23 Februar 2021 | Meinung & Kommentare

Sich selbst am nächsten

Vor knapp einem Jahr schienen ein Fishrot-Korruptionsskandal und eine marode nationale Fluggesellschaft zwar eine böse Angelegenheit zu sein, aber irgendwie erträglich. Nach jahrelangem Kollaps schien sich der Baubetrieb allmählich zu erholen und nach den ersten besseren Niederschlägen machte sich ein gewisser Aufschwung bemerkbar, wenngleich noch nicht das ganze Land erlöst worden war.

Von einem Tag zum anderen war das Schnee von gestern, dafür sorgte die COVID-19-Pandemie unmissverständlich. Was erst einen Monat lang andauern sollte, dann drei und dann sechs, nur um sich nun schon bald ein Jahr lang auf uns alle auszuwirken, das hat vor allem den Arbeitnehmern des Privatsektors teilweise einen nicht wieder gut zu machenden Schaden zugefügt. Geschäfte mussten reihenweise schließen - vor allem im Tourismussektor - und Leute sitzen mittellos auf der Straße. COVID-19 macht keine Unterschiede und macht vor niemandem Halt. Viele haben nur deswegen den Job nicht verloren, weil sie sich mit mageren 20 Prozent ihres vorigen Verdienstes zufriedengeben - Hauptsache ist das Brot auf dem Tisch!

Nur ein Teil der namibischen Bevölkerung kommt bisher nahezu ungeschoren davon: der Beamtenapparat. Es gab ein paar weniger Zulagen als vorher, weil man infolge der Ausgangssperren nicht mehr so oft verreisen (und speisen) konnte, aber das Gehalt blieb unangetastet - und so auch die meisten Boni. Wahrscheinlich hat sich der Anteil der persönlichen Steuerbeiträge der Staatsangestellten im Vergleich zum Privatsektor verbessert.

Von dem allen hat der Verband für Kommunalbehörden in Namibia (ALAN) scheinbar nichts mitbekommen. Auch nicht, dass die Wirtschaftsmisere dem Staat nicht erlaubt, seine geliebte Air Namibia zu retten.

Drei Monate nach Amtsantritt wollen sich diese „Stadtdiener“ mit einer 50-prozentigen Gehaltserhöhung „belohnen“. Genau wie vorher, sind sich wohl auch diese neuen Stadträte selbst am nächsten. Denn ALAN besteht nicht nur aus der Präsidentin, Katrina Shimbulu aus Oshakati!

Frank Steffen

Gleiche Nachricht

 

Tourismus mit Waffen bedrohen

vor 13 stunden | Meinung & Kommentare

Man kann sich darüber streiten, ob der botswanische „Schießbefehl“, laut dem die Sicherheitskräfte unseres Nachbarlandes grundsätzlich mit tödlicher Gewalt gegen Wilderer vorgehen dürfen, in Ordnung...

Vetternwirtschaft wird zu Norm

vor 2 tagen - 12 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Neulich verzweifelte eine Freischaffende, weil ihre Neffen einem Umfeld ausgesetzt seien, in dem Korruption und Vetternwirtschaft zur Norm würden. Diese Teenager würden derartige Vergehen als...

Vandalismus „made in France“

1 woche her - 06 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Namibia kann seine Museen an den Fingern abzählen und die meisten leiden an Geldmangel, sie sind von Spenden und Hilfe abhängig. Zweckgebundene Spenden dienen hauptsächlich...

Warnung fiel auf taube Ohren

vor 2 wochen - 28 April 2021 | Meinung & Kommentare

Seit Wochen machen Aufnahmen und Berichte von völlig abgemagerten Wüstenlöwen im Nordwesten Namibias Schlagzeile in den Medien. Das Umweltministerium und Experten sind sich einig: es...

Fluch des „Golden Handshakes“

vor 2 wochen - 27 April 2021 | Meinung & Kommentare

Arbeitgeber, die sich von unliebsamen Mitarbeitern trennen möchten, obwohl sich die betroffenen Personen nichts zuschulden haben kommen lassen (weshalb sie nicht im Rahmen des Arbeitsgesetzes...

Eine Stimme für alle Interessen

vor 2 wochen - 26 April 2021 | Meinung & Kommentare

Während der Erklärung der Satzung des neuen Forums für Deutschsprachige Namibier (FDN), erinnerte Andreas Vaatz zurück an die Bemerkung des ehemaligen Staatspräsidenten Hifikepunye Pohamba, der...

Verantwortung liegt bei allen

vor 3 wochen - 22 April 2021 | Meinung & Kommentare

Swakopmunder sind mehr als nur wütend, nachdem zwei Männer eine Pensionärin in ihrer Wohnung angegriffen und ermordet haben. Es war eine feige Attacke und die...

Landfrage oder „Landgierde“?

vor 1 monat - 13 April 2021 | Meinung & Kommentare

Die namibische Premierministerin fing nach ihrem Universitätsabschluss an, für das Präsidentenbüro zu arbeiten. Als Volkswirtin wurde sie im Alter von knapp 27 Jahren Generaldirektorin der...

Namensgebung geschieht zu früh

vor 1 monat - 12 April 2021 | Meinung & Kommentare

Der Mensch ist generell ein Wesen, das sich im Laufe der Zeit eher an positive Erlebnisse und Erfahrungen zurückerinnert als an die schlechten und nachteiligen...

Bloße Kündigung reicht nicht aus

vor 1 monat - 09 April 2021 | Meinung & Kommentare

Die Organisation Transparency International benotete im Jahr 2020 Neuseeland und Dänemark jeweils mit 88%, womit sie sich den ersten Platz als am wenigsten korrupte Länder...