31 August 2020 | Gesundheit

Shangula erlaubt würdevolle Bestattung

„Das Volk muss Zugang zu einem sicheren Impfstoff bekommen“

Angesichts eines seit Wochen schwelenden öffentlichen Diskurses über das Bestatten von COVID-19-Opfern, hat sich das Kabinett nun auf neue Richtlinien geeinigt. Indessen ist die Anzahl der am Corona-Virus verstorbenen Namibier am Wochenende auf 69 geklommen - darunter befindet sich ein drei Monate altes Baby.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

„Die COVID-19-Pandemie hat alle Aspekte unseres Lebens beeinflusst und verändert. Das schließt die Art und Weise ein, wie wir über den Verlust von verstorbenen Angehörigen hinwegkommen und diese beerdigen - insbesondere derjenigen, die infolge einer COVID-19 Infizierung verstorben sind“, stellte Gesundheitsminister Kalumbi Shangula am Freitag in Windhoek fest.

Bei einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast kündigte er an, dass sich das Kabinett mit sämtlichen Gesichtspunkten im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie auseinandergesetzt habe. Dazu habe das Bestatten von COVID-19-Opfern gehört. „Unter der namibischen Gesellschaft führt diese Angelegenheit zunehmend zur Angst und Unruhe“, urteilte Shangula. Aus diesem Grund sei nun ein „Rahmendokument“ erstellt worden, in dem die gesetzlichen Anforderungen für Bestattungen festgelegt seien.

Demnach müsse eine Beerdigung weiterhin gemäß strikter Einhaltung der Bestimmungen und Richtlinien erfolgen, doch dürften kulturelle und religiöse Normen der Familie berücksichtigt werden. Künftig würden Gräber nach der Bestattungszeremonie nicht mehr wie seit einiger Zeit üblich, mithilfe maschineller Ausrüstung zugeschoben werden - es gelte „eine würdige Bestattung der Verstorbenen zu gewährleisten“. Darüber würden Begräbnisse künftig „nicht in aller Eile“, sondern in Absprache mit der Familie durchgeführt werden. COVID-19-Opfer dürften ferner eingeäschert werden. Dieser Dienst werde allerdings aktuell nur in Windhoek angeboten.

„Der einzige Grund für alle diese Maßnahmen ist der, den Schutz, die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Nation gewährleisten zu wollen“, sagte Shangula. Wegen der virulenten Natur des neuartigen Corona-Virus sei es wichtig, festzustellen, ob eine verstorbene Person mit COVID-19 infiziert gewesen sei oder nicht. Aus diesem Grund würden Verstorbene nach dem Tod auf das Virus getestet. Der Infektionsstatus bestimme dann, wie weiter mit der Leiche des Verstorbenen zu verfahren sei.

In seiner Rede ergänzte Shangula, dass die Testkapazität in Namibia aktuell erweitert werde. Ferner habe Namibia Verhandlungen mit der internationalen Gemeinschaft über die Verfügbarkeit eines Impfstoffes aufgenommen. Mehr Informationen wolle er demnächst bekanntgeben. „Wir müssen sicherstellen, dass das namibische Volk Zugang zu einem sicheren und wirksamen Impfstoff hat, sobald dieser verfügbar ist“, sagte er.

Die Anzahl COVID-19-Todesopfer stieg unterdessen am Samstag auf 69 an. Ein Corona-Update lag bis Redaktionsschluss am Sonntag nicht vor. „Wir haben in den vergangenen sieben Tagen insgesamt 28 Todesfälle verzeichnet“, hatte Shangula vorher angekündigt. Dies stelle einen Durchschnitt von vier Personen pro Tag dar. Zu den neuesten Todesopfern gehöre ein drei Monate altes Baby, das laut Shangula am 17. August bei einer Klinik in Windhoek wegen Erbrechen und Appetitlosigkeit behandelt und worden sei - zu jener Zeit habe es seine normalen Immunisierungsspritzen erhalten. Vier Tage später sei das Kind zuhause verstorben und danach auf COVID-19 getestet worden.

Die Anzahl aktiver COVID-19-Fälle in Namibia sei bis Samstag auf 4230 gestiegen. Davon seien sieben Personen schwer erkrankt und neun im kritischen Zustand. Bisher gelten hierzulande 2817 Personen als genesen.

Gleiche Nachricht

 

Rückgang bei Neuinfektionen

vor 8 stunden | Gesundheit

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek Die Anzahl neuer Virusfälle in der Erongo-Region ist seit dem 29. August im Schnitt täglich um 50 Prozent zurückgegangen - dies...

Stigma rund um Demenz brechen

vor 1 tag - 22 September 2020 | Gesundheit

Von Erwin Leuschner, SwakopmundDas Swakopmunder Zentrum Alzheimer Demenz Namibia (ADN) ist das einzige seiner Art in Namibia. Dort werden rund zwei Dutzend Personen betreut, die...

Risiko durch Abfall

vor 1 tag - 22 September 2020 | Gesundheit

Von Frank Steffen, Windhoek Der namibische Gesundheitsminister Kalumbi Shangula verabschiedete gestern seinen neusten COVID-19-Bericht. Demnach sind von 1145 Testresultaten 149 positiv. Windhoek in der Khomas-Region...

Wassergruß für Eurowings

vor 2 tagen - 21 September 2020 | Gesundheit

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek Es ist ein Hoffnungsschimmer für die namibische Tourismusindustrie: Das Lufthansa-Tochterunternehmen Eurowings ist die erste Fluggesellschaft, die seit der Eröffnung von Namibias...

Maß an Normalität kehrt ein

vor 5 tagen - 18 September 2020 | Gesundheit

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek „Der Notzustand ist zwar beendet, doch verweilt COVID-19 weiterhin in unserer Mitte“, sagte Gesundheitsminister Dr. Kalumbi Shangula gestern in Windhoek. Er...

Geingob gibt heute das 18. Corona-Briefing

vor 6 tagen - 17 September 2020 | Gesundheit

Swakopmund/Windhoek (er) - Derweil die Anzahl Neuinfektionen von COVID-19 in Namibia weiterhin deutlich zurückgeht, wird Präsident Hage Geingob am heutigen Donnerstag die neuen Maßnahmen im...

COVID-19 nimmt ab - Norden kein Epizentrum

1 woche her - 16 September 2020 | Gesundheit

Windhoek (ste) - Der namibische Gesundheitsminister Kalumbi Shangula gab gestern Nachmittag bekannt, dass aus den gestern bekanntgewordenen Testresultaten 83 positive COVID-19-Fälle hervorgingen. Die Zahlen schaffen...

Innovatives Denken gefordert

1 woche her - 15 September 2020 | Gesundheit

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek„COVID-19 hat uns gelehrt, neue Geschäftsmethoden zu ergreifen.“ Das sagte Erongo-Gouverneur Neville Andre, der die Einwohner seiner Region aufruft, einfallsreich zu denken....

Anlauf zur Normalität

1 woche her - 14 September 2020 | Gesundheit

Von Frank Steffen, Windhoek Der namibische Präsident, Hage Geingob, verlängerte am vergangenen Freitag die im Rahmen des herrschenden Ausnahmezustandes verkündeten Ausgangssperren und -Maßnahmen. Im Kampf...

Steigende Selbstmordraten

1 woche her - 14 September 2020 | Gesundheit

Von Jana-Mari Smith und Steffi Balzar, Windhoek Namibia befindet sich in einer menschlichen Krise. So die Aussage der Sozialarbeiterin Jennifer Lifasi, während einer Podiumsdiskussion anlässlich...