich, dass in 20 Staaten knapp 137 000 Bohrlöcher für die Ölexploration (ein maßgeblicher Teil für Fracking) geschlagen worden sind? Bei einer Landesoberfläche von 9833520 km² ergibt das durchschnittlich ein Bohrloch pro 72 km²!

Jetzt haben sie es ausgerechnet auf die von einer biologischen Vielfalt gesegnete Kavango-Region abgesehen. Namibier werden mit Halbwahrheiten abgespeist und die Amerikaner haben sich genau wie die verrufenen Chinesen mit lokalen Kräften zusammengetan, damit sie die lokale Bevölkerung nach Strich und Faden einseifen können.

Warum werden diese Amerikaner nicht mit derselben Vehemenz verurteilt und angefochten, wie wir es mit den Chinesen tun? Es geht hier um dieselbe Gegend, die versaut werden soll. Obendrein ist das Grundwasser eines viel größeren Landesteils gefährdet. Der Chinese winkte mit Dollarscheinen und die Amerikaner/Kanadier von ReconAfrica eifern ihnen skrupellos nach!

Frank Steffen

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