12 März 2020 | Gesundheit

Shangula dämpft Furcht vor Corona

Gesundheitsminister: Vorbeugemaßnahmen getroffen – kein Grund zur Panik

In Namibia sind bisher neun Corona-Verdachtsfälle aufgetreten, die alle negativ getestet wurden. Das hat Gesundheitsminister Kalumbi Shangula gestern angekündigt und die Bevölkerung aufgerufen, zwar wachsam zu bleiben und geltende Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, aber nicht in Panik zu verfallen.

Von Marc Springer, Windhoek

Wie Shangula gestern mitteilte, sei Namibia auf einen möglichen Corona-Ausbruch gut vorbereitet und habe diverse Vorbeugemaßnahmen ergriffen einen solchen Ernstfall zu vermeiden. So würde bei sämtlichen Personen, die über einen der Grenzposten oder Flughäfen einreisen, Fieber gemessen und müssten sie in einem Formular darüber Auskunft geben, wo sie sich in den vergangenen zwei Wochen aufgehalten hätten.

Sollte bei Reisenden eine erhöhte Körpertemperatur oder andere Corona-Symptome wie Husten festgestellt werden, müssten diese ferner darüber informieren, mit wem sie zuletzt Kontakt gehabt hätten. Dies solle ermöglichen, dass die jeweils Betroffenen geortet und auf eine mögliche Infektion getestet werden könnten. Falls ein Corona-Verdacht auftrete, solle die jeweils betroffene Person noch am Flughafen in einer Quarantänestation „isoliert bzw. oberserviert“ und zur Behandlung ins Krankenhaus nach Windhoek gebracht werden, falls sie positiv testen sollten.

Abgesehen von den neun für unbegründet befundenen Verdachtsfällen (davon zwei in Lüderitzbucht, zwei in Rehoboth, vier in Windhoek, und einer in Onandjokwe) seien auch zwei Fälle von „Falschalarm“ in Okahandja und Oranjemund gemeldet worden. Dass es dabei mitunter auch zu „bizarren Vorfällen“ komme machte Shangula mit Hinweis auf eine Person deutlich, die sich habe testen lassen wollen, „weil sie kurz neben einem Chinesen gelaufen ist, der eine Schutzmaske trug“. Derlei Panikreaktionen seien vollkommen unbegründet, weil „nicht jede laufende Nase und nicht jeder Schnupfen auf eine mögliche Corona-Infektion hindeutet“.

Aus diesem Grund werde auch das nationale Institut für Pathologie (NIP) nicht jeden auf COVID-19 testen, der Grippe-Symptome aufweise, sondern dies auf Menschen beschränken, die sich in Risikogebieten aufgehalten, oder mit Ausländern in Berührung gekommen seien, die aus einem Land mit hohejn Infektionsraten stammten. Wer diese Kriterien nicht erfülle, müsse sich keine Sorgen über eine mögliche Corona-Erkrankung machen. Dementsprechend forderte Shangula alle Einwohner auf, unbestätigte Informationen über COVID-19 auf sozialen Medien weder zu glauben, noch zu verbreiten, sondern nur „Angaben von offizieller Stelle“ zu trauen.

Abgesehen von nationalen Maßnahmen, wie der Corona-relevanten Ausbildung von Krankenpflegern und dem Kapazitätsaufbau beim NIP, das nun selbst Tests für COVID-19 durchführen könne, seien auch regionale Interventionen mit Nachbarländern abgestimmt worden. So erwäge die Staatengemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) beispielsweise bis zu einer „Normalisierung der Lage“ keine Direkttreffen mehr zu veranstalten, sondern Gespräche per Videokonferenz oder über Skype zu führen.

Ferner habe die Regierung beschlossen, die rund 500 in China lebenden Namibier nicht in die Heimat zu repatriieren weil eine solche „Massenrückführung“ die Gefahr berge, das Virus nach Namibia zu „importieren“. Deshalb sei „vorsichtshalber“ beschlossen worden, die Betroffenen bei Bedarf in China zu behandeln, was jedoch nicht bedeute, dass es diesen, oder anderen, im Ausland lebenden Namibiern, verboten sei, „aus eigenen Stücken in die Heimat zurückzureisen“.

Am wichtigsten sei Shangula zufolge jedoch, dass die Einwohner ihr Verhakten ändern, sich regelmäßig die Hände waschen, nicht in die eigenen Hände husten oder nießen, größere Menschenansammlungen, sowie unnötige Reisen und Kontakt zu möglichen Infizierten meiden und nicht mit ungewaschenen Händen ins eigene Gesicht fassen. Ferner sollten die Bürger eine Stigmatisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen unterlassen und zum Beispiel nicht Chinesen unter Generalverdacht stellen, mit dem Virus infiziert zu sein.

Gleiche Nachricht

 

Corona-Krise spaltet Namibia

vor 15 stunden | Gesundheit

Von Marc SpringerWindhoekDie Lockerungen, die eine 76 Tage andauernde Phase erheblicher Einschränkungen des öffentlichen Lebens teilweise beenden, werden für einen Zeitraum von 28 Tagen gelten...

Kein Krankenhauspersonal infiziert

vor 15 stunden | Gesundheit

Swakopmund/Walvis Bay (er) - Alle Angestellten des Welwitschia-Privatkrankenhauses in Walvis Bay, die mit dem 22. COVID-19-Infektionsfall in Namibia, einem 63-jährigen Mann, in Kontakt waren, wurden...

Corona-Patient ringt mit dem Tod

vor 1 tag - 28 Mai 2020 | Gesundheit

Windhoek (ms) – Namibia hat mit seinem 22. Corona-Fall auch den bisher schwersten Verlauf der Lungenkrankheit bei einem Patienten registriert.Das hat Gesundheitsminister Kalumbi Shangula gestern...

Clinch verzögert Bau von Nkurenkuru-Klinik

vor 1 tag - 28 Mai 2020 | Gesundheit

Von Petrus Muronga (Nampa)RunduSeit April habe sich der Auftragnehmer Shafombabi Eedopi Construction geweigert, die Baustelle der fast fertiggestellten Klinik in Nkurenkuru seinen kürzlich beauftragten Nachfolgern...

Lkw-Fahrer werden strenger kontrolliert

vor 1 tag - 28 Mai 2020 | Gesundheit

Von Erwin LeuschnerSwakopmund/Walvis BayDie strengen Maßnahmen zur Kontrolle von Lkw-Fahrern kündigte Erongo-Gouverneur Neville Andre gestern in Swakopmund an. Als Grund dafür hob er besonders den...

Lkw-Fahrer missachten Quarantäne-Regeln

vor 2 tagen - 27 Mai 2020 | Gesundheit

Von Erwin Leuschner und Francoise Steynberg, Swakopmund/Walvis Bay/Windhoek Zwei namibische Lastwagenfahrer haben am Wochenende die Quarantäne-Station bei Brakwater nahe der Hauptstadt unerlaubt verlassen. Das bestätigte...

Namibia meldet neue COVID-19-Fälle

vor 3 tagen - 26 Mai 2020 | Gesundheit

Von Erwin Leuschner und Leandrea Louw, Swakopmund/Windhoek Namibia hat seit vergangenen Donnerstag fünf neue bestätigte COVID-19-Fälle. Alle erkrankten Personen befinden sich in Quarantäne. Diese Angaben...

COVID-19: Namibia verzeichnet Fall 21

vor 5 tagen - 24 Mai 2020 | Gesundheit

Nachdem Namibia für eine lange Zeit in den Monaten April und Mai nur 16 Fälle der COVID-19-Erkrankungen gemeldet hatte, hat sich das Bild seit dem...

Zwei weitere COVID-19-Fälle in zwei Tagen

vor 6 tagen - 23 Mai 2020 | Gesundheit

Windhoek (Nampa/sb) – Ein 29-jähriger Namibier, der vor kurzem aus Südafrika nach Namibia zurückgekehrt ist, wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Dies gab der Gesundheitsminister,...

Zwei neue COVID-19-Fälle gemeldet

1 woche her - 22 Mai 2020 | Gesundheit

Windhoek (ste) - Gestern Morgen gab der namibische Gesundheitsminister Kalumbi Shangula bekannt, dass nach nunmehr 45 Tagen erstmals wieder zwei weitere Personen als COVID-19-Virusträger identifiziert...